Tag-Archiv | Burnout

Zumbakrankheiten

Mein PC hat sie schon, die Zumbakrankheit. Er schaltet einfach immer Youtube ab, wenn die Musik am schönsten ist und ich ganz oben auf meinem Rollator stehe und Pirouetten drehe. Dann kann ich nicht mehr sehen wie es weiter geht und merken kann ich es mir in meinem Alter nicht mehr!

Kein Wunder, dass dann weltweit Verletzungen auftreten, wie verletzte Knöchel , Knieverletzungen oder Schleimbeutelentzündungen:

http://www.trainingsdiebewegen.com/2013/03/05/zumba-verletzungen-auf-dem-vormarsch/

Heute Morgen hatte ich kräftig Muskelkater. Irgendwas macht meine Zumba- Präsenterin anders. Aber sie muss jetzt auch Urlaub machen, wegen ihrem Burnout. Deshalb muss ich alleine üben. Garantiert laufe ich jetzt wieder einen Teppich durch, so wie in den letzten Jahren. Das ist dann immer das Sommerloch.

Immerhin konnte ich abends gut einschlafen.

Womit stopft ihr denn immer euer Sommerloch?

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Burnout –Der spiralförmige Prozess der Selbstzerstörung.

Burnout heisst Ausbrennen. Das geschieht wenn man gleichzeitig bremst und Gas gibt, eine typische Saturn-Konjunktion–Uranus-Konstellation. Es handelt sich um Motivationsprobleme, so daß man seine Arbeit nicht mehr gerne leistet.

Zuviel Engagement ist eines der ersten Signale des Burnout. Man arbeitet immerzu ohne Rast und idealisiert sich und die Arbeit. Die anderen werden entwertet, um die eigene Vollkommenheit herauszustellen. Irgendwann ist man den eigenen Ansprüchen nicht mehr gewachsen. Chronische Müdigkeit und Unlust, die Arbeit zu beginnen sind erste Warnsignale. Danach kommt man selbst aus dem Urlaub nicht mehr erholt zurück.
Weitere Symptome sind zunehmende Distanz von Aufgaben und Menschen. Unpersönliche, manchmal zynische Ausdrücke setzen sich durch. Man fühlt sich ausgenützt und hält auch Betrug für richtig, um sich Vorteile zu verschaffen.
Belastungen können nicht mehr ausgeglichen werden und Aggressionen werden gegen sich selbst gerichtet, z. B. durch Schuldgefühle, Selbstentwertungen, bedrückte Stimmung, Phantasien, für den Beruf völlig ungeeignet zu sein, ihn aufgeben zu müssen. Man brüllt andere an, die angeblich noch schlechter arbeiten als man selbst, um sein angeschlagenes Selbstwertgefühl zu retten.
Versuche die eigenen Arbeitsbedingungen zu verbessern, Vorgesetzte in die Pflicht zu nehmen oder Missstände zu beseitigen werden als hoffnungslos beurteilt. Man fühlt sich benachteiligt, man erbringt kaum noch Leistung, kann sich nicht mehr konzentrieren, es unterlaufen einem gehäuft Flüchtigkeitsfehler. Es scheint gleichgültig, ob man gut oder schlecht arbeitet, das Engagement schwindet. Man ist öfter krank. Depressionen und körperliche Leiden wie Chronische Rücken- und Gelenkschmerzen, Schlaflosigkeit, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und Herzkreislaufprobleme stellen sich ein. Die Gefahr von Alkoholismus oder Medikamentenmissbrauch wächst. Man zieht sich von Freunden zurück.

Die Problematik der Helfer ist es, diese Gesetze anderen zu vermitteln.
Wer hier ein hohes Ideal hat, der wird in der Auseinandersetzung mit Angehörigen erleben, daß auch er unvollkommener ist, als er es bisher glaubte.

Die 4 Burnout-Typen nach Schmidbauer:

Das Opfer.
Der erste ist das Opfer des Berufs. Durch seine zahlreichen beruflichen Kontakte wird sein Privatleben vom Beruf aufgezehrt.

Der Spalter.
Der Spalter versucht Beruf und Privatleben zu trennen. Dadurch verarmt sein Privatleben. Zum Beispiel schreit ein Therapeut seine Frau an, er habe den ganzen Tag mit jammernden Hysterikerinnen zu tun und könne sich jetzt nicht auch noch mit ihr beschäftigen. Er fordert von seinen Freunden Schonung und Rücksicht, weil er sich in seinem Beruf so verausgabt.
Der Perfektionist will die hohen Ideale seiner beruflichen Arbeit auch in seinem Privatleben verwirklichen. Er glaubt ein vollkommener Mensch sein zu müssen. Die Öffentlichkeit unterstützt ihn, sie verurteilt den kranken Arzt oder den geschiedenen Familientherapeuten. In einer Selbstwertkrise wird er mit seinen Klienten kaum jene Themen bearbeiten, die er selbst nicht ausreichend bewältigt zu haben meint. Zum Beispiel wagt es die übergewichtige Therapeutin nicht, die Essproblematik einer Patientin anzusprechen. Die psychischen Folgen sind Selbstzweifel und Depressionen bis zur akuten Suizidalität. Der Perfektionist fühlt sich völlig entwertet.

Der Pirat.
Er zieht persönlichen Gewinn aus den emotionalen Beziehungen seiner Arbeit, beispielsweise durch die Bestätigung und die Dankbarkeit des Klienten. Besonders problematisch ist die sexuelle Beziehung zwischen einer Patientin und einem Therapeuten.

Der Lebenskünstler.

Geschrieben nach einem Vortrag von Wolfgang Schmidbauer, dem Erfinder des Ausdruckes Helfersyndrom.
http://www.wolfgang-schmidbauer.de/