Soll das Flötenspielen in Deutschland verboten werden?

Im Jahre 1284 befreite ein wunderlicher Mann Hameln von der Rattenplage, indem er die Ratten mit seinem Flötenspiel in die Weser lockte. Die Bürger verwehrten ihm aber danach den versprochenen Lohn und so kehrte er am 26. Juni als Jäger verkleidet zurück und lockte die Kinder Hamelns zur Stadt hinaus. Danach waren 130 Kinder verschwunden.

Diese Geschichte schrieben die Gebrüder Grimm auf. Ähnliche Sagen gibt es auch aus anderen Regionen Europas.

Während der Zeit der Kreuzzüge brachen öfters tausende von perspektivelosen Jugendlichen überwiegend aus niederen sozialen Schichten zu sogenannten Kinderkreuzzügen auf, kamen aber selten im Land der Verheißung (Heiligen Land) an.
Auch wurde damals noch Sklaven zum Verkauf benötigt.

Wer war nun der Rattenfänger von Hameln?

Pan

War es Pan, der Gott des Waldes und der Natur mit der Panflöte aus der griechischen Mythologie? Schaut man sich seine Darstellung in der Kunst an, ähnelt er doch sehr stark dem christlichen Teufel. Beide lieben die Musik, den Tanz, die Wollust, den Alkohol…

Die Mittagsstunde ist Pan heilig, und er kann dann schrecklich böse werden, wenn man ihn zu dieser Zeit mit gewissen Großveranstaltungen stört. Er jagt dann z. B. ruhende Herdentiere in Panik zur Massenflucht den steinigen Berg hinauf. Da kann dann auch kein Erzengel Michael und kein Panikexperte mit seinen Strategien mehr helfen.

Soll man nun in Deutschland das Beschallen mit Flötenspiel verbieten, weil das Risiko zu hoch ist, dass unsere Kinder diesem Waldgott begegnen könnten? Das ist sicher keine gut Lösung, zumal die meisten Jugendlichen sich ja im Internet recht gut bewegen können.

Obwohl die Hirten den Gott Pan verehrten, fürchteten sie seinen Anblick. Dennoch baten sie ihn um Schutz für ihre Herden und brachten ihm dafür auch Opfer dar. Pan war also nicht nur an körperlich-sinnlichem Lustgewinn interessiert, sondern war auch gewinnorientiert und auf sein Image bedacht.

7 Kommentare zu “Soll das Flötenspielen in Deutschland verboten werden?

  1. Terra Prattchatt hat in seinem Buch. „Maurice der Kater“ die RAttenfängerproblematik aufgegriffen und neu insszeniert. Auch die wirtschaftlichen Verflechtungen sind sehr anschaulich dargestellt.
    Besondere Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.

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  2. Hallo Siria,
    ich habe die Beschreibung unter gefunden:
    http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=219

    ….Denn „Maurice“ ist auch eine Kritik an der Macht der Geschichten. Nicht nur jener erfundenen Storys, die wir in Fantasyromanen, Märchenbüchern und Kinofilmen von Kindesbeinen an vorgesetzt bekommen und verschlingen – insbesondere Kids, die es nicht besser wissen. Sondern es geht auch um jene Geschichten, die man uns in den Medien präsentiert…..

    Danke für Deinen höchst interessanten Kommentar.

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  3. Danke für die „buchwurm.info“. Als ich das Buch gelesen hatte, waren mir die Bezüge zu den Geschichten, die man den Erwachsenen erzählt nicht so konkret bewusst. Aber die zeitliche Nähe von Ereignissen dürfte den Autor doch zu dem einen oder anderen literarischen Höhenflug inspiriert haben.
    Konkreter ist für mich das beschriebene „Rathaus“. In Ludwigsburg gibt es ein Restaurant, das heißt der „Ratskeller“, und ein Englischlehrer aus Wales, der dort gearbeitet hatte, bis er hier unterrichten durfte, hat das Wortspiel erklärt, ein paar Jährchen bevor der Film Rat(t)atouile in die Kinos kam.

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  4. Der Titel (engl.) „rat·a·too·ee“ wird ˌræt.ə.ˈtu. i ausgesprochen und nicht „rat·at·ouille“ bzw. „rat·at·will“ (dt.: „Ratte nach Belieben“). Das Wortspiel mit „Ratatouille“ und „rat“ (engl.: Ratte) ist offensichtlich. Auf den deutschen Plakaten wird es zu „ratte·tuu·ii “ [rat.ə.ˈtu. i], da man in Deutschland der französischen Sprechweise folgt. Im Film wird mit „ratte·pfuu·ii“ erneut auf den Titel angespielt.
    Übrigens traten im Rats keller in Ludwigburg früher die Rat
    tels auf. 😉

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  5. wenn die Menschen nicht zum Berg kommen, dann kommt der Berg zu den Menschen.
    Dann lassen wir doch die Kindchen einfach zu dem bösen Pan gehen, diesem Lustmolch.
    Nein, wir müssen Vorsorge treffen, dass die Begegnung der KInder mit dem Musikgott in geregelten Bahnen verläuft.

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