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Spaziergang zum Lapidarium

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An einem regnerischen Sonntag machte ich einen Spaziergang zum Lapidarium, einer historischen Parkanlage mitten in Stuttgart. An diesem idyllischen Ort tummeln sich alte Bekannte aus vergangener Zeit, die hierher umgesiedelt wurden, als die Gebäude der Stadt abgerissen wurden, in denen sie wohnten.

Zunächst machte mich die Jungfrau mit der Tränenschale darauf aufmerksam, wie vergänglich unser Leben ist. Jeder Tropfen aus ihrer Schale bedeutet ein verlöschendes Menschenleben.

Natürlich hatte ich heute meine blau schwarz geringelten Sambasocken an, als ich auf den Blaustrümpflerweg traf, der sich um Heslach windet. Er bekam seinen seltsamen Namen weil die Heslacher in ihrer Kirche einst blaue Strümpfe tragen mussten, weil sie Herzog Ulrich verraten haben.

https://www.youtube.com/watch?v=NK2M8u8NOPA

Im Lapidarium wuselte es nur so von Faunen und Nymphen in Flipflops, die sich an diesem verwunschenen Ort recht wohl zu fühlen schienen. Pan spielte auf seiner Flöte und die Götter lustwandelten im Garten.

Ob wohl Diana, die Jagdgöttin das Nashorn auf die Hügel Stuttgarts vertrieben hat? Ich glaube sie schlief gar nicht wirklich, sondern wollte nur nicht darüber reden…

Aber auch hier wies ein Todesgenius auf das Endliche unseres Daseins hin.

 

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Shinrin Yoku

Wurzelgeister

Für diejenigen, die bei den anhaltenden hohen Temperaturen keine Lust haben sich im Freibad die übliche Sommerferienanfangsgrippe zu holen, gibt es eine erfrischende Alternative:

Waldbaden im fast menschenleeren Wald auf der Schwäbischen Alb.

Dort atme ich tief die ätherischen Öle, die die Bäume ausatmen ein. Dadurch wird mein Immunsystem gestärkt.

Ich betrachte die verschiedenartigen Rinden der Bäume vor, meditiere vor mich hin und schaue den Spielen der Naturgeister zu. Dabei erquicke ich mich an den süßen Beeren am Wegesrand, beobachte Schmetterlinge und Vögel und lasse meiner Fantasie freien Lauf.

Stress wird in Vitalität verwandelt. Mehr Killerzellen, die Krankheiten bekämpfen, werden im Körper erzeugt:

https://www.youtube.com/watch?v=BGtbVKPsXMc

Shirin Yoku heißt dieses Baden in der Atmosphäre des Waldes in Japan. Und da alles nur dann wahr ist, wenn es wissenschaftlich untersucht wurde, wurde eben auch festgestellt, dass der Wald Wasser speichert und es deshalb darin immer einige Grade kühler ist, als draußen etc…….

 

Der Löwenmensch auf dem Elefantenpfad unter den Rotorblättern der Schwäbischen Alb

Als ich die wunderschöne Landschaft auf der Weitblickrunde betrachtete, näherte sich ein aufgeregter Mann, und fragte, ob ich seinen Kopf gesehen hätte. Wir suchten die ganze Gegend ab, aber konnten ihn nicht finden:

https://www.youtube.com/watch?v=RY8cvtI0zJc&feature=youtu.be

Ich fragte ihn, ob er der feurige Reiter sei, weil der ja hier irgendwo in der Gegend kopflos herum reiten soll. Er war dann richtig beleidigt und meinte ich müsse doch wissen, dass er Don Quijote sei und den Kampf mit den Windrädern aufgenommen habe.

Er erzählte mir dass sein Kopf durch einen riesigen scharfen Eisklotz, der sich von einem Rotorblatt des Windrades gelöst hätte, abgetrennt wurde und kilometerweit durch die Luft geflogen sei:

https://www.youtube.com/watch?v=lsiAGiRqjB0

und dann gruselte es mich doch sehr.

Er fürchtete, dass die vielen Löwen auf dem Löwenpfad vielleicht seinen Kopf fressen würden. Ich erzählte ihm die Geschichte vom indischen Gott Ganesha, der auch seinen Kopf verlor und dann einen Elefantenkopf aufsetzte. So schlug ich ihm vor, in einem solchen Falle doch einfach einen Löwenkopf aufzusetzen, so wie ich es hier beschrieben habe:

https://dschjoti.wordpress.com/2010/06/08/ganesha-4-koepfe-10-arme-zahn-8761827/

Davon war er dann ganz begeistert und es war ihm auch völlig egal, ob die Wanderer jetzt den Weg nicht mehr finden.

Löwenmensch

Sein Kopf wäre schließlich wichtiger als irgendein bestimmter Weg. Auf Ganeshas Elefantenpfad kann man ja immerhin auch wandern…

Wenn die Sonne still steht

Sommersonnenwende

Wenn die Sonne still steht tanzen die Geister über dem Wasser aus dessen Tiefen die Töne ferner Zeiten heraufsteigen.

Am 21. Juni ist Sommersonnenwende und der längste Tag des Jahres. Die Schafskälte ist endlich vorbei.

Das Licht triumphiert am längsten Tag des Jahres über die Dunkelheit und der Schleier zur Anderswelt lichtet sich.

In Deutschland wird am 24. Juni das Johannisfest mit großen Feuern gefeiert.

https://www.youtube.com/watch?v=7sY24vHosHo&feature=youtu.be

Damit die Natur sich in ihrer ganzen Pracht entfalten kann, benötigen wir sowohl die Wärme der Sonne, als auch das lebensspendende Wasser.

Geister

Die Macht der Masken

Orientalinnen

Nachts, als die Maskentragenden ihre Verkleidung abgelegt hatten und ihre Seelen wieder rein gewaschen wurden, erhoben sich die Masken mit ihren Gewändern.

Geister waren hinein geschlüpft und machten sich die Energie der Maskenwesen zu Eigen. Auch veränderten sie es nach Belieben…

Sie feierten nun ihr eigenes Fest und ich durfte sie dabei nicht nur bewundern, sondern auch fotografieren.

Als ich die Geister wieder mit meinen vielen neugierigen Fragen nervte, weihten sie mich in ihre Praktiken der Verwandlung ein.

Ich musste fremde Gewänder anziehen und Masken aufsetzen um mich in andere Wesen zu verwandeln und deren Gefühle und Kräfte zu übernehmen.

Mir wird bewusst, wie ich durch die Verkleidung andere Gefühle an mir wahrnehme. Sogar andere Daseinsformen kann ich durch das Anlegen von Masken erfahren und mich in Götter und Dämonen und Tiere verwandeln.

Bereits vor 11000 Jahren bauten Menschen Masken zu diesem Zweck. Überreste wurden in Israel gefunden.

Oft wurden die Masken, die beim Ritual viel Energie gespeichert hatte, hinterher zerstört. Manche wurden aber auch zur Ahnenverehrung oder zur Machtausübung aufbewahrt. Totenmasken konnten sogar Dämonen abwehren.

Bereits im griechischen Dionysos-Kult wurde die göttliche Kraft hinter der Maske erlebt und zelebriert. Später entwickelte sich daraus der venezianische Karneval, mit seinen berühmten Masken.

Viele dieser Masken stammen von der Commedia dell’arte.

Pestarzt

Die Maske des schwarz gekleideten Pestarztes mit seinem Schnabel voller Kräuter trifft man ebenso oft, wie die schweigende Mohrin, die ihre Maske mit den Zähnen festhalten muss.

https://www.youtube.com/watch?v=hDqA8YI6tK4&feature=youtu.be

Ob bei der Hallia Venezia alle Maskentragenden aus Solidarität mit ihr schweigen mussten?

Pentagramm und Drudenfuß im Advent

Hygeia 1

Auf meinem Adventspaziergang spüre ich die sanften Energien des Plasmastroms der Venus, die auf die Erde herabströmen. Sie lassen mich die Kälte, die durch den eiskalten Wind heranzieht, weniger stark spüren.

https://www.youtube.com/watch?v=d8BtNdWBCXs&feature=youtu.be

Ob der 5 Stern (Pentagramm) der auf seinen beiden Füßen steht, auf mich harmonischer wirkt, als der Dämonen abwehrende Drudenfuß, der auf seiner Spitze steht, weil er Ähnlichkeit mit einem Menschen hat? Weil ich nicht so gerne mit dem Kopf nach unten hänge oder einen Handstand mache?

Die Spitzen des 5- Sterns symbolisieren die 5 Elemente wie Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther/Geist.

Ich zeichne den Stern ohne abzusetzen in den Schnee und erinnere mich, dass er den Kreislauf des Lebens darstellt, weil ich wieder am Ausgangspunkt ankomme.

Die Proportionen der Seiten entsprechen sich so, dass die großen Seiten sich zu den Kleinen verhalten, wie das Ganze zum Großen. Das ist das ideale Zahlenverhältnis, dessen Proportionen auf uns so harmonisch wirken und das wir als den Goldenen Schnitt bezeichnen.

Die Göttin Venus wohnt im Pentagramm, wenn sie auf der Erde weilt. Auch am Himmel bewegt sie sich in einem Pentagramm und trifft sich immer mit der Erde exakt an den fünf Spitzen.

Interessant ist auch, dass Asklepios Töchter Hygeia (griechisch: Gesundheit) und Panakeia die Göttin der Medizin und Zauberei ist.

 

Weitere Info zum Thema: https://dschjoti.wordpress.com/tag/projekt-venusblume/

Wer sich alles in alten Kirchen herumtreibt

 

An einem dunklen Novemberabend   beeindruckte mich eine evangelische Kirche durch ihre Ausstrahlung und ich glaubte, mich in der Zeit der Spätromanik, als sie gebaut wurde, zu befinden.Dagda bei der Stiftskirche st

Als ich noch überlegte, ob sich das Gebäude in dieser Dunkelheit auch fotografieren lässt, stellte sich mir ein kräftiger Mann mit einem Hammer in der Hand mit dem Namen Dagda vor. Da er älter war, als die Kirche, wusste er, dass sie zwar um 1200 gebaut wurde, aber vorher eine Marienkirche war, was die Fresken auch bestätigten.

grüne Männer 1nnn

Oben am Fenster tummelten sich die grünen Männer, denen die Lilien zum Munde herauswuchsen. Sie verkörpern bei den Kelten Tod und Wiedererneuerung des Lebens und sollen uns vor den bösen Mächten schützen.

Viel früher war diese Kirche ein keltisches oder germanisches Heiligtum und noch immer war die Magie des Ortes lebendig und eigenartige Gestalten gesellten sich zu uns.

Deshalb stellte mir Dagda dann auch den Dämonenbändiger vor, der Löwen und Drachen bezwingt und die Kirche vor bösen Geistern schützt

Dämonenbändiger 100

Er hatte Zauberbänder in die Kapitelle geflochten, in denen sich die düsteren Gestalten verfangen hatten, die die Zickzackmuster in den Friesen nicht abgehalten hatten.

Als ich dann auch noch einen Panther durch die Bänke schleichen sah, war ich froh über die Begleitung.

Dann begegneten wir einem Exhibitionisten, der uns sein entblößtes Hinterteil zeigte.

Lex Fiedle 1

Aber Dagda meinte, das sei nur Lecks Fiedle, der uns nichts täte und der auf diese Weise Unwetter abhalten könne. Auch wolle er nur, dass wir uns in der Kirche geborgen fühlten.

 

Eule xy

 

 

Als dann Pallas Athene in Gestalt einer Eule herbeiflog, war ich zuerst überrascht, aber als sie mir dann ihr Leben als Inkarnation der Maria in Form von wunderschönen Gemälden an der Wand zeigte, konnte ich nur noch über ihre Weisheit staunen. Der rote, achtzackige Stern, Stella Maris, das uraltes Symbol des Wissens der Göttinnen Ishtar, Venus, Aphrodite verriet ihre Herkunft.

Verkündigung

Sie erklärte mir, dass dieser Kraftort hier dazu diene, dass Gegensätzliches zum Ausdruck kommen solle und respektiert werden müsse. So wie die Christen die heidnischen Elemente in die Kirche integriert hätten, müsse Maria nun auch in der protestantischen Kirche willkommen geheißen werden, damit sich das Göttliche sowohl in einer männlichen als auch in einer weiblichen Gestalt ausdrücken kann.

 

Als ich zur Apsis empor schaute, erblickte ich einen blauen Himmel mit roten Sternen, Löwe, Stier, Adler, Mensch und Christus in der Mandorla. Eigentlich darf nur Christus darin erscheinen, aber war da nicht eben die Eule damit weggeflogen?