Wo, verflixt noch mal, gibt es in Indien indische Bücher?

Als wir mit zweistündiger Verspätung völlig genervt von der Terroristenhysterie an den Flughäfen endlich in Lucknow eintrafen, wartete schon eine blutrünstige Meute im Taxi auf uns. Wir erschlugen bestimmt 30 von ihnen und hofften, dass es keine Malaria übertragende Moskitos waren, weil uns schon etliche gestochen hatten. Aber bei dem großartigen Empfang im Hotel mit einem netten Radjputen vergaßen wir unsere Stiche schnell wieder.

Radjpute

Wir machten uns bald wieder auf den Weg zum Botanischen Garten. Auf den Straßen tummelten sich jede Menge von Menschen, Kühen, Hunden, Ziegen. Als wir sahen, dass die Kühe den ekligen Müll, der überall herumlag fraßen, beschlossen wir keine Milch mehr zu trinken.

Im Botanischen Garten durften wir nicht fotografieren. Vielleicht befürchtete jemand, wir könnten die Baumgeister in unserer Kamera verschwinden lassen. Abmalen war kein Problem. Jetzt befinden sie sich in meinem Notizbuch.

Dann wollten wir ein richtiges indisches Buch kaufen, also eines, das in Hindi geschrieben ist. Wir liefen von einem Buchladen zum anderen und fanden Unmengen von hochspezialisierter englischer Fachliteratur. Sogar „Mein Kampf“ vom Adolf auf Deutsch lag da herum. Wir krochen bis in die hintersten Winkel der Läden in unheimlich dunkle modrige stinkende Keller hinter Kellern und fanden Bücher, die noch verpackt, aber staubig waren und aussahen, als ob sie 100 Jahre alt wären, aber wir fanden kein Buch auf Hindi. Wir haben aber auch keine Inder indisch lesen gesehen. Schließlich sind im Norden 80% aller Inder Analphabeten und die gebildeteren Mittelschichtler lesen Englisch.

Dann versuchten wir es mit CDs und DVDs, die überall angeboten wurden. Aber niemand wollte uns Original- CDs verkaufen, es gab fast nur Raubkopien. Wie wir die durch den Zoll kriegen sollten, konnte uns auch keiner sagen.

Auf dem Weg zurück ins Hotel kamen wir wohl in die Rushhour. Es fuhren plötzlich 5 Personen zusammengequetscht auf einem Motorrad vorbei. Genauso überfüllt waren die Rikschas, die Busse oder auch Lastwagen auf denen die Menschen aneinandergedrängt standen. Am Straßenrand wuschen sich Menschen und zogen neue Unterhosen an oder ließen sich kämmen oder die Ohren putzen.

Müllsammler

Dazwischen wühlten Leute aus der Müllsammelkaste im überall verstreuten Abfall herum. Der Straßenlärm war ohrenbetäubend, weil jeder hupte so viel er wollte und so lange er konnte.

Wir überlegten uns, wo wir hingehen könnten, um uns von dem Lärm zu erholen. Wir dachten, der Zoo wäre nicht schlecht….

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4 Kommentare zu “Wo, verflixt noch mal, gibt es in Indien indische Bücher?

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