Fahrt nach Orchha

Unterwegs kamen wir an einem Fahrradfahrer vorbei, der 3 Affen bei sich hatte. Wir hielten an und urplötzlich startete er eine Show mit seinen Affen, die große Angst vor ihm hatten und vor ihm tanzten. Weil wir nicht wollten, dass er die Tiere weiter quält, sprangen wir schnell zurück ins Auto, doch ein Affe raste hinterher und griff blitzschnell in Andis Hosentasche um seinen Geldbeutel zu stehlen. Zum Glück erwischte der dressierte Affe nichts Wichtiges.

Später fanden wir ein Schild, auf dem stand geschrieben:

Please do not give money to street performers! They take the monkeys, keep the father’s baby away, forcing it to perform until they give it back for the night (bitte geben Sie Straßenschaustellern kein Geld. Sie nehmen dem männlichen Tier das Baby und zwingen es so Kunststücke darzustellen, auf dass sie das Baby abends wiederbekommen).

Auf unserem Weg zum Maharadschahotel in Orchha staunten wir, an wie vielen Gefängnissen wir vorbei kamen und fragten uns, was hier wohl alles für Gefahren lauerten.

Im Hotel drohten uns ebenfalls Gefahren. Auf dem Weg zu unseren Zimmern konnte man sich beim Treppenaufgang, der für Lilliputaner gebaut worden war, zweimal den Kopf einschlagen. Es existierte sogar ein Schild „mind your crown“ (achten Sie auf Ihren Kopf).

Swimmingpooljpg

Weil das Wasser vom Monsun über die Platten und dann ins Bassin lief, bestand auf den nassen Fliesen beim Swimmingpool große Rutschgefahr in die eklige Brühe des Pools, die wohl auch nicht gechlort war.

Klimaanlage

Vor dem Fenster am Eingang zur Wohnung stand eine Wasserschüssel unter der Klimaanlage, die immer geleert werden musste, damit sie nicht überläuft und die Fliesen rutschig werden. Die klapprige Tür, war mit einem riesengroßen Vorhängeschloss mit Kette gesichert, damit wir und unsere Mitbewohner, ein Frosch, eine große Schnecke, ein Gecko und eine Maus sicher sind. Wer hätte gedacht, dass in einem Maharadschahotel die Wände schimmelig und die Armaturen undicht sind?

Fahrerunterkunftjpg

Als wir unseren Fahrer besuchen wollten, wunderten wir uns, warum er im Taxi und nicht in seiner Unterkunft schlafen wollte, obwohl wir doch dann am nächsten Tag wieder soviele Moskitos im Auto erschlagen müssen. Wir waren total geschockt, als wir den vom Maharadschahotel generöserweise für ihn zur Verfügung gestellten düsteren Raum (ein Raum für alle Fahrer)betraten. Es stank ekelhaft nach Urin und die Decken sahen so verlaust aus, dass auch kein größeres Tier hier seine Nacht zubringen würde. Ebenso grässlich sah der offene Wartesaal in der Stadt aus.

WartesaalOrchha

Dann erkundeten wir eines der Mausoleen und beobachteten, wie ein heulender Hund im Gebäude verschwand. Schwarzmilane, Geier und andere Vögel kreisten in Schaaren um die Türme. Ich empfand die Athmosphäre irgendwie bedrohlich, als ob die Geister der Vergangenheit noch anwesend wären und fühlte mich wie in einem Vampirfilm. Die Luft flirrte…

Mausoläumjpg

Als wir heißhungrig in unser Hotel zurückkamen, erschreckte uns an diesem Abend aber nur ein Schild im Restaurant:

Your Order will take minimum 30 minutes! Ihre Bestellung wird mindestens eine halbe Stunde dauern.

Dann haben wir uns in unserem Zimmer auf unsere Müsliriegel gestürzt und uns mit unseren Wasserflaschen zugeprostet, auf die Kinder der Mutter Ganges!

6 Kommentare zu “Fahrt nach Orchha

  1. Es tut einem im Herzen weh, die armen Affen so zu sehen. Abscheulich, möchte man sagen. Aber manchmal fällte den Indern offenbar nichts anderes ein als Tiere roh zu dressieren und zur Schau zu stellen, um einige wenige Rupien zu verdienen. Und die Reichen wollen dann nciht mal zahlen. Die verweigern manchmal 10 Rps weil sie meinen sie müssten mehr bekommen. Und die gemeinen Urlauber geben dann nicht mal 20 Rps sondern gar nichts! Frechheit.
    Die Kluft zwischen Arm und Reich weitet sich …

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  2. They take the monkeys, keep the father’s baby away, forcing it to perform until they give it back for the night (bitte geben Sie Straßenschaustellern kein Geld. Sie nehmen dem männlichen Tier das Baby und zwingen es so Kunststücke darzustellen, auf dass sie das Baby abends wiederbekommen).

    Ist das ein Übersetzungsfehler? – Lebt die Affenfamilie mit einem Vater zusammen? – Wenn nicht, erscheint das wie das bürgerliche Ideal der letzten Jahrhunderte: der Vater muss arbeiten, damit er abends bei seiner Familie sein darf.
    Da darf man sich nicht wundern, wenn die Affenmännchen irgendwann ausbüxen und auf die Familienidylle pfeifen.

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  3. Soweit ich beobachtet habe, ging die Gewalt eher davon aus, dass die Affen ( Männchen und Weibchen)an Stricken angebunden waren oder Schläge bekamen, wenn sie nicht gehorchten. Ich glaube auch, dass die Affen weglaufen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben.

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