Butzigagale

Eine gewaltige Energiewolke empfing uns, als wir in die Halle traten. Sie hatten bereits begonnen zu singen, während wir noch um das Gelände kurvten um einen Parkplatz zu ergattern.

Die Halle füllte sich immer mehr und wir freuten uns, dass das Singen so kurz vor Weihnachten noch stattfand.

Einige Teilnehmer saßen in der Mitte und wurden von den anderen, die im großen Kreis standen, besungen und nach einer Weile wechselten sie sich mit anderen ab. Mit den Händen wurde ihnen die Energie, die aus den Herzchakren hervorströmte zugeschoben und alle fühlten sich in diesen Schwingungen sichtlich wohl. Manche saßen, andere bewegten sich im Rhythmus oder tanzten, jeder auf seine ganz besondere Weise.

Wir sangen in den verschiedensten Sprachen. Sogar Sanskrit und Roma wurden uns ganz vertraut beim Rhytmischen Wiederholen der Verse in den verschiedensten Varianten. Jeder sang nach seiner Natur. Selbst ein Vogelchor hätte schöner nicht klingen können.

Nach einer Pause wollten wir noch den Chor anhören, aber wir durften auch hier gleich mitsingen und es war wunderschön:

Ich lernte an diesem Abend endlich das schwäbische Weihnachtslied, es hat sich halt eröffnet:

Es hat sich halt eröffnet das himmlische Tor,
die Engela, die kugelet glei haufaweis hervor,

die Bubela, die Madela,
die schlaget Butzigagela

Bald auf ond bald onder, bald hin und bald her,
bald übersche bald ondersche, die freiand sich alle sehr

die Engela im Himmel, die hent`s jo gar net schwer
die hent so kleine Flügala ond flieget hin ond her

die Engela im Himmel, die singet wunderschön,
dass Sonne, Mond und Sternla verwundert stille stehn.

So konnten wir unsere Seele klingen lassen und uns vom Alltagsstress befreien und tief entspannt den Weihnachtsvorbereitungen entgegensehen.

Werbeanzeigen

8 Kommentare zu “Butzigagale

  1. Interessante Darbietung. Hier noch eine Ergänzung:

    Schwäbisch lernen mit Lina Kälble, Facebook:
    Butzigagele, Burzegägle
    „es hat sich halt eröffnet das himmlische Tor,
    die Engela, die kugelet glei haufaweis hervor,
    die Bubela, die Madela,
    die schlaget Butzigagela….“ (Original: Purzigagalan)

    Quelle: Wolf Henning Petershagen
    im ersten Teil steckt, wie im Purzelbaum, das Verbum purzeln. Dass das -r- verlorengegangen ist könnte daran liegen, dass manche Kinder Schwierigkeiten mit dem -r- haben.
    Was aber bedeutet -gägel? Das ist verwandt mit gagen oder gägen, das etwas mit wanken, schwanken, kippen zu tun hat. Die Erweiterungsform gagele bedeutet…

    …Quelle: Fischers Schwäbisches Wörterbuch
    ein schwindeliges Spiel treiben, rollen mit einem kugelförmigen, walzenförmigen Körper.

    Quelle: Wolf Henning Petershagen
    Das Wort beschreibt also ein rollendes, schwindelerregendes Purzeln, während der Purzelbaum das Purzeln und sich wieder Aufbäuen schildert.

    Purzeln kommt übrigens vom Bürzel, dem Steiß. Da man aber beim Purzeln nicht auf denselben fällt, sondern nach vorn, dürfte das Verbum darauf anspielen, dass dabei – und beim Burzegägle – zuerst einmal das Hinterteil dem himmlischen Tor am nächsten ist.

    Liken

  2. So ein heilsames Mantrasingen finde ich wunderbar. Man spürt die Energie durch sich fließen, und die, die in der Mitte sitzen, die werden richtig „leuchtend“.

    Mit den fremden Sprachen hatte ich nie Probleme, aber das schwäbische würde mir wohl doch Mühe machen :))

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s