6 Tibeter in Jordanien

Als mich eine Freundin zu meinem Jordanienaufenthalt fragte, fiel mir nach und nach folgendes wieder ein:

Die sündhaft teure Telefonrechnung für 2 Sätze: „Wie geht’s? und Mir geht es gut“ kostete im Mövenpick Hotel am Toten Meer 6,40€.

Unser Ausflugs-und Arbeits-Programm war so stressig, dass ich mir manchmal sogar ein paar Minuten Zeit zum Duschen und dem Baden im Toten Meer erkämpfen musste. Ich konnte schließlich nicht darauf warten, eines Tages mal wieder hierher zurückzukommen, weil der Grundwasserspiegel wegen der Industrie und dem abnehmenden jährlichen Regen dramatisch sinkt. Außerdem kommt wegen dem wachsenden Wasserverbrauch der Städte nur noch ein Fünftel des Wassers des Jordans am Toten Meer an.

Zum Glück kann man im Toten Meer nicht untergehen und so kann man in Ruhe auf dem Rücken liegend seine Zeitung lesen, sofern man dort schwimmt, bevor die Touristen kommen und sich gegenseitig mit ekligem Schlamm bespritzen.

Ich habe natürlich nur 6 meiner 7 Tibeter (eine Kombination von Bewegungsabläufen, die zu den ältesten fernöstlichen Methoden gehören, Entspannung und Fitness zu finden) im Toten Meer absolviert. Den 7. Tibeter, ganz laut OM zu intonieren habe ich mich angesichts der damaligen politischen Lage nicht getraut. Wer weiß, ob es in Jordanien Chinesen gibt, die das als Sympathiekundgebung für den Freiheitskampf der Tibeter ansehen könnten?

Quallen gibt es dort auch nicht, denen ist es da zu salzig. Nur ein paar Fische soll es dort geben. Aber es lauern andere Gefahren.

Überall sieht man nämlich Warnschilder, die auf die „Sinkholes“ hinweisen. Das sind Löcher von bis zu 25 Metern Tiefe, die man nicht sieht. Sie entstehen, wenn durch die Bewässerung der Felder nur noch Sand und Salze übrig bleiben und in sich zusammensacken. Manch einer ist auf seinen Wanderungen nicht mehr zurückgekehrt.

Farbenprächtig ist auch der Sand, der von den Künstlern in Flaschen verpackt verkauft wird.

sandflsche

An einem Tag besuchten wir den Onkel des Königs. Natürlich musste ich mir in Salt erst mal was Anständiges zum anziehen kaufen, weil ich nur Freizeitklamotten dabei hatte. Also raste ich den Hügel hinab in den Ort, kaufte unter Mitwirkung des halben Ortes ein schwarzes Gewand mit rotem Kopftuch, sprang damit ins Taxi, fuhr zurück und wurde dann im Bus von meinen Mitreisenden nicht mehr erkannt.

Gewand

Nur die Kinder, die wir besucht hatten, erkannten mich sofort wieder, winkten fröhlich und kringelten sich vor Lachen. Irgendwie muss ich wohl komisch ausgesehen haben, mit meinem Outfit.

Auf unserer Busfahrt nach Aman flogen plötzlich Steine gegen unseren Bus. Der Busfahrer meinte, die kämen von ein paar Leuten, die keine Ausländer mögen.

Unterwegs konnten wir noch eine Ausstellung von wunderschönen Beduinentrachten bewundern.

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2 Kommentare zu “6 Tibeter in Jordanien

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