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Reise in die Gefilde der Binsen

2017-02-24-10-08-33

Im Hintergrund tönte die Kristallklangschale und als langsam der Ton anzuschwellen begann, stimmten die anderen ihre Vokalgesänge an, wie die Priester im alten Ägypten um die Energiezentren zu aktivieren.

Orangerot leuchtet der Himmel hinter dem Hügel mit den blätterlosen Büschen. Ich will schnell hinaufsteigen um von dort oben hinunter auf die andere Seit zu schauen. Als es soweit ist, sehe ich im orangeroten Lichtschein eine Stadt am Meer unter mit liegen. Es ist Mısır, das alte Kairo.

Ich fahre in der Nacht aufrecht sitzend rückwärts auf einer Totenbarke ins Totenreich der Ägypter, an Tut Anch Amun und vielen anderen vorbei. Die Wände sind voller lebendiger farbiger Malereien. Ein etwas unheimliches Gefühl stellt sich ein, in diesem Schattenreich der Toten und Dämonen. Wundersame Töne in nie vorher gehörten Melodien begleiten mich auf meiner Reise ins Innere.

Hier, auf dieser interessanten Reise durch die Unterwelt, kann es sehr gefährlich werden. Sie ist voller Hindernisse, Fallen und Dämonen. Wenn ich Ihre Namen nicht kenne, lassen sie mich nicht vorbei. Die gefährlichen Feuerseen haben schon zahlreiche Tote verbrannt. Und dann wird auch noch mein Herz gegen die Feder der Maat aufgewogen und vielleicht von der Fresserin verzehrt, weil ich mich nicht von meinen Sünden loslösen konnte. „Unschuld“ bestimmt nämlich auch hier nicht das das Urteil der Götter.

https://www.youtube.com/watch?v=nWZb2mcHd84&feature=youtu.be

Als mir das allesbewusst wurde und auch dass ich überhaupt nicht weiß, welche Zaubersprüche aus dem Totenbuch ich sprechen muss, wenn ich zu den Wächtern komme, entschied ich mich, diese betönende Reise in die Gefilde der Binsen ( das Reich der Götter)unverzüglich zu beenden.

Meine Abenteuer mit der chinesischen Malerei 8

Rohrkolben

Anmutig biegen sich die Binsen, die Freunde des Bambus im Wind. Sie gelten in China als standhaft, weil sie nicht zerbrechen, bei uns aber oft als wankelmütig und instabil.

Die Vestalinnen warfen zu bestimmten Tagen aus Binsen geflochtene Puppen in den Tiber.

Um das Hinstreben zu Gott anzuzeigen, gürtete sich Dante im Fegefeuer mit der Binse und der Einsiedler Paulus trägt sogar auf dem Isenheimer Altar ein Binsenkleid.

Ebenso finden sich Binsen auf Madonnenbildern, auf Taufbildern von Jesus am Jordan oder am Nil um symbolisch die wunderbare Zukunft zu verheißen.

In Botticellis Venusbild bedeuten die phallusförmigen Rohrkolben, auch eine Binsenart, natürlich Fruchtbarkeit. Somit steht die Binse auch für kluges Verhalten, sich an die Umstände anzupassen.

Ich habe früher einmal das Portrait der Venus auf ein Tischchen gemalt und jetzt das neue Bild von den Rohrkolben als Gabe an die Schönheit dazugelegt.

Meine Abenteuer mit der chinesischen Malerei 2

KräheWährend ich noch überlege, welches Motiv ich nun auf mein nächstes Papier malen will, fliegt eine Krähe, ein Begleittier der Hindu Göttin Kali krächzend an meinem Fenster vorbei und ich folge ihr mit meinem Pinsel um ihr Ki, den Geist des Lebendigen, zu erfassen.

Es heißt, dass sie in die Zukunft sehen kann und mit den Nornen die Schicksalsfäden webt. Sie fliegt zwischen den Welten hin und her und überbringt Botschaften und Nüsse, die ich ihr als Geschenk ins Vogelhäuschen lege.

In ihren Augen sehe ich die Anderswelt und während ich mit ihr dorthin fliege, spüre ich ihre Kreativität auf mich übergehen. Sie vermittelt mir mit ihrer anderen Realität die Illusion unserer Wirklichkeit.

Die 108 Namen Devis

Devi

Ich wandle durch den Wald, durch den an diesem Tag die göttliche Energie besonders kräftig sprudelt.

Es hat geschneit und auf allen Bäumen liegt eine pulvrige Schicht, die aussieht wie weiße Vibhuti, heilige Asche. So hat sich der Wald also wahrhaftig in einen himmlischen Ort von Glückseligkeit verwandelt.

Es duftet nach Tannennadeln und nach einer Gottheit. Mit meinem dritten Ohr höre ich wie ein Waldgeist zu Ehren von Devi eine Hymne intoniert:

https://www.youtube.com/watch?v=U2FSbaqvcps

Er will, dass ich mitsinge, aber ich kenne nicht alle 108 heiligen Namen der heiligen Mutter, die er wohl aus dem ´“Lalitha Ashtotram“, einem uralten heiligen Text rezitiert und so lausche ich ihm andächtig und gelobe die Namen bis zum nächsten Mal auswendig zu lernen. Einige kenne ich bereits: Durga, Laxmi, Parvati, Uma, Kali, Saraswati, Sati, Radha, Sita…

wie merke ich mir nur die Reihenfolge?

Und wenn ich einen Namen vergesse oder doppelt singe?

Warum müssen es denn unbedingt 108 Namen sein? Weil jeder der 9 Planeten in jedem der 12 Tierkreiszeichen eine bestimmte Energie verkörpert und auch vorkommen soll?

Das kann mir der Waldgeist auch nicht beantworten. Er singt nur rückwärts, weil er von mir verzaubert wurde.

Der Frosch in den Weinbergen

Weinberge von Schnait

Ich wandle in den Hügeln voller goldener Reben. Nun, da die Tore zu den Ahnen offenstehen, möchte ich unsere Vorfahren, die Kelten besuchen.

Ein Krafttier hüpft auf mich zu und in mein Leben hinein. Es schaut mich liebe voll an und gibt mir zu verstehen, dass mich begleiten wird. Es ist so vertraut als kenne ich es immer schon.

Die dreifaltige (Wachstum, Fruchtbarkeit, Vergehen) Göttin der Kelten begleitet mich jetzt also  in der Gestalt eines Frosches. Ich habe sie gleich erkannt, weil der Frosch durch seine Entwicklungsstadien ein typisches Symbol für die Göttin ist, obwohl er ja in unseren Märchen öfters bei den Hexen lebte.

Ich sitze an einem steinernen Brunnen und ich rieche die Wurzeln und das gigantische Netz aus dem Geflecht der Pflanzen um mich her. Zwischen den Pflanzen und Wurzeln entdecke ich einen von Dachsen bewachten Tunnel, der ins Innere von Mutter Erde führt. Wir steigen zusammen in die Dunkelheit der  Erde hinab. Meine Bedenken und Ängste lösen sich auf und es ist ein gutes  Gefühl. Meine Schritte nehmen den gleichmäßigen rhythmischen  Puls der Erde auf,  der uns immer tiefer in ihrem dunklen Schoß, führt.

Riesige Metalladern leuchten  unter der Erde und führen uns in einem riesigen Raum aus Metalladern aus Gold,  Silber,  Kupfer, Platin und Eisen. Ich spüre die unterschiedlichen  Schwingungen der Metalle und erfahre wohin in meinem Körper sie führen.

Ich entdecke Mineralien Kristalle Edelsteine und Salz und ihre klare Lichtschwingungen, die ich in mir aufnehme.  Ich höre den gleichmäßigen Ton der Erde an diesem Ort und gehe immer tiefer und fühle die Wärme der Erde. Der Frosch an meiner Seite gibt mir Vertrauen, dass der Lavasee unter meinen Füßen nur reine goldene  Energie ist. Es  ist das Feuer der Erde.

Ich spüre das Feuer und die Wärme als mächtige Kraft im Inneren der Erde und werde selbst zu einer leuchtenden Flamme – hell, funkelnd und strahlend.

Aus meiner Versenkung weckt mich nun mein Krafttier indem es direkt mit mir am Kraterrand steht. Der Frosch zeigt mir, dass ich so wie er, an Land und im Wasser leben kann und sogar im Feuer! Wir können in mehreren Welten gleichzeitig leben. Ich fasse Mut und springe mit meinem Frosch in das Feuer hinein in eine neue Zukunft.

Alles was mir nicht mehr dient, beginnt sich aufzulösen und verbrennt. Ich erlebe wie alles in mir gewandelt wird. Alte Muster und Blockaden lösen sich auf und die Zellen erfahren wieder  die reine ursprüngliche  Schwingungskraft, die von der Kraft des Feuers durchströmt wird. Das ist Transformation.

Langsam zieht  mich mein Krafttier aus dem Krater heraus und bringt mich sicher wieder zurück. Als wir aus dem Tunnel herausgekommen sind, verweilen wir noch am  Brunnen. Die anderen Frösche musizieren für uns und  ich danke der Göttin für diese  Erfahrung.

https://www.youtube.com/watch?v=lqx7J77RIIg&feature=youtu.be

Nachdem ich mich verabschiedet habe,  komme ich wieder im Heute an. Recke und strecke mich und wandere weiter durch die Weinberge.

Meditation im Exotischen und Botanischen Garten Hohenheims

Tor zur Anderswelt

Gestern noch war ich im Außen, doch so plötzlich wie das kalte Wetter einsetzte, so wende ich mich auch wieder mehr nach Innen und der Vergangenheit zu.

Gleich zu Beginn meines Spazierganges erschien mir die  rote Göttin in ihrer Verkleidung als rotes Eichhörnchen. Die Dreifaltigkeit der Göttin schließt auch die weiße Göttin mit ein, die leider nirgends zu sehen war. Aber die  Greisin in ihrer  schwarzen  Hülle hüpfte  bereits von Baum zu Baum und verkündete, dass auch wenn alle Blätter herunter  fallen, die Lebenskraft im Innern liegt und daraus das NEUE hervorgehen wird. Das Alte muss sterben, damit das Neue geboren werden kann.

Unter den uralten Baumriesen  gehe ich  auf die Tore der Anderswelt zu.

Bald ist  Samhain, das Ende des keltischen Jahres, an dem die Zeit still steht und die Ahnen wieder unter uns weilen.

Wir ehren dann die Götter des Totenreiches, die die Seelen der Verstorbenen in ihrem Reich begrüßen.  Hier können sie sich ausruhen, bis sie sich wieder reinkarnieren.

https://www.youtube.com/watch?v=lH-HbJ_aI4w

Genauso wie die Natur ruhen wir uns nun aus und lernen uns kennen. Wir blicken zurück auf das, was im letzten Jahr getan wurde.

Die Göttin in ihrer vielfältigen Gestalt

Höhle der Göttin

Von Lautern aus wanderte der  Rosenstein unter mir entlang und ich konnte  wieder jede Menge Schilderwälder bewundern, die an die Bäume genagelt waren. Die Aussicht war wegen des leichten Nebels wundersam sanft.

Trotzdem pfiff an diesem Tag der Wind tremoloartig durch die bizarren Bäume und fegte unzählige  Blätter auf die Erde hinab. In einer riesigen Harfe aus Ästen tanzten die gunguruberingten Naturgeister herum und ließen sie geheimnisvoll erklingen.

Oben auf dem Berg waren schon besonders viele Buchenblätter von den Bäumen gefallen und so konnte ich auf einem Teppich rostroter Blätter dahin schreiten. Wundersame Pilze zierten die Gehölze.

Beim Rosenstein kam  ich an einen steilen Weg mit einem Geländer zu der Höhle  dem Namen „Große Scheuer“.

Die schwarze Göttin nahm mich fräundlich in der Form der  Höhle auf.  Sie war riesig und das Licht kam wie durch einen Tunnel hereinspaziert. In der Bronzezeit war sie bewohnt und ich konnte eine Atmosphäre der Geborgenheit wahrnehmen.  Nicht weit entfernt von der  Großen Scheuer steht seit  chthonischen Zeiten die Steinerne Agnes. Der Name bedeutet: „rein, geheiligt, geweiht“. Warum sie wohl versteinerte?

Der höchste Punkt auf dem Rosenstein heißt „Rotenstein und gehört somit der roten Göttin. Im Orient war übrigens die rote Rose die »Blume der Göttin«.

https://www.youtube.com/watch?v=e-bcJuzRt3U

Ich sah, wie sich Gräser auf der Wiese aneinander freundlich zuneitgen und sich ein heiliger Ring um einen uralten Baum legte.

In Lauterburg kehrte ich in die Dorfkirche ein, traf ein paar ängstliche Enten beim Dorfteich und lief dann durch ein Skigebiet, in dem die Naturgeister ihre Kreativität an den Skiliften austobten, weiter.

Meine Seele wanderte  frei wie der Wind weiter über die Erde zum Remsursprung, einer Quelle, aus der das Wasser der Rems aus der Unterwelt wieder ans Licht tritt und so aus der Erde geboren wird. Hier ist trotz der Straße, die nicht weit entfernt ist, das Plätschern des Wassers gut zu hören. Das Wasser im Bächlein nahm Strukturen an und das darauf fallende Licht zeigte die Formen sagenhafter Wesen aus Urzeiten.

Eine Fluss- und Quellgöttin wartet hier mit Fischen und anderen Wassertieren in einem quadratischen Stein eingesperrt, auf Erlösung.

Ich sog die feinen Energien der Umgebung in mich ein und schickte sie in gebündelter Form wieder hinaus. So begann ich ganz in die Umgebung hinein zu sinken und in die Elemente einzudringen und Neues zu erfahren. Mein Geist erhob sich in die Lüfte, befreit von der Schwere des Alltags.

Die Geräusche der Naturgeister mit ihren Tierstimmen, Seufzern, Murmeln und den verführerischen Chören brachten Klänge hervor, die die Harmonie der Sphären entfesselten. Das unstete An- und Abschwellen der Melodien und der wendelförmige magische Raumklang wirkten sich beruhigend auf mich aus. So war ich nicht erstaunt, als sich aus der Statue eine liebliche Gestalt löste, die der der persischen Fruchtbarkeits- und  Wassergöttin Anahita glich, deren goldene Statue einst die römischen Soldaten zerstörten. Sie hat jetzt wohl hier am Remsursprung Asyl gefunden.

Auf dem Bild auf der Tafel war eine Abbildung der fruchtbaren roten  Göttin zu sehen, die wohl früher hier stand. Ob die wohl einer geklaut hat?

https://www.youtube.com/watch?v=u6zbfQUuNA8

Durch bunte Streuobstwiesen und Wälder lief ich nach der mystischen Verwandlung transformiert wieder zurück nach Lautern, wo mir die Göttin in Gestalt von unzähligen roten Rosen und Quitten, dem Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit und Glück, fräundlich nachwinkte.