Herr gib uns unser tägliches Brot!

Irgendwie kam es mir nach meinen Ostereinkäufen so vor, als ob alles doppelt so teuer geworden wäre wie … letzen Monat?

Im Einkaufskorb war dann leider nur noch die Hälfte. Mal sehen was ich im Internet darüber finde:

Lebensmittelpreise auf Rekordhoch:

http://www.teleboerse.de/mediathek/mediathek_videos/n-tv_mediathek_videos_wirtschaf/IWF-warnt-vor-Konflikten-article2527376.html

Also habe ich mich doch nicht geirrt! Was essen nun eigentlich diejenigen, die nicht soviel verdienen wie ich?

Hilft es den Hungernden, die Gelder umzuverteilen? Wem hilft es, die Globalisierung rückgängig zu machen? Haben wir 2011 immer noch genügend Nahrung auf der Welt?

Soll ich mit Biosprit fahren um die armen deutschen Bauern zu unterstützen?

Sind die Spekulanten schuld?

Ist wirklich genug Weizen vorhanden um alle Menschen zu ernähren?

Weltweit sichern sich Investoren wertvolles Ackerland. Während die Bevölkerung hungert, wittert ihre Regierung ein gutes Geschäft?

Die internationale Organisation Grain listet auf 11 Seiten auf, wo die Landsammler bereits tätig geworden sind oder über Pacht und Kauf verhandeln: in allen Kontinenten: China in Uganda und Simbabwe, eine japanische Firma in Brasilien, Libyen in der Ukraine. Die saudische Bin-Laden-Gruppe will in Indonesien auf 500 000 Hektar Fläche Reis für die Heimat produziere.

Die Grain-Aktivisten unterscheiden zwei Gruppen von Investoren: Länder, die seit der Nahrungsmittelkrise um ihre eigene Ernährungssicherheit fürchten und Investoren, für die „Ackerland zum schicken neuen Spielzeug wird“.

Die neuen Besitzer vertreiben kleine Bauern von ihrem Grund und den ansässigen Menschen werden die Lebensgrundlagen entzogen. Auf die Natur wird wenig Rücksicht genommen.

Das Problem mit dem Loch in meinem Geldbeutel erscheint mir wie die Geschichte von dem Sufischüler und der kleinen graue Wolke am Horizont. Gemäß dem Rat seines Lehrers sollte er bei ihrem Auftauchen sofort das Weite suchen. Das tat er auch und überlebte so die Brandschatzung seiner Stadt.

Jetzt frage ich mich allerdings, wo denn die Hungernden der 3. Welt hinlaufen werden?

2 Kommentare zu “Herr gib uns unser tägliches Brot!

  1. Dieses Thema weitet sich ja immer mehr aus. Dank Monsanto Genmanipulation und Co. haben selbst die Bauern kein eigenes Saatgut mehr, und müssen es jedes Jahr neu kaufen. Auch hierzulande sind fast nur noch F1 Hybriden im Handel zu finden, es sei denn man kauft sein Saatgut im Bioladen bzw. bei Rühlemann oder Dreschflegel. Es hilft nur eins: eigene Gemeinschaften bilden, sich organisieren und Widerstand aufbauen, und das am besten schon vorgestern! Dergleichen gilt für die Bauern in den Dritte Welt Ländern. Wir glauben immernoch ihnen unsere Hilfe aufdrängen zu müssen, aber sie können, laut eigener Erfahrung, am besten im eigenen kulturellen Kontext agieren. Ich habe eine situation in Südamerika erlebt, da haben Bauern, die durch einen amerikanischen Konzern von ihrem Land vertrieben werden sollten, sich mit mehreren Stämmen zusammengetan, und somit bewaffnet. Dabei gab es glücklicherweise Presse ohne Ende, so dass es nicht vertuscht werden konnte. Nach ein paar Tagen sind die Amerikaner unverrichteter Dinge abgezogen. Kopf einziehen und dulden ist einfach nicht, auch hier nicht.

    Ein Freund von mir hat eine Aktion organisiert, die mit Motorräddern das erste Genmanipulierte Feld mit Mais plattgefahren haben, und dann frech Demeter Saatgut gepflanzt. Danach wurde in Mecklenburg kein Genmais mehr verkauft. Die meisten Konzerne gehen den Weg des geringsten Widerstands…

    Wir versorgen uns mit fast allen Lebensmitteln selbst, eben weil das Geld sehr knapp ist. Und es gibt ein paar kluge bäuerliche Köpfe hier, die keinen Mais für Biogas anbauen, und sich an die Zeiten nach dem 2 Weltkrieg erinnern und wissen, dass man Sprit nicht essen kann. Somit bilden sich langsam aber sicher kleine Gemeinschaften, die tauschen und zusammen arbeiten, so dass jeder leben kann.

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