Wozu ist ein Hut gut?

Die Jäger trugen den Hut, damit ihr Gesicht vom Schatten bedeckt ist und im Dickicht nicht auffällt. Aber diesen hier sahen wir schon von weitem leuchten, bevor wir den Mann darunter wahrnahmen.

Es war eigentlich kein klassischer Trachtenhut mit einer Kordel aus Hanf verziert wie bei Lodenhüten. Verziert schon, aber mit allem was am Wegesrand wächst und sprießt. Da die Dekoration des steingrauen, spitzzulaufenden Filzhutes mit Holzleim aufgeklebt wurde, war er leider nur bedingt wasserdicht. Das ist schon ein Nachteil, wenn dem Träger schon im April die Schweißbäche herabrinnen.

Klar, es war Karfreitag und da ist in manchen Gegenden, vor allem auf dem Lande ein Trachtenhut für Männer Pflicht. Aber dieser Hut war eben nicht nur eine Kopfbedeckung sondern ein Lebenswerk!

Hut

Gamsbart aus den Rückenhaaren von Gamsböcken, Gamsschwanz und Gamsgeweih, verziert mit Disteln, Früchten, Flechten und in Alkohol eingelegten Kräutern um die besondere rote Farbe zu bekommen. Edelweiß aus dem Allgäu und Pinienzapfen und sogar selbst ausgekochte Weinbergschneckenhäuser waren liebevoll angebracht. Auf der Spitze prangt die selbstgefundene Feder eines Milans.

Eigentlich war der Hut ja früher auch ein Statussymbol und zeigte Gruppenzugehörigkeiten an. Aber zu welcher Gruppe gehört dann dieser Mann?

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3 Kommentare zu “Wozu ist ein Hut gut?

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