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Bei der Teufelsmauer im Schwäbischen Wald

Baumgeist

Die Teufelsmauer, auch Limes genannt, verlief bei Lorch 80 Kilometer schnurgerade von Norden nach Süden. Sie wurde auch Heidenmauer genannt weil sie vor den bösen Heiden schützen sollte.

Die gefährlichen dichten Wälder und unzugänglichen Gegenden östlich des Rheins wurden von den Römern als nicht einnehmbar eingestuft. Dort wohnten dunkle Dämonen und sündhafte Fabelwesen.

Bei den Germanen liefen nämlich die Götter frei in der Natur herum, wohnten in Bäumen, spielten in heiligen Hainen an Quellen mit Elfen, Elben Riesen und Nixen.

In den Bäumen verehrten die Germanen ihre Götter und brachten ihnen Opfergaben. Die Linde war der Liebesgöttin Freya geweiht, die Eiche dem Donnergott Donar.

Die 3 Nornen sitzen gerne am Fuße der Esche Yggdrasil, der Himmel, Erde und die Unterwelt miteinander verbindet. Unter seinen Wurzeln wacht der alte weise Riese Mimir über die Brunnen, deren Wasser Erkenntnis über das Sein schenkt.

Hels Reich der Unterwelt wird vom Höllenhund Garm bewacht.

DONAR, der Gott des Ackerbaus, fährt blitzeschleudernd mit seinem von Ziegenböcken gezogenen donnernden Wagen über den Himmel.

Odin, der schreckliche Wind- und Totengott, der sich nur von Met ernährt, hat in seiner Wut zahlreiche Bäume umgeknickt. Er ist ein alter graubärtiger Schamane, der ein Auge für den Runenzauber opferte und sich im Baum aufhängte, um seine Seele durch Qualen zwang seinen Leib zu verlassen. Er trägt einen Speer und wird von zwei Wölfen und zwei Raben, Gedanke und Erinnerung genannt, begleitet, die ihm alles was auf der Welt geschieht, berichten.

https://www.youtube.com/watch?v=isM8xXHL-bI&feature=youtu.be

Die Teufelsmauer gegen die Germanenflut hat nicht viel genützt und die sündhaften Fabelwesen treiben immer noch ihr munteres Spiel…

 

 

Ist der Friedwald eine Alternative zum normalen Friedhof?

friedwald

Was man heute nicht alles Kaufen kann! Zum Beispiel einen Bestattungsplatz mitten im Wald, ganz einfach per Katalog.

Den Eingang finde ich mit meinem Navi. Dort befinden sich Broschüren mit Preisen

für Einzel-, Doppel-, oder Mehrgräber mit dicken oder dünnen Bäumen je nach Geldbeutel, wie im Hotel. Je länger man bleibt, desto mehr kostet das Grab. Es kann bis zu 99 Jahre gemietet werden.

Babys werden übrigens unter dem kostenlosen Sternschnuppenbaum begraben.

Für immer im Grünen? Von wegen! Heute war es eisig kalt dort. Das weiße Gewand des Winters hatte sich über die Erde gelegt. Oder besser: über die Asche der Verstorbenen, die sich in Bio- Urnen befindet.

An manchen Bäumen hängen Täfelchen mit Sprüchen und manchmal auch Namen.

Wenn ich mich mal dazu entschließe sollte, meine Asche hier in die Baumwurzeln bringen zu lassen, darf ich sogar „Dschjoti“ auf das Schild schreiben, was ich auf einem normalen Friedhof bestimmt nicht darf und diejenigen, die leise in den Schnee: “ diese hab ich auch gekannt“ schreiben wollen, werden mich dann über GPS- Koordinaten finden, sofern die Urne nicht auf dem Weg vom Krematorium zum Friedwald verlorengegangen ist. Sowas soll ja vorkommen, vor allem, wenn der Postbote die Pakete einfach irgendwo abstellt, weil keiner da ist.

https://www.youtube.com/watch?v=pqgjCmB-1hc&feature=youtu.be

Am besten finde ich, dass es hier im Wald ein WC-Häuschen gibt. Die Verantwortlichen haben wirklich auch an die Lebenden gedacht.

 

 

 

Schneespaziergang

schneespaziergang

Nachdem ich heute früh schon mehrmals Schnee schippen musste, war ich heute Morgen nicht so gut auf den Winter  zu sprechen, zumal mein Nachbar wieder vor mir draußen war und überall auf dem Gehweg seine Eisspuren hinterlassen hatte, die ich nicht mehr wegbekam, weil sie festgefroren waren. Außerdem waren seit gestern ständig Schneegestöber vorhergesagt.

Nachmittags grinste die Sonne zu den Fenstern herein und da ich ihr Angebot nicht ablehnen konnte herauszukommen, machte ich mich auf zu einem Schneespaziergang. Es war nicht mehr so kalt und der Wind war auch nicht mehr da. Unter meinen Füßen knirschte der Schnee so schön und ich war ganz verzaubert von der weißen glitzernden Winterlandschaft.

Es waren nur wenige Leute unterwegs, hauptsächlich welche mit Kindern, die Schlitten fuhren. Ob die anderen wohl alle mit Grippe im Bett liegen?

Die Naturgeister trieben wieder ihre Spielchen und so konnte ich sie gut fotografieren.

https://www.youtube.com/watch?v=8Xw_ipSloUo&feature=youtu.be

Als ich zurück nach Hause kam, wurde ich schon sehnsüchtig von einer Amsel erwartet. Sie wollte Futter. Das von morgens war schon aufgefressen, jedenfalls die besten Stücke davon.

 

 

Bei den Zombis in Stuttgart

johanneskirche-stgt

Morgens weckten mich die Frostgeister schon zeitig. Es war klirrend kalt draußen und ich zog mich warm an, damit sie mir nichts anhaben konnten.

Aber nicht sie waren mir fremd, sondern die Zombis, die mir auf der Fahrt und in Stuttgart begegneten und hingebungsvoll auf ihre Smartphones starrten.

Andere führten ihre Hunde, Kinder und Frauen aus, während sie nebenher mit ihren Handys telefonierten.

Bei meiner Freundin zuhause saß ebenfalls ein Zombi am PC und ballerte im PC mit einem Gewehr durch die Gänge, so dass mir die Ereignisse in Winnenden wieder in Erinnerung kamen und ich richtig Angst bekam. Zum Glück war dieser Zombi dann beim Kaffeetrinken richtig nett, so dass sich meine Gänsehaut wieder glätten konnte.

Am Feuersee konnte man Elektoautos und – Fahrräder ausleihen. Aber mir war es zu kalt um mich durch die ellenlangen Infos durchzuklicken um mich anzumelden usw. Ich habe auch keine anderen gesehen, die das wollten.

Auf der Königstrasse kamen mir dann unglaublich viele handysüchtige Zombis entgegen.

Ob wohl schon Personen mit der berüchtigten Datenbrille herumlaufen?

https://www.youtube.com/watch?v=wj08gj5LY_g

Zuletzt war ich jedenfalls froh, wieder im Zug zu sitzen. Aber dort nervten dann die Handytelefonierer sowie einige Jugendliche, die versuchten dem ganzen Irrsinn mit Alkohol zu entfliehen.

https://www.youtube.com/watch?v=F-7k8adRkQU&feature=youtu.be

Zuhause war ich dann wieder von den Eis- und Schneegeistern umgeben und durfte erst mal Schnee schaufeln.

Nun warte ich auf den Frühling.

Will ich, dass ich ein Huhn wäre?

weidehuhnerstalle

Auf meinem letzten Spaziergang über die winterlich verschneiten Felder wunderte ich mich über die Pommesbuden, die überall in der Landschaft herum standen. Beim näheren Hinsehen stellte sich heraus, dass in den mobilen Buden lauter Hühner gackerten. Es waren mobile Hühnerställe, die da auf der Weide standen. Manche hatten sogar Solardächer oben drauf.

https://www.youtube.com/watch?v=p2C3jWd0h30&feature=youtu.be

Bei den nahegelegenen Bauernhöfen konnte ich mir dann am Eierautomat die Eier der Weidehühner kaufen. Zuhause kochte ich sie dann zusammen mit meiner Eieruhr, bis dieses sogenannte Piepei bei der richtigen Härte „ICH WOLLT‘ ICH WÄR‘ EIN HUHN“ spielte.

https://www.youtube.com/watch?v=1zatzMwnNJQ

Danach war ich wieder fröhlicher.

 

Im Adventswald in Rudersberg

adventswald

Ich kam mir vor wie in einem Märchenwald, als ich in Rudersberg den Weihnachtsmarkt besuchte. Plötzlich war ich von riesigen dicht stehenden Tannen umringt und wäre mir winzig klein vorgekommen, wenn nicht die Buden und Stände, sowie die Menschen darin und davor, genauso klein gewesen wären wie ich. Dafür waren es aber umso mehr, die sich mit den angebotenen Leckereien vollstopften.

Vor lauter Menschen und Bäumen fand ich zuerst gar nicht die Buden mit dem Kunsthandwerk, aber mit der Zeit wurde ich ganz einfach von der Menschenmasse dort hin geschoben und konnte mich am vielfältigen Angebot erfreuen.

In der Johanneskirche konnte ich mich ein wenig von dem Trubel erholen. Dort spielte eine beruhigende Musik aus dem Lautsprecher und ich konnte schöne Schnitzwerke und eine etwas andere Weihnachtskrippe bestaunen.

https://www.youtube.com/watch?v=Kl_IO0COi18&feature=youtu.be

Schade, dass ich nicht am Sonntag dort war, dann fährt nämlich der historische Dampfzug zwischen Welzheim, Rudersberg und Schorndorf zum Adventswald. Da wäre ich gerne mitgefahren…

Alleine

anderwelt

Heute, an Totensonntag floh ich aus meiner zerstörten Welt in die Anderwelt um dort nach meinen verlorenen Seelenanteilen zu suchen:

https://www.youtube.com/watch?v=Cj8k4Pb4DbQ

Aber ich konnte sie nicht finden…

Ein kleines Mädchen, welches ich hören, aber nicht sehen konnte, malte mir „weil ich so alleine bin“ mit bunten Farben eine neue Welt mit Schutzgeistern, die über mich wachen sollen, bis der große Kreis wieder von vorne beginnt.