Tag-Archiv | Bestattungsfachkraft

Die Mütter des Lichts

Auf diesem Relief ist das gestorbene Kind abgebildet, das zu Jesus betet:

Verstorbenes Kind

Heute erfährt man den Tod der Nachbarn oft nur noch durch die Zeitung.

Früher gab es die Leichenfrau welche schwarz gekleidet durchs Dorf ging und die Nachbarn informierte, wenn jemand gestorben war. Den Angehörigen spendete dieses Totenweibchen Trost. Sie war auch dafür zuständig, die verstorbenen Frauen und Kinder dort zu waschen, wo sie gewohnt haben, Haare und Nägel zu schneiden und für die Aufbahrung herzurichten.

Als Seelennonne oder Lichtmutter (niederdeutschen Lechtmoder) betete sie für die Toten, damit sie zum Licht finden.

Die erwachsenen Leichen kamen selten und nur wenn sie wohlhabend waren in einen Sarg oder später in eine Truhe.

Die Leichenfrauen brachten Totgeburten und tote Kleinkinder direkt zu den Friedhöfen. Auch mussten sie den schweren Kindersarg zum Grab tragen.
Einmal vergaß der Zimmerer so einen Sarg herzustellen und musste sich sehr beeilen. Deshalb strich er ihn mit wasserlöslicher Farbe Schwarz an.

Da es am Tage der Beerdigung natürlich regnete, wurde die Leichenfrau, die den Kindersarg auf ihrem Kopf zum Grab tragen musste, ganz schwarz im Gesicht. Zum Glück war ihr Gewand sowieso schwarz. Bestimmt wurde das als böses Omen gewertet.

Es gab auch früher schon Leichenordnungen z. b. in Nürnberg im 14. Jahrhundert:

http://www.nuernberginfos.de/nuernberg-mix/leichenfrauen.html

Seit 2003 kann man übrigens eine 3-jährige Ausbildung zur Bestattungsfachkraft machen:

http://www.cosmiq.de/qa/show/668543/Wie-wird-man-Leichenfrau/