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Bei der Teufelsmauer im Schwäbischen Wald

Baumgeist

Die Teufelsmauer, auch Limes genannt, verlief bei Lorch 80 Kilometer schnurgerade von Norden nach Süden. Sie wurde auch Heidenmauer genannt weil sie vor den bösen Heiden schützen sollte.

Die gefährlichen dichten Wälder und unzugänglichen Gegenden östlich des Rheins wurden von den Römern als nicht einnehmbar eingestuft. Dort wohnten dunkle Dämonen und sündhafte Fabelwesen.

Bei den Germanen liefen nämlich die Götter frei in der Natur herum, wohnten in Bäumen, spielten in heiligen Hainen an Quellen mit Elfen, Elben Riesen und Nixen.

In den Bäumen verehrten die Germanen ihre Götter und brachten ihnen Opfergaben. Die Linde war der Liebesgöttin Freya geweiht, die Eiche dem Donnergott Donar.

Die 3 Nornen sitzen gerne am Fuße der Esche Yggdrasil, der Himmel, Erde und die Unterwelt miteinander verbindet. Unter seinen Wurzeln wacht der alte weise Riese Mimir über die Brunnen, deren Wasser Erkenntnis über das Sein schenkt.

Hels Reich der Unterwelt wird vom Höllenhund Garm bewacht.

DONAR, der Gott des Ackerbaus, fährt blitzeschleudernd mit seinem von Ziegenböcken gezogenen donnernden Wagen über den Himmel.

Odin, der schreckliche Wind- und Totengott, der sich nur von Met ernährt, hat in seiner Wut zahlreiche Bäume umgeknickt. Er ist ein alter graubärtiger Schamane, der ein Auge für den Runenzauber opferte und sich im Baum aufhängte, um seine Seele durch Qualen zwang seinen Leib zu verlassen. Er trägt einen Speer und wird von zwei Wölfen und zwei Raben, Gedanke und Erinnerung genannt, begleitet, die ihm alles was auf der Welt geschieht, berichten.

https://www.youtube.com/watch?v=isM8xXHL-bI&feature=youtu.be

Die Teufelsmauer gegen die Germanenflut hat nicht viel genützt und die sündhaften Fabelwesen treiben immer noch ihr munteres Spiel…

 

 

Reise in die Gefilde der Binsen

2017-02-24-10-08-33

Im Hintergrund tönte die Kristallklangschale und als langsam der Ton anzuschwellen begann, stimmten die anderen ihre Vokalgesänge an, wie die Priester im alten Ägypten um die Energiezentren zu aktivieren.

Orangerot leuchtet der Himmel hinter dem Hügel mit den blätterlosen Büschen. Ich will schnell hinaufsteigen um von dort oben hinunter auf die andere Seit zu schauen. Als es soweit ist, sehe ich im orangeroten Lichtschein eine Stadt am Meer unter mit liegen. Es ist Mısır, das alte Kairo.

Ich fahre in der Nacht aufrecht sitzend rückwärts auf einer Totenbarke ins Totenreich der Ägypter, an Tut Anch Amun und vielen anderen vorbei. Die Wände sind voller lebendiger farbiger Malereien. Ein etwas unheimliches Gefühl stellt sich ein, in diesem Schattenreich der Toten und Dämonen. Wundersame Töne in nie vorher gehörten Melodien begleiten mich auf meiner Reise ins Innere.

Hier, auf dieser interessanten Reise durch die Unterwelt, kann es sehr gefährlich werden. Sie ist voller Hindernisse, Fallen und Dämonen. Wenn ich Ihre Namen nicht kenne, lassen sie mich nicht vorbei. Die gefährlichen Feuerseen haben schon zahlreiche Tote verbrannt. Und dann wird auch noch mein Herz gegen die Feder der Maat aufgewogen und vielleicht von der Fresserin verzehrt, weil ich mich nicht von meinen Sünden loslösen konnte. „Unschuld“ bestimmt nämlich auch hier nicht das das Urteil der Götter.

https://www.youtube.com/watch?v=nWZb2mcHd84&feature=youtu.be

Als mir das allesbewusst wurde und auch dass ich überhaupt nicht weiß, welche Zaubersprüche aus dem Totenbuch ich sprechen muss, wenn ich zu den Wächtern komme, entschied ich mich, diese betönende Reise in die Gefilde der Binsen ( das Reich der Götter)unverzüglich zu beenden.

Das verzauberte Land um Bad Boll

Alte A8 verzaubert

Ich wanderte zu Ferienbeginn durch das gut beschilderte Labyrinth am Albtrauf und schaute zu, wie sich die Blechlawinen über die A8 ergossen.

Die Naturgeister geleiteten mich mit ihren Gesängen und so wie sie mit Worten zauberten, so taten sie dies auch mit allem um mich herum, bis ich nur noch mit ihren Augen die Wunder der Natur wahrnahm.

Beim Deutschen Haus rastete ich an einem wunderschönen Teich.

Oben auf dem Kornberg angekommen, suchte ich die sagenhafte Bertaburg. Ich konnte dort weder eine Ruine, noch Mauerreste sehen. „Deshalb heißt diese Behausung Burgstall“, meinte die plötzlich auftauchende Tante vom Kaiser Barbarossa.

Als Witwe war Berta nach Boll gezogen um dort auf dem Kornberg, oberhalb von Bad Boll in ihrer Bertaburg zu wohnen.

Sie gründete den Chorherrenstift und die romanische Stiftskirche in Boll, in der sie begraben wurde.

Berta verriet mir, dass sie jahrelang Mehl und Brot, das sogenannte Bertamahl, an die Boller gestiftet hatte und dann von ihnen so lange verehrt wurde, bis ihre Gebeine zu leuchten begannen. Seither besitzt die Gräfin Berta von Ravenstein und von Boll auch noch den Heiligentitel. Kein Wunder, da sich ihr Name vom althochdeutschen Wort „berath“ ableitet, das glänzend und strahlend bedeutet, genauso wie das keltische Wort belos.

Bei der 200 Jahre alten Silberpappel schien mir der keltische Gott Belenos, des Lichtes und der Heilung in dieser verzauberten Gegend auch noch stark präsent zu sein. Damit ihm niemand zu nahe tritt, war ein Eichenzaun drum herum errichtet worden.

 

Von der Boller Heide aus lassen sich übrigens wunderschöne Sonnenuntergänge beobachten.

Die Naturgeister in den Offenen Gärten

0907_acanthus

Da ich keine Lust hatte, den Sonntag ins Wasser fallen zu lassen, hatte ich heute die Gelegenheit ergriffen um durch Privatgärten zu bummeln und zu schauen, wie es in anderen Gärten ausschaut:

https://www.youtube.com/watch?v=sqE0Um6au60&feature=youtu.be

Natürlich fand ich jede Menge Quell- und Wassernymphen. Bei dem Nieselwetter, wo ab und zu die Sonne hervor lugte, hatten sie richtig Spass.

Nur die Pflanze Akanthus erzählte ihre traurige Geschichte, dass sie einst als sie noch die Nymphe Acantha war, dem liebestollen Apoll sein Antlitz zerkratzte, als er sie vergewaltigen wollte. Aus lauter Wut verzauberte er sie in die Pflanze, die die Künstler seit der Antike überall auf den Kunstwerken und Säulen abbildeten.

Hier ist noch ein anderer verwunschener Garten vom vorletzten Jahr vom Tag der Offenen Gärten zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=DtWo4OzJYZk

Drehrichtungen

Dinkelvollkornbrot 1

Es ist Pfingsten und draußen stürmt und regnet es. Die Temperaturen sind mitten an diesem grauen Tag auf 6 Grad C herunter gekrochen.

Langsam bewege ich mich „gegensonnen“, also in Tanzrichtung, nämlich gegen den Uhrzeigersinn um nicht mit der (Eis)zeit zu gehen, sondern mich zur Wärme hin zu bewegen, nämlich zu meinem Backofen.

Ob es wohl stimmt, dass Soßen besser dick werden, wenn ich sie gegen den Uhrzeiger rühre und cremiger wenn ich sie im Uhrzeigersinn rühre? Ob dann auf der Südhalbkugel alles anders herum gerührt werden muss?

Ich probiere heute ein neues Brotrezept von meiner Freundin aus:

300 g Dinkevollkornmehl, 2 Essl. Obstessig, 2 Teel. Salz, 1 Hefewürfel in 500 ml lauwarmes Wasser zerbröseln, 100g Sonnenblumen-, Kürbiskerne u. andere Körner.

Ich rühre alles zusammen und heize den Backofen NICHT vor und lasse den flüssigen Teig nicht gehen!

Ich stelle 170°C Umluft ein und backe das Brot  55 Minuten mit einer Schale Wasser zusammen  im Backofen.

Ich vermische die Zutaten für mein Brot so lange, bis ich eine gleichmäßige Masse erhalte. Damit sich keine Klümpchen bilden, rühre ich, wie ich es von meiner Oma gelernt habe, immer nur in eine Richtung. So kommt nicht zu viel Luft auf einmal in den Teig. Wenn ich weitere Zutaten zu der geschlagenen Masse hinzufüge, achte ich darauf, dass sie dieselbe Temperatur haben und rühre sie besonders vorsichtig hinein, damit die Luft nicht daraus entweicht.

Dann schiebe ich das Brot in den Ofen.

Während ich die kraftspendende Energie aus dem Erdboden aufnehme, beginne mit dem ältesten bekannten griechischen Tanz, dem Kalamatianos, dessen 7/8 Rhythmus mich zwischen Bewegung und Stillstand zuerst in den Blättern meines Pflaumenbaumens und dann zwischen den vom Wind gepeitschten dunklen Regenwolken schweben lässt.

Langsam bewege ich meinen Körper im „Achtergang“, damit die in meiner Mitte aufsteigende Kundalini mich nicht verbrennt und ich die Einheit mit meinem Körper aufgeben kann. Die anderen Körperteile bewege ich isoliert, damit ich aus mir heraustreten kann und das Göttliche in mich einzuströmen vermag.

Ich erlebe die Wellenbewegungen des Urmeeres, in dessen Milchozean der Trank der Unsterblichkeit verborgen liegt und in dem Vishnu zwischen zwei Schöpfungen im Kosmischen Schlafe ruht. Erst nach tausend Götterjahren tauchte der Trank der Unsterblichkeit auf, nachdem die indischen Devas gemeinsam das Urwasser gequirlt hatten.

Mein Brot k0mmt schon nach 55 Minuten wieder aus dem Ofen heraus und schmeckt köstlich.

Meine Abenteuer mit der chinesischen Malerei 8

Rohrkolben

Anmutig biegen sich die Binsen, die Freunde des Bambus im Wind. Sie gelten in China als standhaft, weil sie nicht zerbrechen, bei uns aber oft als wankelmütig und instabil.

Die Vestalinnen warfen zu bestimmten Tagen aus Binsen geflochtene Puppen in den Tiber.

Um das Hinstreben zu Gott anzuzeigen, gürtete sich Dante im Fegefeuer mit der Binse und der Einsiedler Paulus trägt sogar auf dem Isenheimer Altar ein Binsenkleid.

Ebenso finden sich Binsen auf Madonnenbildern, auf Taufbildern von Jesus am Jordan oder am Nil um symbolisch die wunderbare Zukunft zu verheißen.

In Botticellis Venusbild bedeuten die phallusförmigen Rohrkolben, auch eine Binsenart, natürlich Fruchtbarkeit. Somit steht die Binse auch für kluges Verhalten, sich an die Umstände anzupassen.

Ich habe früher einmal das Portrait der Venus auf ein Tischchen gemalt und jetzt das neue Bild von den Rohrkolben als Gabe an die Schönheit dazugelegt.

Niko Läuse

Fliegenpilze

Einst war der Nikolaus ein ätherisches Wesen, das häufig durch die Wände  meines Zimmer lief, wie das Christkind. Natürlich hatte ich die Verkleidung meines Vaters im roten Bademantel und angeklebtem weißen Bart gar nicht begriffen…

Später erschien er dann als riesiger Mann, verteilte Geschenke und Rutenhiebe und war irgendwie furchteinflößend.

Irgendwann hat er wohl mal einige Zeit in Myra in der Türkei verbracht und dort seinen Namen erhalten: http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=68

In der englischsprachigen Kultur traf ich ihn dann auf 8 Rentieren reitend oder wie er von ihnen im Schlitten durch die Lüfte gezogen wurde und durch den Kamin ins Haus kommend, wie ein Einbrecher. Irgendwann geisterte er mal cocacolasüchtig durch den Reklamehimmel.

Neuerdings geistert er als Schamane durchs Internet und nun wird die Sache spannend, weil er sich immer mehr materialisiert und unserer Vernunft zugänglich gemacht wird.

Seine Gewohnheit von oben durchs Haus einzudringen hat er nämlich von den Ureinwohnern Sibiriens. Da er als Schamane wohl ein Rentier als Krafttier hatte, labte er sich wie sie an den rot weiß gesprenkelten Fliegenpilzen und flog dann mit ihnen durch die Luft.

Damit er im nächsten Jahr wieder genug Zauberpilze hat, jagt er dann demnächst, zur Wintersonnenwende wieder als Wotan oder Odin, dem Gott der Ekstase, mit der Wilden Jagd durch die Wolken. Dort, wo der weiße Geifer und das rote Blut seines 8-beinigen Rosses hin triefen, sprießen 9 Monate später wieder die Fliegenpilze.

Ich wünsche Euch einen schönen 2. Advent und einen friedlichen Nikolaustag, Dschjoti