Das Chamäleon aus den Raunächten

Letzte Nacht wurde ich bei meinem Spaziergang durch den Wald von einem mächtigen afrikanischen Weisheitsgott besucht. Er erschien mir in der Gestalt eines gelb-orangefarbenen Chamäleons und war eigentlich ganz lieb und anhänglich.

Chamäleon1

Dann haftete er sich jedoch an mich und wollte gar nicht mehr loslassen. Er war sehr von mir angetan. Mir aber war sein Spiel nicht geheuer und beim Versuch ihn von meiner Hand abzuschütteln, sah ich, dass er viele spitze Zähne besaß, mit denen er mich beißen könnte.

Ich flüchtete dann auf Baumstämme und kleinere Hügel, aber ich hatte erst eine Chance ihn loszuwerden, als ich ihn in meinem Zorn in eine Fäkaliengrube hätte werfen können.

Da schaute mich das arme Tier mit seinen großen bernsteinfarbenen Augen entsetzt an und ergriff das Weite. Ich erwachte aus diesem Traum mit einem sehr schlechten Gewissen.

Nun versuche ich meinen Traum zu deuten:

Nach einer afrikanischen Fabel schickte Gott das Chamäleon auf die Erde, um den Menschen mitzuteilen, dass sie nicht für immer sterben, sondern wie der Mond ins Leben zurückkehren.
Da das Chamäleon so langsam war schickte Gott auch noch einen Hasen los, der aber fort rannte, bevor er die Botschaft richtig gehört hatte. So überbrachte er einen anderen Text: „Gott sagt, dass ihr alle für immer sterben werdet.“

Das Chamäleon kam zu spät und Gottes Wort konnte nicht mehr verändert werden, sobald es einmal verkündet war, auch wenn es falsch wiedergegeben wurde.

Die Moral von dieser Geschichte ist, dass Eile zum Unglück führen kann. Das Chamäleon hat in Afrika auch den Namen „Geh-vorsichtig-zu-Werke“.

So werde ich wohl, da jede Raunacht einem Monat zugeordnet wird, im 10. Monat dieses Jahres geduldig sein müssen. Zum Glück habe ich ja noch viel Zeit um Geduld zu üben.

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