Die Göttin in ihrer vielfältigen Gestalt

Höhle der Göttin

Von Lautern aus wanderte der  Rosenstein unter mir entlang und ich konnte  wieder jede Menge Schilderwälder bewundern, die an die Bäume genagelt waren. Die Aussicht war wegen des leichten Nebels wundersam sanft.

Trotzdem pfiff an diesem Tag der Wind tremoloartig durch die bizarren Bäume und fegte unzählige  Blätter auf die Erde hinab. In einer riesigen Harfe aus Ästen tanzten die gunguruberingten Naturgeister herum und ließen sie geheimnisvoll erklingen.

Oben auf dem Berg waren schon besonders viele Buchenblätter von den Bäumen gefallen und so konnte ich auf einem Teppich rostroter Blätter dahin schreiten. Wundersame Pilze zierten die Gehölze.

Beim Rosenstein kam  ich an einen steilen Weg mit einem Geländer zu der Höhle  dem Namen „Große Scheuer“.

Die schwarze Göttin nahm mich fräundlich in der Form der  Höhle auf.  Sie war riesig und das Licht kam wie durch einen Tunnel hereinspaziert. In der Bronzezeit war sie bewohnt und ich konnte eine Atmosphäre der Geborgenheit wahrnehmen.  Nicht weit entfernt von der  Großen Scheuer steht seit  chthonischen Zeiten die Steinerne Agnes. Der Name bedeutet: „rein, geheiligt, geweiht“. Warum sie wohl versteinerte?

Der höchste Punkt auf dem Rosenstein heißt „Rotenstein und gehört somit der roten Göttin. Im Orient war übrigens die rote Rose die »Blume der Göttin«.

https://www.youtube.com/watch?v=e-bcJuzRt3U

Ich sah, wie sich Gräser auf der Wiese aneinander freundlich zuneitgen und sich ein heiliger Ring um einen uralten Baum legte.

In Lauterburg kehrte ich in die Dorfkirche ein, traf ein paar ängstliche Enten beim Dorfteich und lief dann durch ein Skigebiet, in dem die Naturgeister ihre Kreativität an den Skiliften austobten, weiter.

Meine Seele wanderte  frei wie der Wind weiter über die Erde zum Remsursprung, einer Quelle, aus der das Wasser der Rems aus der Unterwelt wieder ans Licht tritt und so aus der Erde geboren wird. Hier ist trotz der Straße, die nicht weit entfernt ist, das Plätschern des Wassers gut zu hören. Das Wasser im Bächlein nahm Strukturen an und das darauf fallende Licht zeigte die Formen sagenhafter Wesen aus Urzeiten.

Eine Fluss- und Quellgöttin wartet hier mit Fischen und anderen Wassertieren in einem quadratischen Stein eingesperrt, auf Erlösung.

Ich sog die feinen Energien der Umgebung in mich ein und schickte sie in gebündelter Form wieder hinaus. So begann ich ganz in die Umgebung hinein zu sinken und in die Elemente einzudringen und Neues zu erfahren. Mein Geist erhob sich in die Lüfte, befreit von der Schwere des Alltags.

Die Geräusche der Naturgeister mit ihren Tierstimmen, Seufzern, Murmeln und den verführerischen Chören brachten Klänge hervor, die die Harmonie der Sphären entfesselten. Das unstete An- und Abschwellen der Melodien und der wendelförmige magische Raumklang wirkten sich beruhigend auf mich aus. So war ich nicht erstaunt, als sich aus der Statue eine liebliche Gestalt löste, die der der persischen Fruchtbarkeits- und  Wassergöttin Anahita glich, deren goldene Statue einst die römischen Soldaten zerstörten. Sie hat jetzt wohl hier am Remsursprung Asyl gefunden.

Auf dem Bild auf der Tafel war eine Abbildung der fruchtbaren roten  Göttin zu sehen, die wohl früher hier stand. Ob die wohl einer geklaut hat?

https://www.youtube.com/watch?v=u6zbfQUuNA8

Durch bunte Streuobstwiesen und Wälder lief ich nach der mystischen Verwandlung transformiert wieder zurück nach Lautern, wo mir die Göttin in Gestalt von unzähligen roten Rosen und Quitten, dem Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit und Glück, fräundlich nachwinkte.

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6 Kommentare zu “Die Göttin in ihrer vielfältigen Gestalt

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