HAIKU 俳句

Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform in Symbolsprache, bei der die Natur, in der sich die Seele spiegelt und die damit verbundenen Gefühle beschrieben werden.

Ghost Haiku

Wenn ich die Zither schlage bedeutet das z. B., dass ich mich in Meditation versenke.

Es muss nicht alles streng logisch sein. Das Haiko kommt aus einer Zeit als das analytische Denken noch nicht gefragt war.

Sinneseindrücke, die etwas beim Dichter ausgelöst haben, werden im Haiku wiedergegeben.

Hier habe ich selbst mal probiert einige Haikus zu verfassen:

Wie eine Wurzel,
tief in die Erde dringt,
so hoch fliegt meine Seele.

Ihr wandelbaren Geister,
empfangt die Zaubergesänge,
einer zwischen den Welten Wandelnden.

Das Tor zur Anderswelt öffnet sich.
Ich schwebe zwischen den Welten,
wie eine Schlafwandlerin.

Die Zither schlagend mit trällerndem Gesang,
wandle ich durch den Sommergarten.
Der Vollmond leuchtet mir den Weg.

Feen wiegen sich,
tanzen zwischen den Nebelschwaden,
die das Mondlicht küsst.

Wasser murmelt leise.
Uralte Eichen raunen,
weise Laute wie Runen.

Leider gibt es dabei so viele Regeln zu beachten, dass mein Haiko bestimmt nicht am Kaiserlichen Hof von China angekommen wäre.

Samurai und Zen-Mönche schrieben ihre Todesgedichte oft in dieser Form.

Während des japanischen Ultranationalismus wurde man sogar dafür gefoltert, wenn man nicht alle Regeln einhielt.

Habt Ihr nicht Lust, noch ein paar Haiku- Zeilen hinzu zu fügen?

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10 Kommentare zu “HAIKU 俳句

  1. Wie man so sagt „Fauheit siegt!“ (altbackene Sprüche?). So griff ich kurzerhand wieder zu Arthur Häny’s ´Hölderlins Titanenmythos´ um jenes des Fersfußes zu präsentieren.

    „Werwar es, derzuerst
    Die Liebesbande vererbt,
    Und Stricke von ihnen gemacht hat?

    Gibt es auf Erden ein Mass? Es gibt
    Keines. Nähmlich es hemmen den Donnergang nie die Welten
    Des Schöpfers. (VI, 25)

    alles gemischt
    Ist ordnungslos und wiederkehrt
    Uralte Verwirrung (IV, 180)

    Sinnvoller Weise ein Zitat S.44:

    „…
    Dem Sterblichen geziemet die Scham
    Und so zu reden die meiste Zeit
    Ich weise auch von Göttern. (IV, 184)

    Aus schamlosem Geist wächt das Negative desDichtersauf, „dersheinheilige dichter“, derdie Götternamen nur dekorativ verwendet und heuchelnd allerlei „Pointen“ anbringt, wo immer er sie wirksam glaubt. Ihn geißelt der bittere Hohn:

    Getrost, ihr Götter! zieret ihr doch das Lied,
    Wenn schon aus eurem Namen die Seele schwand,
    Und ist ein großes Wort vonnöten,
    Mutter Natur, so gedenkt man deiner. (III, 5)

    Der scheinheilige Dichter ahmt die Gebärde des wahrhaften Meisters einfach nach, berechnet „schlau“ die zu erzielende Wirkung. …“

    Koans sind das aber nicht.

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  2. Hei ;),

    Nun ja, der Hölderlin war ja mit Goethe und Schiller der dritte im Bunde dieser – der Lyriker, neben den großen Dramatiker und Epiker. Mit dem ´Titanen’Mythos´, eigentlich recht wesentlich auch ´psychologisch´, hat er sich aber leider nen ´psychologischen Happen´ zu viel genommen und ist zwei~ oder dreimal der Klappmsühle entronnen, indem ihn seine Schwägerin (aus NL soweit ich mich erinnere, wie bei Van Gogh) bei sich aufnahm.

    Während sich Goethe und Schiller als solche „immer sehr“ für den ´Dialog´/´Diskurs aussprachen …?, haben sie Hölderlin meist ziemlich fertig gemacht, idS. er hätte kein Maß für den 3-Zeiler „Fersfuß“. Ekkermann gehörte ja auh zu dem ´Dichter und Denker´ Club da.

    Tatsächlich gibt es in dieser Hinsicht auch die Meinung das die alten Lateiner (ausgestorbenes Volk ~400 A.D.), im Unterschied zum neu Latein einie überaus kraftvolle, magisch anmutende Sprache, in einer ´Singssprache´ redeten. Ich habe das aber nur kurz studiert ~ übrigens auch meist mit dem Sprachlehrer des Papstes ~, weil einerseits der Begriff ´Alt Latein´ an sich etwas magisches hat, und auch jener Mohammed der Prophet sich auf den ´Verlust der Altlateinersprache´ bezog.

    Nun ja, in der katholischen Liturgie wird ja eigentlich auch immer noch ´sprachgesungen´ oder so, find ich mehr oder minder witzig „… Oh hohooo, du mein Wüthühüterich!“

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  3. Da ist also wieder ein Konkurrent, den sie loswerden wollten. So einfach ist das.

    Die Sprachgesänge dringen bis tief ins Unbewusste ein. Deshalb werden sie ja auch so gerne in der Werbung verwendet.

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  4. Nun ja, ist hier nicht ganz der Platz für eine Analyse dessen. Aber- als ich damals den Lehrplan für ´Handwerkberuf: Maurer´ schrieb (vor ~45 Jahren, natürlich von den alten neu-reformiert), habe ich tatsächlich Hölderlin mehr als ´idealistische Leitlinie´ genommen, als Goethe oder Schiller. Für den ´mechanische Bearbeitung´ Plan für eine kgl. mili. Ausbildung + Uni. in den VAE hatte ich Al Gazali genommen.

    Auf S.17 ´Die Werkstatt der deutschen Klassik~´ von Karl Troggenburger, steht:

    „… Denn solange sich die Künstler nicht zusammenschlossen, war auch die Anarchie des Geschmacks nicht zu beseitigen. So nimmt sich Schiller des jungen Hölderlins anfänglich etwas an:

    „Ich würde ihn nicht aufgeben, wenn ich nur eine Möglichkeit wüßte, ihn aus seiner eigenen Gesellschaft zu bringen und einen wohltägtigen und fortdauernden Einfluß von aussen zu öffnen… er ist in Sachen des Geschmacks und der Poesie bloss auf auf sich selber eingeschränkt und wird in dieser Lage immer mehr in sich selbst hineingetrieben“ (Sch. 30.6.97)

    Die Bekanntschaft mit Jean Paul veranlaßt Goethe, ähnliche Gründe für die wunderlichen Ausgeburten dieses Dichters zu vermuten:

    „es ist wirklich schade für den Menschen, erscheint sehr isoliert zu leben und kann deswegen bei manchen guten Partien seiner Individualität nicht zu Reinigung seines Geschmacks kommen. Es scheint leider, dass er selbst die beste Gesellschaft ist, mit der er umgeht“ (G. 18.6.1795)

    … so in etwas der Tonus. Und so wird er auch von der ´Kunstschule´ ausgeklammert.

    ahhhh, in der Werbung! 😉 ~ Liturgie. Mit Krebsgang der Kontrabässe ~ für das Unbewußte.

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