Archiv

Die zerfallenen Schuhe

zerfallene Schuhe

Endlich hatte ich mal wieder eine Gelegenheit meine schönen goldenen Sandalen aus dem Schuhschrank zu holen und dann sehen sie aus, als ob Ratten daran genagt hätten. Aber der Schuhschrank war verschlossen und die anderen Schuhe waren alle in Ordnung.

Klar, dass Kunststoffe unterschiedlich auf die Umwelt reagieren, aber mit so etwas hatte ich nicht gerechnet.

Hydrolyse heißt dieser chemische Prozess, bei dem sich die Weichmacher verflüchtigen. Aber eigentlich waren diese Sandalen schon immer ziemlich hart.

Und jetzt heißt es wieder, dass die Konsumentin zu viel Müll macht. Und wenn ich jetzt barfuß zur Geburtstagsfeier gehe, gehen ja wieder Arbeitsplätze in der Schuhindustrie verloren…

Jetzt weiß ich jedenfalls, warum sich die Frauen früher ihre Schuhe selber gehäkelt haben. Hüttenschuhe zum Selberhäkeln gab es übrigens auch schon beim Aldi.

Advertisements

Außer Werbung nichts gewesen

postanzeiger-dschjoti

Kennt Ihr das auch, dass ihr auf eine bestimmte Post wartet und dauernd zum Briefkasten rennt um nachzuschauen, ob sie schon da ist?

Der Briefträger kommt ja oft nicht immer zur selben Zeit und jedes Mal den Briefkasten aufschließen und wieder zuknallen, weil nichts drin ist, ist auch lästig.

Neulich bestellte ich einen Fächerschleier und dachte, dass immer zwei Schleier im Pack sein müssten, weil man ja in jeder Hand einen hält. Aber dann kam doch nur einer.

Während ich jetzt also sehnsüchtig auf meinen 2. Fächerschleier wartete und mir vorstellte, dass der 2. Fächerschleier endlich im Briefkasten steckt, grinste mich das Smiley auf dem Post it- Zettel an und meinte ich solle es doch auf die Briefkastenklappe kleben und beim Zumachen den Zettel ins Innere stecken. Wenn der Briefträger dann den Deckel lupft, springt der Zettel nach außen und ich kann sehen, dass die Post im Kasten liegt.

Der selbst gebastelter Postanzeiger hat zwar funktioniert, aber statt meinem 2. Fächerschleier war nur Werbung im Kasten. Aber vielleicht habe ich morgen mehr Glück.

Das fantastische Europazentrum in Stuttgart

Wunderbarerweise fuhr mein Zug trotz Streik und Unkenrufen fahrplanmäßig. Ungefähr 240.000 Reisende finden sich hier täglich ein. Wo waren die bloß alle?

Das neue Stuttgart hinter dem Bahnhof, Europaviertel genannt, war überwältigend. Mittags war es noch relativ leer. Nachmittags wimmelte es nur so von Menschen und jede Menge riesiger Einkaufstüten wurden aus dem Einkaufszentrum heraus geschleppt.

Im Europaviertel sahen viele Gebäude wie Schuhschachteln aus Stahl und Glas aus. Betonplätze statt Rasen, einzelne Bäumchen statt alter Bäume, trostlos Fassaden und Gebäude zierten die Gegend. Nach Meinung der Verursacher wird erst alles durch die Menschen belebt und natürlich von den vier Milaneo-Bringern, dem Shuttle-Service zum Shoppingcenter.

Tuctuc

So ein tüvgeprüftes Tuctuc, in das ich mich in Indien und Thailand nie hinein getraut hatte, musste ich gleich mal ausprobieren, auch wenn ich nachher den ganzen Weg wieder zurücklaufen durfte.

Das Haus mit der Arabischen Überschrift مكتبة „maktaba“, das aussieht wie ein Gefängnis mit Balkonen ist übrigens die Stadtbibliothek.
Darin war eine kleine quadratische Vogeltränke und oben ein Gitter und viereckige Öffnungen. Bücher sah ich keine. Die anderen Menschen rannten alle an der Stadtbücherei vorbei zum Shopping- Center Milaneo.

Auf dem Mailander Platz, in den Swimmingpool vor dem Milaneo spielten Kinder bei den Wasserdüsen. Verschiedene Programm-Steuerungen lassen das Wasser über Bewegungsmelder unterschiedlich fließen. Dieses Kinderspielzeug kostet zusammen mit der Platzgestaltung ja nur lumpige 2,3 Millionen Euro!

Milaneo heißt der menschen- und warenüberfüllte Konsumtempel voller Schlangen, der erst am 9. Oktober eröffnet wurde. Seine Architektur ist so weitläufig, dass ich viele Leute beobachtete, die daheim anriefen, um sich wieder an ihren Ausgangspunkt navigieren zu lassen.

Auch ich lief nach der Tempelbesichtigung erst mal so lange um das Gebäude herum, bis ich wieder wusste, wo ich war.

Soviel zu Urban“ und „Modern“ auf drei Ebenen:
– EINE Toilette für das ganze Center,
– 45(!!!) min in der Schlange im Parkhaus herauszufahren,
– Bei Mac Donalds 3 Schlangen, eine zum Bestellen und nochmal eine zum Abholen.