Tag-Archiv | Chamäleon

Ausflug nach Mahabalipuram

Mittags fuhren wir dann zum Stadtpark, der um diese Zeit ziemlich leer war, weil es so heiß war.

Leuchtturm

Hier tummelten sich viele Chamäleons, die ihre Farbe dem Untergrund anpassten und wenn ich ihnen zu nahe kam in ihren Erdlöchern verschwanden:

Chamäleon

Die Dorfjugend badete im Wassertank.

watertank

Wir bewunderten Überreste vergangener Königreiche, hier den Swimmingpool eines Königs aus dem 8. Jahrhundert:

swimmingpool

Das Wasser stammt wohl auch aus dem 8. Jahrhundert.

Wir staunten auch über Krishnas Butterkugel. Krishna machte nämlich mit den Gopis einst eine Butterkugelschlacht. Das ist sowas ähnliches wie eine Schneeballschlacht bei uns. Dabei ist eine übrig geblieben und versteinert.

KrishnasButterball

Bei der berühmten Felswand, die die indische Kosmologie im Relief mit Fabelwesen und Göttern darstellte, bekam ich in der prallen Sonne beinahe einen Hitzschlag.

Relief

Als ich mich bei der gegenüberliegenden Mauer in deren Schatten stellen wollte, stand ich plötzlich neben einem gerade pinkelnden Inder.

Pinkelwand

Der Erwerb einer eiskalten Cola brachte mir die Lebensgeister wieder zurück.
So konnten wir noch zu den 5 steinernen Rathas fahren. Das sind kleine Tempelwagen ohne Räder. Sie wurden aus solchen Felsbrocken gefertigt, wie Krishnas Butterkugel.

5 Rathas

Die großen hölzernen Tempelwagen fahren an Festtagen durch die Stadt. Eigentlich war ich aber mehr an der Kühle ihres Inneren interessiert und an den Fledermäusen.

Gierig schaute ich auch nach den einheimischen Touristen, die das Eis der Straßenverkäufer essen konnten. Da es nirgends Toiletten gab, wollte ich das Risiko einer Darminfektion nicht eingehen und nippte an meiner inzwischen heiß gewordenen Wasserflasche.

tigercave
Zum Tigercave wollt ich zuerst nicht, bis ich mich versichert hatte, dass dort heute keine Tiger mehr leben.

Kokosnüsse

Hier wurden Kokosnussgetränke mit einem Strohhalm drin verkauft, zur Erfrischung.

Das Chamäleon aus den Raunächten

Letzte Nacht wurde ich bei meinem Spaziergang durch den Wald von einem mächtigen afrikanischen Weisheitsgott besucht. Er erschien mir in der Gestalt eines gelb-orangefarbenen Chamäleons und war eigentlich ganz lieb und anhänglich.

Chamäleon1

Dann haftete er sich jedoch an mich und wollte gar nicht mehr loslassen. Er war sehr von mir angetan. Mir aber war sein Spiel nicht geheuer und beim Versuch ihn von meiner Hand abzuschütteln, sah ich, dass er viele spitze Zähne besaß, mit denen er mich beißen könnte.

Ich flüchtete dann auf Baumstämme und kleinere Hügel, aber ich hatte erst eine Chance ihn loszuwerden, als ich ihn in meinem Zorn in eine Fäkaliengrube hätte werfen können.

Da schaute mich das arme Tier mit seinen großen bernsteinfarbenen Augen entsetzt an und ergriff das Weite. Ich erwachte aus diesem Traum mit einem sehr schlechten Gewissen.

Nun versuche ich meinen Traum zu deuten:

Nach einer afrikanischen Fabel schickte Gott das Chamäleon auf die Erde, um den Menschen mitzuteilen, dass sie nicht für immer sterben, sondern wie der Mond ins Leben zurückkehren.
Da das Chamäleon so langsam war schickte Gott auch noch einen Hasen los, der aber fort rannte, bevor er die Botschaft richtig gehört hatte. So überbrachte er einen anderen Text: „Gott sagt, dass ihr alle für immer sterben werdet.“

Das Chamäleon kam zu spät und Gottes Wort konnte nicht mehr verändert werden, sobald es einmal verkündet war, auch wenn es falsch wiedergegeben wurde.

Die Moral von dieser Geschichte ist, dass Eile zum Unglück führen kann. Das Chamäleon hat in Afrika auch den Namen „Geh-vorsichtig-zu-Werke“.

So werde ich wohl, da jede Raunacht einem Monat zugeordnet wird, im 10. Monat dieses Jahres geduldig sein müssen. Zum Glück habe ich ja noch viel Zeit um Geduld zu üben.