Geht Queen Mom auch ins Fitness – Studio?

Obwohl alles in Sonnenfarben eingerichtet war, war mein erster Eindruck, als ich die zumeist alten Leute an den Geräten und in der Halle sah, dass ich im Krankenhaus gelandet war. Es roch auch sehr nach Krankenhaus. Aber nun hatte ich mich entschlossen durch diese Studie einmal ein Fitnessstudio zu erleben. Irgendetwas muss ja die Leute dort hinein gezogen haben. Das würde ich nun bald erfahren.

Ich erlebte ein Verkaufsgespräch wie aus dem Bilderbuch, bei einer Tasse Kaffee:
Zuerst sollte ich mal in eine Kiste. Weil keine Kiste für mich passte, sollte ich erst mal angepasst werden:

Meine Motivation wurde zuerst abgefragt und dann angezweifelt. Man ginge ja normalerweise nicht in ein Fitnesscentrum weil man gerade mal Zeit hätte, hieß es. Man hat immer einen Hintergrund, wenn man was macht, zum Beispiel dass man gesundheitliche Einschränkungen hätte oder mit sich nicht zufrieden wäre. Über 2000 Leute vor mir kamen ins Fitness Center und kein einziger davon nur weil er gerade mal Zeit hätte, wurde mir gesagt. Aber ich bin eben nicht „Mann“, sondern „Frau“.

Da auf dem Flyer stand, dass 100 untrainierte Testpersonen 5 Wochen lang etwas für Gesundheit und Wohlbefinden tun können, einigten wir uns auf „Wohlbefinden“.

Weil ich bisher nichts geplant habe, habe ich also immer nur faul herum gegammelt. Deshalb wurde nun ein Plan erstellt. In 5 Wochen werde ich keinesfalls zur Muskelfrau, aber ich werde bis dahin wissen, ob ich eine werden will.

Dann gingen wir ins Büro, eine Art Besenkammer mit 2 Stühlen und einem PC um die Teilnehmer- Anmeldung auszufüllen.

Nun wurde mir Honig um den Mund geschmiert und immer mein „Wohlbefinden“ ins Gespräch eingeflochten. Der Weg ist das Ziel. Nun sollte ich angeben was speziell an mir verbessert werden sollte. Eigentlich gar nichts, fand ich. Damit etwas aufs Papier kam einigten wir uns auf die „Kraftverbesserung“.

Dann bekam ich einen Vortrag darüber, welche Muskeln gestärkt werden können. Ich wusste gar nicht, dass es so viele Muskeln gibt. Verbesserung von Ausdauer und Koordination wurden jetzt auch als meine neuen Ziele und Wünsche eingetragen. Nun kam der Abschluss: „Wenn ich die Ziele erreicht habe, will ich sie dann auch halten?“ Na klar (will ich so tanzen können wie die Bodybuilderinnen auf dem Video):

http://dschjotiblog00.blog.de/2012/10/12/dschjoti-fitness-studio-15034322/

Nun kam das Angebot mit den Kosten : Variante A über 1 Jahr und Variante B. doppelt so lang, aber monatlich billiger.

Welche Leistungen enthalten sind, vor Allem natürlich die Kurse, durch die ich obige Eigenschaften erreiche.

Immer mal wieder werden später, wenn man mal für ein oder zwei Jahre angemeldet ist, Anamnesen und Bedarfsanalysen erstellt. Motivation und Trainingserfolg sollen nämlich optimal bleiben. Aus Blutdrucktest, Gewichtsmessung, Körperfettmessung, Muskelfunktionstest und Umfangmessung werden der Trainingsplan und ein Geräteplan erstellt. Den Betreuungsaufwand muss ich natürlich extra bezahlen.

Um 2 Monate von den 12 Monaten gratis zu trainieren wenn ich den erzielten Erfolg bleibend lassen will, muss ich gleich unterschreiben. Nach 2 Wochen zum Zwischentermin, bekomme ich immerhin noch 1 Monat gratis. Nach 5 Wochen keine Ersparnis mehr. Aber ich will jetzt erst mal nur die Studie mitmachen und die kostet für 5 Wochen 49.-€

Für die 5 Wochen bekomme ich Getränke gratis, sofern ich eine besondere Flasche für 10.- € kaufe, weil das Trinken beim Sport sehr wichtig ist.

Chipkarte für 10€ Pfand muss ich nehmen. Sie ist ein Trainingsmedium auf dem der Trainingsplan gespeichert ist, Gewicht etc…

Heute muss ich allerdings allein für meine Fitness sorgen und der Eingangstest (Anamnese) wird erst nächste Woche gemacht. Jetzt weiß ich leider immer noch nicht wie fit oder unfit ich bin.

Auf dem Heimweg heiterte mich der Anblick von Queen Mom auf. Ob sie wohl auch ins Fitnessstudio geht?

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6 Kommentare zu “Geht Queen Mom auch ins Fitness – Studio?

  1. Ohweh….das wäre nichts für mich. Ich mag keine Studios, ist mir zu künstlich, und der Geruch verursacht mir Übelkeit.

    Was mich immer stört ist die Bindung durch den Vertrag, warum kann man nicht einfach hingehen, wenn man Lust hat, zahlt Eintritt und geht wieder nach dem Training?

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  2. Das ist alles eine große Anmache und Abzocke. Aber man kann halt methodisch vorgehen um seine Fitness zu verbessern. Und dass man bezahlen muss zwingt einen dann, auch regelmäßig am Training teilzunehmen. Es sollte nur nicht ein Jahresvertrag sein, sondern monatlich oder zweimonatlich…

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