Rasa Lila, das Spiel der Gefühle

Rasa bedeutet Geschmack oder Essenz und entsteht durch Zusammenwirken der unterschiedlichen Gefühle, die zu einem angenehmen Bewusstseinszustand, einem ästhetischem Erleben führen. Gestik und Mimik sind wesentliche Hilfsmittel, um emotionale Zustände auszudrücken und im Zuschauer ein ästhetisches Erlebnis, Rasa genannt, zu erwecken.
Rasa stammt aus dem Sanskrit und wird in der klassischen indischen Kunstbetrachtung verwendet.
Die Künstler wollen im Zuschauer so starke Emotionen aufwallen lassen dass sie RASA erleben, also rasen.

Die schönste Erzählung über den spirituellen Rasa-Tanz Krishnas findet man im Krishnabuch:

Hier tanzt Krishna in der Mitte seiner vielen Gopis (Hirtinnen) der 3 Welten.
Die Gopis konnten die mystischen Erweiterungen Krishnas nicht wahrnehmen, denn Krishna erschien allein vor jeder einzelnen Gopi, und so dachte jede Gopi, die bezaubernde Erscheinung Krishnas tanze nur mit ihr allein. In seinem Tanz zeigte sich Krishnas vollkommener Zauber und in seinen fließenden Bewegungen seine unübertroffene Anmut.

Um das Verlangen der Gopis zu befriedigen, begann Krishna im Takt ihrer Lieder in die Hände zu klatschen. Eigentlich ist die ganze Welt von Krishnas Gesang erfüllt, nur nehmen dies die verschiedenen Lebewesen unterschiedlich wahr. Krishna tanzt, und auch die Lebewesen tanzen, doch es besteht ein großer Unterschied zwischen dem Tanzen in der spirituellen Welt und in der materiellen Welt.
Nur diejenigen, die tatsächliches Krishna-Bewusstsein besitzen, sind in der Lage, sich in Harmonie an Krishnas Tanzen anzupassen. Man muss aus Freude tanzen, und nicht, um ihn zu imitieren oder ihm ebenbürtig zu werden. Indem die Gopis von Krishas Mund Betelnüsse annahmen, drangen sie auf dem spirituellen Pfad weiter vor. Dort wo Krishna sich aufhält ist nichts gewöhnlich.

Und als Krishna sie in Seine Arme schloss und sie mit Ihm tanzten und sangen, vergaßen sie alles. Die Gopis sind Erweiterungen von Krishnas Freudenenergie. Als Krishna die verschiedenen Teile ihres Körpers berührte, fühlten die Gopis, wie sie von spiritueller Energie durchdrungen wurden. Sie wuchsen über sich hinaus, ergründeten Tiefen und erreichten Höhen der Gefühle, unerreichbar für die gewöhnlichen Menschen.

Krishna ist Atmarama, in sich selbst zufrieden. Er benötigt niemand anderen, um glücklich zu sein. Weil sich die Gopis aber danach gesehnt hatten, Krishna als Gemahl zu bekommen, hatte er ihnen diesen Wunsch erfüllt. Dann begannen die Gopis in transzendentaler Freude, Krishnas ruhmvolle Taten und Spiele zu besingen. Ihre Lotusfüße schlugen den Takt, ihre Körper bebten, während sie tanzten und ihr Augen folgten Krishna.

Je länger die Gopis Krishnas Gemeinschaft genießen durften, desto mehr wurden sie, da sie reine Gottgeweihte waren, mit seiner Herrlichkeit erleuchtet.
Wenn Sri Krishna mit den Gopis tanzt und wenn gewöhnliche Lebewesen in der materiellen Welt miteinander tanzen, ist das nicht dasselbe, sondern es besteht ein großer Unterschied.

Die meisten Gopis waren in ihrem vorangegangenen Leben große Weise gewesen, die sich in den Veden auskannten, und hatten den Wunsch geäußert, sich Seiner Gemeinschaft erfreuen zu dürfen.

In der Bhagavad-gita wird bestätigt, dass Krishna im Herzen eines jeden Lebewesens weilt und dass von ihm allein Handlung, Erinnerung und Vergessen kommen.

Die Gopis sind eigentlich Erweiterungen seiner inneren Energie, doch weil Krishna rasa-lila (das Spiel der Gefühle)entfalten wollte, erschienen auch sie wie gewöhnliche Menschen. Um ihnen eine besondere Gunst zu gewähren, entfaltete Krishna Seinen Rasa-lila-Tanz. Die Gopis, die mit Krishna tanzten, befanden sich nicht in ihrem materiellen Körper. Sie tanzten in ihrem spirituellen Körper mit Krishna. Währenddessen dachten die sogenannten Ehemänner der Gopis, dass ihre Frauen an ihrer Seite schliefen. Die Körper der Gopis, die ihren Ehemännern gehörten, lagen im Bett; es waren die spirituellen Bestandteile Krishnas, die mit Ihm tanzten. Krishna ist die höchste Person, das spirituelle Ganze, und er tanzte mit den spirituellen Körpern der Gopis.

Wer die Schilderung des Rasa-lila hört, wird auf die höchste Ebene des spirituellen Lebens erhoben.

So geschah es in dieser Nacht, daß die Gopis Krishna als ihren geliebten Gemahl in die Arme schließen durften, doch diese Nacht war keine gewöhnliche Nacht. Es war eine Nacht Brahmas, die Millionen und Abermillionen von Jahren währt (4 300 000 x 1000 Sonnenjahren).
Quelle
http://www.harekrsna.de/rasa-tanz.htm

Dance of Divine Love:

Ode an die Lotusfüße Krishnas:

6 Kommentare zu “Rasa Lila, das Spiel der Gefühle

  1. Das finde ich ein schönes Bild:
    die menschlichen Seelen tanzen mit der göttlichen Seele, wenn sie ihren Geist im Mantra, in der Meditation öffnen.
    Wie bei dem Ras Lila die Gopis denkt jede Seele sie tut es alleine, aber das Göttliche tanzt mit allen geichzeitig.

    Das heißt doch auch wenn wir meditieren und das LIcht in uns hereinlassen, selbst wenn wir es nicht bewusst verstärken und über das Kronenchakra an alle weitergeben, sind wir alle Meditierende in unserer Anstrengung durch das Göttliche vereinigt in unserem Streben das Licht in die Welt zu bringen.
    Oder?

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  2. Ja, das denke ich auch und ich finde es sehr schön, wie die Menschen solche Weisheiten und Erkenntnisse in bildhaften Erzählungen bis in unsere Zeit bewahrt und weitergegeben haben. Ob unser heutiges Schul- und Fernsehwissen wohl auch Jahrtausende hält? Ich bezweifle es.

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  3. Bei der Dance of Devine Love möchte ich doch glatt mein Tanzkostüm aus der Klamottenkiste rausholen und mitmachen.
    Da entstehen so viel ekstatische Freude und Glückgefühle.
    Ich kann da nicht vor dem PC stillsitzen und nur zuschauen.
    Da wird ein Strahlen über mein Gesicht gezaubert.

    Viele himmlischen Dank liebe Dschjoti

    Blissful
    Siria

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