Tag-Archiv | Delhi

Heimreise von Delhi ins Musterländle

Als das von uns bestellte Taxi ankam, erkannten wir es zuerst gar nicht, weil nicht Taxi draufstand und es zwei Taxifahrer hatte- seltsam!

Ich habe dann mit meinem Stadtplan genau verfolgt, wohin wir fuhren, falls wir entführt werden.

Aber die beiden Taxifahrer waren sehr nett und fuhren uns schnurstracks zum Flughafen. Dort gab es dann gemütliche Liegestühle, weil man dort immer so lange warten muss. Wir dösten so gemütlich vor uns hin, nachdem wir die vorbeilaufenden anderen Wartenden ausgiebig beobachtet und kommentiert hatten, als es plötzlich einen fürchterlichen Krach gab und eine Deckenpanele mit der dazugehörenden Staubwolke herabkam.

Im Flugzeug war an Schlaf nicht zu denken, weil dauernd unnötige Ansagen kamen, leidende Väter mit ihren brüllenden Kindern durch die Gänge liefen. Wenn die Kinder mal schliefen kam das Essen und alle wachten wieder auf. Wir wunderten uns auch, was es zum Essen gab. Die Stewardessen fragten uns: „Chicken or Cheese or Scheiß?“ Äh, keinen Scheiß, Cheese!

So schauten wir uns einige schöne Filme an, einige auch im Schnelldurchlauf, bis wir beim Zoll in London Heathrow wieder beweisen mussten, dass wir keine Fußgranaten in den Sandalen hatten. Danach zogen wir uns um, für die Eiseskälte in Deutschland. Die Warterei war wegen der originellen Werbung recht kurzweilig. In einem Büchergeschäft fielen immer die virtuellen Bücher aus dem Regal und an einer Säule zeigte ein verübte Soldatseine Possen:

Am Flughafen in Deutschland bemerkte ich plötzlich, dass wir und unser Gepäck bestialisch stanken und hoffte, dass wir in ein Taxi einsteigen dürfen. Zum Glück ließ sich der Taxifahrer nichts anmerken.

Dann träumte ich die restliche Nacht nur noch von Indien- einschließlich Autogehupe….

Da meine Seele nicht so schnell fliegen konnte und ich die indische Zeit noch im mir hatte, wachte ich um 5 Uhr morgens auf. Alles war so eigenartig ruhig. Kein Flugzeugpropeller dröhnte über dem Bett. Ich hatte nicht mehr die üblichen Schwitzanfälle. Es waren 19 °C und ich fröstelte zog ich Wollsocken an, wickelte mich in eine warme Decke und freue mich über die frische klare Luft. Während ich meine Blumen ins Zimmer hole und begrüße, genieße ich meinen köstlichen Tee aus einer sauberen Tasse.

Beim ersten Spaziergang wandelte ich wie auf Wolken. Ich musste meinen Blick nicht mehr überall hinwenden nicht mehr auf der Hut sein vor den Paanspuckern. Es gab keine Ziegen, Kühe, Affen, Fledermäuse, Tauben und deren Scheiße mehr. Nirgends schlichen sich Gestalten an einen heran und bettelten. Niemand wollte mich zu irgendwelchen Geschäften animieren. Ich konnte auch nicht in tiefe Löcher in der Straße, Schlaglöcher, Baugruben usw. fallen oder mich in Dornengestrüpp verfangen. Es gab wieder Fußwege! Rundumblick adieu!

Unsere gesamten Sachen, inclusive Geldbeutel und Schuhen und halb Varanasi verschwanden mit ganz viel duftendem Weichspüler in der Waschmaschine.
Wir mussten unsere Wäsche auch nicht auf dem Mittelstreifen der Straße trocknen:

Wäschetrocknen

Jetzt, da wir unsere Füße aus dem Schlamm Indiens befreit haben, können wir den Lotus Indien daheim genießen…..

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/01/22/heiliger-lotus-7855091/

Shoppen in Delhi

Nachdem wir uns ausgeruht hatten, spazierten wir den 1. Und 2. Connough-Ring ab und klapperten alle Buch- und CD-Läden ab. Gut, dass wir ordentlich abgenommen hatten, sonst wären noch die uralten klapprigen bedrohlich wackelnden und quietschenden antiken Wendeltreppen unter uns zusammengebrochen.

Auf dem Innenplatz des Connough- Ringes war eine riesige Grünfläche, auf der Hunderte von Menschen saßen und sich ausruhten. Im Palika Bazar wollte ich einige Elektrogeräte kaufen.

Pustekuhfladenkuchen! Wir durften sogar unsere Rucksäcke mit hineinnehmen, aber das war gar kein Mediamarkt, wie man uns sagte, sondern eine Stadt unter der Stadt mit hunderten von kleinen Läden, meist mit Klamotten. Vor jedem Laden warteten mindestens drei Verkäufer, die uns mit allen Mitteln in ihre Läden locken wollten, worin sich dann noch viel mehr von ihnen befanden. Wir konnten nichts richtig anschauen, weil wir ständig angequatscht wurden. Das Getöse und Gedränge war unbeschreiblich, so dass ich irgendwann gar nicht mehr wusste, wo wir waren und nur noch raus wollte. Das Resultat war, dass wir gar nichts gekauft haben. Ein Glück, dass es dort keinen Stromausfall gab!

Im Japanmarket waren zwar viele Touristen, aber das Gedränge hielt sich in Grenzen und es gab dort schöne Dinge zum anschauen und günstig zu kaufen.

Im Shankarmarket, wo die Einheimischen ihre Dinge kauften, fand ich fast alles, war auf meinem Einkaufszettel stand, so wie z. B.: Tulsisamen (da wußte ich noch nicht, dass das Basilikum ist). Es gab dort weniger aufdringliche Verkäufer und man konnte sich normal mit den Menschen unterhalten. Das Einkaufen machte hier richtig Spass.

Nach dieser Strapaze mussten wir aber vor dem Dunkelwerden noch irgendwo versiegelte Wasserflaschen und Proviant finden. Das Risiko in der Pizzahut nebenan zu essen, wollten wir lieber nicht eingehen, weil wir uns für die bevorstehende Abreise vorbereiten mußten:

Das war gar nicht so einfach. Als wir dann endlich einen Stand mit kalter Cola , Kekse und Erdnüsse gefunden hatten und ich mich mit „danyawad“ bedankte, hat der Verkäufer sich so gefreut, dass eine Touristin mit ihm Hindi spricht, dass er sein vom Betelkauen bluttriefendes Gebiss entblößte.

Von nun ab wägte ich doch etwas genauer ab, was ich sagte.
Hier, überall an den Wänden landet nach dem Genuss urplötzlich die Betelspucke. Da müssen die Leute sich immer schnell in Sicherheit bringen, wenn sie nichts abkriegen wollen:

Dann kühlte ein Monsunregen die unerträgliche staubige Hitze wieder ab und wir erholten uns auf unserer Dachterrasse.

Fahrt von Agra nach Delhi

Indien kennen- und schätzen zu lernen hängt auch davon ab, wie viel man mit Humor nehmen kann, wie viel man ertragen und ausblenden kann vom Elend und Schmutz und wie weit man sich einlässt auf Indiens negativen Seiten.

Delhijpg

Leprakranke haben wir jedenfalls keine mehr auf der Straße gesehen. Sie (mit offener Lepra) sind heutzutage in speziellen Krankenhäusern untergebracht. Wir fuhren in Delhi auch an schönen Krankenhäusern vorbei, die sich allerdings nur die wohlhabenden Patienten leisten können.

KrankenhausDelhijpg

Unsere Sinne, die uns vor Täuschung und Betrug bewahrten, wurden geschärft und unsere Intuition verbesserte sich ebenfalls. Wir beobachteten mehr den Körperausdruck und die Mimik, wie es die Inder auch machten und durchschauten die Oberflächlichkeit. Wir konnten uns in dem Gedränge und bei dem Lärm nie richtig entspannen und mussten stets auf der Hut vor Überraschungen sein, aber so stärkten wir unsere Disziplin, besonders beim Essen.

Ich war etwas enttäuscht, weil ich mir Indien eigentlich etwas spiritueller vorgestellt hatte. Wie sollte man in dieser Umgebung meditieren und Kontakt mit dem Göttlichen aufnehmen? Hier regierten Schmutz, Geld und Lärm die Welt.

Wir fuhren an Rinderwahn (in Hindi: Vrindavan), einer Stadt mit 4000 Hare Krishna Tempeln vorbei. Dort hat Krishna die Kleider seiner Gopis gemopst, während sie badeten. Wir sahen aus der Ferne Agbars Grab und in Machura den Jai Guru, den Mandir, wo Krishna geboren wurde.
Im Auto hörten wir schöne Musik von der indischen Sängerin Lata gesungen und lernten von Ram etwas Hindi hinzu.

Krishna fragte seine Mutter einst: warum bin ich schwarz und meine Gopis weiß? Weil du nachts um zwölf geboren bist.

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/06/12/krishna-blau-8789151/

Das Hotel haben wir dann nach einem bisschen Suchen mit meinem Stadtplan gefunden und da wir nicht vorhatten, weitere Taxifahrten in Delhi zu machen, freute sich Ram, dass er zu seiner Familie heimfahren konnte und es gab eine herzliche Verabschiedung.

Da wir von der Reise ziemlich K. O. waren, sahen wir erst einmal alles düster und grau.
Wir durften zwar das ganze Hotel besichtigen, um uns ein Zimmer auszusuchen, weil wir nicht in einem vergitterten Zimmer wohnen wollten, aber einige hatten kein Fenster oder das Fenster zeigte zur lauten Hauptstraße hinaus. Dann erklärte man uns, dass die Gitter uns vor den Affen schützen.

Immerhin funktionierte die Dusche, nachdem wir sie repariert hatten und der Fernseher ging auch, nach einigem daran Ruckeln. Dann kam wieder der Handtuchtrick mit dem Bakschisch. Nachdem wir dann endlich bei lautem Rasenmähergedröne unserer Klimaanlage in einen totenähnlichen Schlaf versunken sind und irgendwann wieder erwachten, fühlten wir uns viel besser.

Wir liefen durch den Flur und kamen auf eine Terrasse mit weitem und interessantem Ausblick auf den Hinterhof.

Hier konnten wir uns zwischen Blumen vom Lärm zurückziehen und Libellen und Raubvögel wie Schwarzmilane beobachten, allerdings war es unglaublich heiß hier. Als ich mir einen Stuhl von der Terrasse mit ins Zimmer nehmen wollte, weil dort keiner war, stellten wir fest, dass der Tisch und die Stühle dort fest im Boden verankert waren.

Heilige Scheiße – Frauen dürfen ohne Begleitung nicht auf den Turm!

Nachmittags, als wir wieder ins Hotel zurückkamen, tauchte statt dem Verschollenen, der sich inzwischen krank gemeldet hatte, ein neuer Taxifahrer auf und wir fuhren zusammen nach Old- Delhi zur Jamia Masjid direkt ins Mittelalter. Dort stand auf einem Schild:

Unaccompanied women & children are not allowed to visit the tower!

Fotografieren war auch verboten, außer man bezahlte Schmiergeld für 4 €.

Da auch die Schuhe nicht im Rucksack auf das heilige Gelände durften, musste immer einer draußen auf die Schuhe aufpassen und der andere durfte barfuß durch die Heilige Vogelscheiße waten.

chandni chawk

Im Chandni Chawk ( Mondlicht Platz) konnten wir einkaufen und eine wurdersame Musik zog mich in den Sisganj Gurdwara (Tempel). Ich musste aber zuerst noch einen Sikh mit Säbel überlisten, der es mal wieder auf meine Schuhe abgesehen hatte. Diesmal sollte ich auch noch meine Füße mit einer ekligen Dreckbrühe waschen, vor der mich mein Hausarzt in Deutschland gewarnt hatte. Nachdem ich eine Weile mit dem Sikh zwischen den Säulen Verstecken gespielt habe, konnte ich irgendwann schnell durch eine Pfütze in den Tempel hüpfen.

sisganj gurdwara

In diesem Tempel war eine ganz heilige Stimmung, die mich stark beeindruckte. Ohne Unterbrechung wurde in einem lieblichen Singsang aus ihrem heiligen Buch, dem Guru Granth Sahib, rezitiert und gesungen. Ganz glücklich und auf Wolken schwebend kam ich wieder aus dem Tempel heraus.

Das Rote Fort, um das die Geier kreisten, war wegen den Vorbereitungen zum Nationalfeiertag geschlossen.

Weil meine Bluse plötzlich riesige Löcher hatte, mussten wir zum Connought Place fahren um eine neue zu kaufen. Dort belebten wir uns mit einer eiskalten Cola, die wir am Stand trinken mussten, weil die Wallahs ihre Flasche zurückhaben wollten.

Auf der Stadtrundfahrt zum India Gate und zum Parlamentsgebäude überraschte uns ein Monsunregen, der auch das Connor Platz Emporium so überschwemmte, dass wir nur ein paar sündhaft teure Kunstgegenstände und Saris bewundern konnten. Wer hat wohl so viel Geld, dass er in so teuren Läden einkaufen kann?

Schon am 2. Tag in Delhi verschwand unser Taxifahrer

Hanuman- Statue

Unser Taxifahrer hat gleich an unserem 2. Tag in Indien verschlafen oder unser Hotel nicht mehr gefunden. Da wir aber nicht auf ihn warten wollten, bestellten wir uns einfach ein Prepaid-Taxi und fuhren am Affengott Hanuman vorbei zum Laksmi- Tempel (Birla- Mandir) und dem Kali Bari Tempel.

Lakhsmitempel

Dort mussten wir immer wieder unsere Schuhe ausziehen, bis ich irgendwann nur noch barfuß gelaufen bin. Überall huschten Streifenhörnchen umher und plötzlich wurde Andi von einem Priester angemalt: Er bekam eine Blumenkette um den Hals und einen roten Punkt auf sein 3. Auge, mit dem er nun „die Wahrheit hinter dem Schein“ erkannte und seine Schuhe nicht unbeaufsichtigt stehen lassen wollte. Klar- wo bekommt man in Indien Schuhgröße 43! Für die Novizen war die ganze Geschichte sehr zum Kichern.

Beim nächsten Tempelchen wurde er schon mutiger, ging hinein und ließ seine Crogs außen stehen. Sofort kam ein Dreikäsehoch und schlappte grinsend damit über den ganzen Vorplatz.

Eine Banane schenkte der Tempelpriester uns auch, aber die tauchte später leider völlig gemanscht in der untersten Ecke des Rucksacks wieder auf. 

Vom Luxusländle auf die Müllhalde

Unser Flug ging über London- Heathrow, wo die Zöllner verlangten, dass wir unsere Schuhe ausziehen. Dann leerten sie unsere sorgfältig gepackten Rucksäcke total aus und schnüffelten in den letzten Ecken nach irgendwelchen Elektrogeräten, aus denen sie dann triumphierend die Batterien herausholten und uns belehrten, dass wir diese nicht im Gerät, wohl aber außerhalb des Gerätes transportieren dürften. Schade, dass der Reisende mit seinem weißen Pulver im Honigglas, das aussah wie Anthrax nicht mehr zu sehen war, das Theater hätte ich gerne beobachtet.

Nachdem wir lange Wege durch die Flughallen mit interessanten, fremdländisch gekleideten Menschen zurückgelegt hatten und zum richtigen Gate sogar mit dem Bus fahren mussten und endlich im Flugzeug saßen, wurden wir alle erst einmal entlaust. Ich habe mich schnell unter meinen Anorak verkrochen und so lange wie möglich die Luft angehalten, weil dieses Spray so scheußlich stank. Irgendetwas war hier wohl falsch. Wieso gibt es in London Läuse, die nicht nach Indien fliegen dürfen? Vielleicht hängt das damit zusammen, dass es hier Katzen und Hunde regnet.

Wir wurden in Delhi am Flughafen von einem Taxifahrer und einem Manager abgeholt. Es dauerte eine Weile, bis ich verstand, warum sie unser Hotel in der Innenstadt von Neu- Delhi, das ich doch rot in die Karte eingetragen hatte, nicht finden konnten. Es war nicht etwa nur, dass nirgends Straßennamen und Hausnummern angebracht waren, auch nicht in Hindi, sondern dass sie weder englische noch Hindi-Buchstaben lesen konnten und schon gar nicht einen Stadtplan.

Irgendwann nach ein paar Stunden, nachdem wir das halbe Stadtviertel befragt hatten, kamen wir schließlich im richtigen Hotel an.

Delhistromkabel

Es war stickig und dämpfig, so wie vor einem Monsunregen und als dann unsere Klimaanlage nicht funktionierte, haben wir dann eine Suite bekommen, mit einem Piccolo-Balkönchen und einem umwerfenden Blick zur Straße. Da ja mal irgendwann das Hotel auch renoviert werden muss, konnten wir uns an den Bauarbeitern und am Baulärm erfreuen.

DelhiBauarbeiter

Wir drehten dann noch eine Runde um den Block und hier wurden meine Sinne völlig verwirrt, von dem unbeschreiblichen Lärm, den Leprakranken die mitten auf der Straße herumlagen und den dunklen Gestalten, die überall in den engen Gassen zu lauern schienen.

Die Obdachlosen hatten einfach mitten im Getümmel ihre Claims abgesteckt, blaue Plastikplanen drüber gezogen und fertig war das Wohnschlafesszimmer, wo auf den Chulas, den tragbaren Kochern gekocht wurde und mittendrin die Kinder und Tiere herumliefen.

Delhi street(2)

Unterwegs verpasste ein Passant plötzlich ohne ersichtlichen Grund einem Rikshafahrer eine Ohrfeige. Dieser hat sich aber nicht gewehrt und sich nur erkundigt, warum er die bekommen hat. Seltsame Gebräuche sind das!

Kaum waren wir wieder im Hotel, prasselte unser erster Monsunregen los.
http://dschjotiblog00.blog.de/2010/11/19/monsun-indien-10009426/

Der Monsun in Indien

Die Luft ist voller schwirrender Libellen, die den Mosun ankündigen. Die Feuchtigkeit ist schon so hoch, daß sich meine Haare in kleine Löckchen kringeln. Von Juni bis September herrscht hier der niederschlagsreiche große Südwest- Monsun.(arabisch „Mausim“, Hindi „Mausam“ = Jahreszeit)
Er beinhaltet 80 -90 % der jährlichen Niederschlagsmenge in Indien, außer im Süd-Osten.

Auf unserer Stadtrundfahrt in Delhi zum India Gate und dem Parlamentsgebäude überraschte uns ein Monsunregen. Agni, der Feuergott der Veden kegelte. Danach war das Connor Emporium überschwemmt, mit den sündhaft teuren Kunstgegenständen und Saris. Aber diese und auch die Antiquitäten waren viel zu teuer für unseren Geldbeutel.

Kaum waren wir im Hotel, ging es wieder los, diesmal hämmerten aber die Handwerker. So liefen wir auf die Straße, um nach den Fluten zu sehen. Die Einheimischen nahmen es gelassen. Die Bauern sind auf den Monsun angewiesen, daher wohl auch die Vorliebe für das Regenwetter.

Aber die armen Rikshafahrer tun mit leid. Die bekommen die Fäkalienbrühe voll ab.

In Varanasi, war ebenfalls Regenzeit und die Mutter Ganga hatte Hochwasser. In dicken schlammigen Strömen floss sie Shivas Haare hinab. Sie leckte an den Stufen der Ghats und hatte schon etliche von ihnen verschlungen. So konnten wir nicht mehr an den Ghats entlang wandeln.
Aber auch in den Gassen dahinter ergossen sich richtige Sturzbäche durch die engen und winkligen Gassen. Wir wateten oder sprangen durch die Büffelscheißebäche zurück zum Hotel. Seit meiner Schulzeit habe ich keine solchen Sprünge mehr gemacht.

Unser Bett im Hotel fanden wir im Wasser stehend vor, obwohl wir ein Turmzimmer ganz oben bewohnten. Der Regen hatte gegen die Tür gepeitscht, die war aber undicht. Als ich anfing sämtliche verfügbaren Lappen im Hotel einzusammeln, sprangen die Angestellten plötzlich los und wollten auch helfen, das gab wieder Bakschisch.

Während und nach dem Monsun richten regelmäßige Überschwemmungen im Jumma-, Ganges,- und Brahmaputra-Tal schlimme Zerstörungen und ein großes Verkehrschaos an.