Unsere irrsinnige Heimreise von Chennai nach Frankfurt

Unsere aufregendste Autofahrt während unserer Indienrundreise erlebten wir, als wir mit dem Taxi zum Flughafen nach Chennai fuhren. Natürlich regnete es wieder die allabendlichen Katzen und Hunde, als wir von unserem Zimmer zum Taxi laufen mussten.

Mitten in der Nacht um 2 Uhr waren alle Fahrbahnen Chennais voll belegt, aber nicht hintereinander, sondern durcheinander , inclusive Geisterfahrerund. Das Hupkonzert war unbeschreiblich. Seitlich stachen rasende Motorradfahrer vor den Kühler. Wenn ich da hätte fahren müssen, hätte ich wohl die Warnblinkanlage angemacht und wäre keinen Schritt mehr weitergefahren.

Aber unser Taxifahrer fuhr ganz cool im Zickzack durch das Chaos und nahm auch niemanden auf den Kühler. Gelegentlich schaltete er seinen „Horn“-booster an, so dass er sich wie ein Lastwagen anhörte und verschaffte sich dadurch Platz.

Nachdem wir endlich die hektische Fahrerei hinter uns hatten und aus dem Taxi raus waren ging die quälende Warterei in der Wartehalle los (das Gedränge und der Lärm drinnen waren so fürchterlich wie auch hier draußen, aber drinnen konnte man nicht filmen):

Beim Geldwechseln mussten Formulare ausgefüllt werden und die alten Belege, Pässe, Boardingcards gezeigt werden. Mehrmals wurde das Geld gezählt und alles dauert eine halbe Stunde lang.

2-mal mussten die Koffer durch den Security check. Jede Fluggesellschaft hat ihren eigenen!

Mehrmals wurden die Pässe kopiert und wir mussten zahlreiche Formulare ausfüllen.

Manche Koffer wurden 10-mal mit Folie umwickelt bis sie stark deformiert waren:

Wegen Bauarbeiten waren Ankunft und Abflug in derselben Halle. Das Ergebnis war eine fürchterliche Drängelei. Die Stühle waren so fettig schmierig und zerrissen, dass wir uns lieber auf die Steinstufen setzten. Im Gang stank es eklig nach Kloake.

 Seats

Die Kontrolleurin ließ sich meinen Geldbeutel zeigen, schaut aber nicht mal rein, ob ein verbotener 100 Rupienschein darin versteckt war und gekitzelt hat sie mich auch nicht.

Wir durften in die Businessclass, weil die Plätze noch leer waren. Die Knöpfe an den Liegesitzen für die Massage, probierte ich aber nur kurz aus, weil der Kitzeleffekt zu stark war und bei manchen Knöpfen plötzlich die Füße irgendwo in Richtung Decke schwebten. Es gab leckere Mahlzeiten und genug zu Trinken.

Auf dem Flug wurden dann am helllichten Tag alle Verdunklungen zugemacht und alle Passagiere mussten entweder Filme anschauen oder schlafen. Als ich mal raus zu den Wolken schauen wollte und auf die Landschaft, machten die Mitfliegenden gleich Theater.

Mich haben sie am Flughafen in Frankfurt überhaupt nicht kontrolliert, nur verlangt, dass jeder Tropfen aus meiner Wasserflasche raus musste. Auf meine Frage: „Welchen Sprengstoff, der aussieht wie Wasser kann man denn trinken?“ wussten sie keine Antwort.

Aber dann sah ich, wie ein Kontrolleur Andi ins Vezier genommen hatte. Er musste sich vor allen Leuten ausziehen, genauso wie ein hübsches Mädchen, das sogar seine Schuhe ausziehen musste und vor Angst ganz starr war.

So lustig war es leider nicht:

Mit irrem Blick betrachtete der Kontrolleur jeden einzelnen Geldschein von Andi und behauptete, da könne eine Rasierklinge dazwischen sein. Er meinte im 4 GB Chip für die Kamera könnte ein Zünder sein. Er vermutete ein Sprengmittel im Labellostift.

Ich finde, Leute mit solchen Fantasien sollten nicht unbedingt an diesem Ort hier beschäftigt werden.

Aber ich weiß jetzt, was er gesucht hat:

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