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Dschjoti im Schattenreich der Nebelhöhle

Schattenreich der Nebelhöhle

Schaurig schöne Gestalten bewohnen die Nebelhöhle.

Die Geister zeigen sich sie aber nur, wenn ich alleine in der Höhle bin, also dann wenn die anderen hindurch gerannt sind und sich schon wieder am Ausgang befinden.

Ich werde nun ganz ruhig und tauche tief hinein ins Unterbewusste.

Nebel rückwärts gelesen bedeutet Leben und das findet hier auch statt.

Ich sehe sie, die Gestalten aus Schatten, Stalagtiten und Stalagmiten um mich herum und fühle mich in dieser Mondlandschaft mitten unter ihnen. Manche sind gruselig und vollführen archaische Riten. Andere wiederum kommen zutraulich daher und wollen mit aufs Video:

https://www.youtube.com/watch?v=0nxhUeZr8O8&feature=youtu.be

 

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Warum jetzt jeder Angelikas Namen weiß

Stuhlkreis xxx

Wir saßen im Kreis und stellten uns mit Namen vor. Aber wer wusste danach noch die Namen der vielen Teilnehmer? Angelika war zwar ein gewöhnlicher Vorname aber welcher Name gehörte zu welchem Gesicht?

Jedem war es dann irgendwie peinlich, immer wieder nachzufragen.

Dann probierten wir es anders. Wir überlegten zu jedem Namen ein Adjektiv und siehe da, doppelt so viele Wörter ließen sich viel einfacher merken.

Hier ist mal eine Liste mit Beispielen, die vor allem gut brauchbar ist, falls einem plötzlich nichts einfällt:

Atemberaubende Angelika

Bezaubernde Berta

Charmante Charlotte

Denkwürdiger Dagobert

Elegante Elvira

Fleissiger Felix

Glücklicher Günther

Herzallerliebste Herta

Intelligente Inge

Junger Johannes

Kreativer Konrad

Liebliche Lieselotte

Mutige Monika

Nette Nele

Ordentlicher Oliver

Phantastischer Paul

Romantischer Robert

Stattliche Stefanie

Toleranter Thomas

Ulkiger Ulrich

Verliebter Valentin

Wunderbare Waltraud

Wenn ihr dann noch die Namen fleißig benützt, landen sie dann auch bald im Langzeitgedächtnis. Außerdem habt Ihr bestimmt anstatt einer steilen Furche des Nachdenkens auf der Stirn, ein Lächeln im Gesicht, wenn ihr die atemberaubende Angelika begrüßt.

 

 

 

Dschjoti tanzt Nagada Sang Dhol

R u L auf Schlossplatz Stuttgart

Ich lege das Video von Ram und Leela ein und bin ganz überrascht, die beiden auf dem kleinen Schlossplatz in Stuttgart herumlaufen zu sehen. Eigentlich dachte ich, dass der Film in Bollywood gedreht wurde. ..

Nach einer Weile merkte ich aber doch, dass ich nur einen falschen Knopf der Fernbedienung gedrückt hatte, der den Film mit Landesnachrichten vermixt hatte.

Aber auch ohne diesen Knopf spielt der Film sich in mehreren Ebenen ab. Oberflächlich betrachtet geht es um die Rivalität zweier Clans in dem Romeo und Julia sich ineinander verlieben.

Dann schweift Leela ab in die Welt des 2 Millionen Jahre alten Ramayanas, des großen Sanskritepos, in der sie Sita, die Gefährtin des Gottes Ramas ist und sich in einen Garten mit Pfauen befindet, die einander ein Leben lang treu verbunden sind. Während Rama im Wald im Exil lebt, wird Sita vom Dämonenkönig Ravana nach Sri Lanka entführt. Nachdem Rama sie befreit hat, glaubt Rama Gerüchten über ihre Untreue und verbannt sie wieder in den Wald. Sita bricht es das Herz und sie geht in die Erde hinab. Gott Rama fährt reumütig in den Himmel auf.

Im Film wird viel getanzt und besonders fasziniert mich der Tanz Nagada Sang Dhol, mit den ausgelassenen Sprüngen und schnellen Drehungen, die ich unbedingt lernen wollte.

https://www.youtube.com/watch?v=vK5E_aeBGYA

Besondere Bedeutung haben auch die Mudras, die Fingerhaltungen. Siehe https://dschjoti.wordpress.com/2013/02/22/mudras-goettern-sprechen-15559236/

Manchmal ließen sich die schnellen Bewegungen, vor allem wenn die Trommelschläge ausgeführt werden mussten, nur mit der Faust ausüben.

Mit dem Rhythmus der Trommeln und unserem wirbelnden Tanz begann die Reise in unser Inneres. Durch das Singen, Händeklatschen und Stampfen mit den Füßen gerieten wir in eine heilsame Trance.

Da wir uns beim Üben viel die eigene Achse drehten und so unsere innere Energie sammelten, konnte sich in uns eine innere Ruhe entfalten und sich meine Wahrnehmung von Zeit- und Raum veränderte sich stark. Ich erinnerte mich währenddessen an längst Vergessenes und konnte dies nun von einer anderen Perspektive aus sehen. Ich fühlte mich voller Energie, obwohl der Schweiß nur so an mir herunter rannte.

Wir orientierten uns im Raum nicht mit den Augen, die teilweise geschlossen blieben, sondern mit den Füßen, damit uns nicht schwindelig wurde bei dem ganzen Herumgewirble. So konnten wir uns öffnen für den mystischen Zustand des Rasa Lila, des Göttliche Spiels.

Siehe https://dschjoti.wordpress.com/tag/rasa-lila/

 

 

Dschjoti tanzt den Paso Doble

Bolero 2

Der aus Spanien stammende folkloristische Tanz zeigt einen Stierkampf, die Corrida, in der der Mann führt, indem er die Rolle des Torreros tanzt und sein Becken weit nach vorne schiebt um seine Tapferkeit auszudrücken. Die Tänzerin darf ihre Rolle wechseln zwischen Stier, Tuch und Flamencotänzerin.

https://www.youtube.com/watch?v=Cq356dUd_qo

Bei diesem Tanz lernte ich, wie sich ein Stier, der stark mit seinem Körper verbunden ist, in der Arena fühlen kann.

Besser gefiel mir natürlich die Rolle der rassigen Flamencotänzerin, ich die ich hinein schlüpfen durfte, nachdem ich zuerst mit dem roten Tuch, der Capa geübt hatte.

Zuerst nahm ich den Rhythmus auf und unterließ es mit dem Fuß zu stapfen, damit ich nicht so viel Staub aufwirble, dass ich den Matador nicht mehr beobachten kann.

Im Doppelschritt, dem Paso Doble tanzte ich sodann mit all meinen angespannten Körperteilen, als Schatten des Matadors jedoch als gleichwertige Tänzerin stolz und stark durch den Raum.

Die ganze Zeit waren meine oberen Bauchmuskeln angespannt. Die Füße bewegte ich  8 mal auf und ab und dann ließ ich mich kurz nach unten fallen um dann wieder mit voller Geschwindigkeit durch die Arena zu wirbeln.

Sobald der Matador seine Attacke durch eine höhere Körperhaltung in meine Richtung ausführte, spürte ich immer mehr, wie ich mich bewegen und wann ich meine Schritte beschleunigen musste. Ob ich allerdings ausführte, was er bestimmte blieb ja schließlich mir überlassen.

Nach einiger Übung fügte ich sowohl anmutige und zackige Armbewegungen ein als auch Cha cha Cha- oder Kreuz- Schritte sowie Drehungen und dann kombinierte ich die Tanzfiguren miteinander.

https://www.youtube.com/watch?v=1kaDhTE4lVo

Ich bin schon gespannt, wie ich mich morgen fühle, wenn der Muskelkater mich attackiert….

 

Eine Party in die Kindheit

Kindheitserinnerungen

Neulich war ich auf einer Party die uns schnurstracks die Vergangenheit katapultierte.

Es waren bunte Tütchen, die verteilt wurden und von deren Inhalt wir in höchste Verzückung gerieten.

Ganz plötzlich öffneten sich wieder die Schubladen unserer Erinnerung, die bereits seit Jahrzehnten verschlossen waren. Erinnerungen an die früheste Kindheit stiegen empor und so erschienen uns die Schleckereien irgendwie etwas kleiner als früher…

Wir wurden wieder zu Kindern, behängten uns mit Candy Necklaces, steckten Lakritz Pfeifen und Kirschen Lutscher in den Mund und träumten von den Tante Emma Läden mit den vielen bunten Zuckerwaren.

Wir bliesen riesige Kaugummiblasen auf und diskutierten darüber, wie es am besten gelingt und erinnerten uns an Liebesperlen, Esspapier, Kuhbonbons und Vieles mehr.

Erfreulich finde ich auch, dass  das alles noch im Internet bestellt werden kann.

Was hat Euch denn damals alles so geschmeckt?

 

 

Ein fantastischer Henna- Abend

Indian hands

Ich war eingeladen zu einem türkischen Henna Abend Kina gecesi und wurde mit einem Likörgläschen pink- roten Hustensaft empfangen. Jedenfalls sieht das Getränk so aus und schmeckt auch so lecker. Als Kind war ich ganz wild danach. Es wurde mir versichert, dass kein Alkohol drin ist und auch sonst gab es keinen. Es wurde auch so geweint und gelacht.

Ich durfte in der 1. Reihe sitzen und konnte so alles gut sehen. Die ersten Frauen tanzten schon, manche hochmodern und freizügig angezogen, die anderen vermümmelt wie im tiefsten Winter. Die Männer waren in einen Nebenraum verbannt worden.

Dieses Fest gehört zu den ältesten Hochzeitstraditionen in der Türkei. Die Braut verabschiedet sich von ihrem Leben als junges Mädchen und von ihrem Elternhaus. Die Großmutter wurde sehr verehrt, teilweise sogar durch Handküsse.

Anfangs tanzte noch jede für sich, doch schon bald bildeten sich Grüppchen.

Langsam verschmolzen die Frauen und Kinder auf der Tanzfläche zu einem atmenden und pulsierenden Wesen, in das auch ich schließlich eintauchte. In dieser archaischen Welt dominierten nicht mehr Sprache und Denken, sondern es tanzten die die Gefühle. Die Energie floss durch mich hindurch und ließ meine Chakren immer schneller drehen, so dass mir ganz warm wurde und ich abwechselnd schwitzte und abkühlte.

Im Kreis wurde im Gleichschritt gestampft in immer schnellerem Takt. Ich wunderte mich, wie das mit den schwindelnd hohen Absätzen möglich war. Der Rhythmus wurde immer schneller und steigerte sich zur Ekstase. Durch das Stampfen erdeten sich die Tänzerinnen, damit sie nicht so leicht in Trance fielen.

Die Braut war immer beschäftigt. Sie musste lächeln, small talk machen, tanzen, trommeln, mit einer Bauchtänzerin tanzen, sich mit den Gästen auf dem Thron fotografieren lassen, den Hochzeitskuchen anschneiden…

Und Die Braut musste während der melancholischen Zeremonie auch weinen. Deshalb trug sie ein rotes Seidentuch über dem Kopf. Die Gäste bildeten einen Kreis um die Braut. Als sie sich von ihren Verwandten, besonders ihrer Mutter verabschiedete, mussten auch manche der Mitfeiernden weinen. Die traurige Musik, die vom Abschied und der Trauer darüber handelte, trug ihren Teil dazu bei. Es war ein äußerst magischer und emotionaler Moment. Ich fühlte mich wie elektrisiert, als ob Strom durch mich hindurchfließt.

Die Hände der Braut waren rot, mit im Paradies gewachsenem, glückbringendem Henna gefärbt und steckten deshalb in Handschuhen. Erst als die Schwiegermutter ihr ein Goldstück schenket, öffnete sie wieder ihre Hände. Auch die Gäste bekamen ihre Handflächen bemalt, wenn sie es wollten.

https://www.youtube.com/watch?v=8lkKTGvqhUI&feature=youtu.be

Anschließend wurde wieder ausgelassen gefeiert. Die Braut schnitt den Hochzeitskuchen an und es wurde wieder gegessen und gefeiert…

Ekstase und Meditation mit den Drehenden Derwischen

drehende Derwische 1

Eine asketisch-mystische Strömung des Islam, inspirierte große Dichter und brachte die Sufis hervor, deren Ziel die Vereinigung mit Gott ist. Dieses erreichen sie durch stete Verwandlung. Das Geheimnis der steten Verwandlung ist die Liebe.

Diese Gottsucher trugen ein grobes wollenes Gewand. Suf heißt auf arabisch Wolle.

Verschiedene Möglichkeiten wurden entwickelt um sich ganz auf Gott zu konzentrieren und nicht mit seinen Gedanken abzuschweifen:

die wiederholte Nennung des Namen Gottes, Musik, Tanz und Gesang

Natürlich waren die asketischen Sufis für manche Herrscher unbequem, wurden getötet und dann zu Märtyrern. Deshalb bildeten sich Geheimbünde und sie vermittelten ihre Lehre nur noch an Eingeweihte.

Allerdings öffneten sie sich auch für Andersgläubige, wie die türkische Mevlevi- Bruderschaft, der die tanzenden Derwische angehören, die sich um die eigene Achse drehen.

https://www.youtube.com/watch?v=BshplPcp2aU&feature=youtu.be

Ich muss zum Glück nicht nach Mekka fahren, sondern kann die Pilgerreise auch in meinem Wohnzimmer antreten, wenn alle anderen jetzt in die Ferien fahren…