Tag-Archiv | Durga

Wie Naturgeister Dämonen vertreiben

Während ich meditiere und weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft weile, sondern das Geheimnis des Augenblicks genieße, höre ich eine leise Melodie aus der Mitte meines Gartens dringen.

Ich befinde mich in der Realität des Mystischen und nehme wahr, wie die Naturgeister Hymnen zur Göttin singen, während die Blüten ihren süßen Duft verströmen, die meine Seele bereichern und meine Sinne beflügeln.

Dämon

Sie lobpreisen die Göttin und singen davon, dass sie helfen soll, die fremdartigen und destruktiven Gedanken und Gefühle wie Unzufriedenheit und Angst, die in unser Denken eindringen wollen, zu bekämpfen.

Oh Göttin wecke mich aus dem Schlaf der Illusionen, damit ich die leise Stimme meines Herzens vernehme und meine Seele wachsen kann um Freude & Leichtigkeit zu verspüren:

In Indien wird das Stotra oder Stotram in Sanskrit gesungen, damit z. B. die Göttin Durga gegen den Büffeldämonen Mahisha kämpft:

http://shravanmanyam.blogspot.in/2014/02/MahisasuraMaridini.html

Shiva Rudra, Uma & Co

Daksha lud einst seinen Schwiegersohn, den höchsten Gott Shiva nicht zum Opferfest ein, weil dieser keinerlei Respekt vor ihm zeigte und sich stattdessen nackt mit seinem Freund Bana, einem hinduistischen Dämon, auf Friedhöfen herumtrieb.

Andere Dämonen, die Bhutas unterstehen auch Shiva. Es sind die unruhigen Seelen gewaltsam Verstorbener, die Krankheiten und Unheil bringen, weil sie nicht ordnungsgemäß beerdigt wurden.

Shivas Frau Uma brachte sich um, weil sie die Familienschande im Streit ihres Vaters mit ihrem Ehemann nicht mehr ertrug. Daraufhin enthauptete Shiva seinen Schwiegervater, setzte ihm dann aber den Kopf einer Opferziege auf und erweckte ihn so wieder zum Leben.

Uma ist die Mutter der Welt, die sich nach den Vorstellungen der Hindu- Männer hingebungsvoll um ihren Pascha kümmert und seine Kinder großzieht. Uma wird von einem Löwen begleitet.

Uma entging aber ihrem Schicksal nicht. Sie wurde als Shivas Ehefrau Parvati wiedergeboren.

Devi bekämpfte einst auf ihrem Tiger den Dämonen Durga, der sich jedesmal in eine andere schrecklichere Gestalt verwandelte. In seiner Gestalt als Büffel erschlug Devi ihn schließlich und wurde fortan Durga genannt.

Dschjoti beim Mantrasingen mit Saraswati

Langsam schlängelte sich die alte Fluss- und Fruchtbarkeitsgöttin Saraswati in unseren Meditationsraum.

Später wurde sie als Tochter des Gottes Brahma inkarniert (wiedergeboren) und mit dem Gott Vishnu verheiratet. Der verschenkte sie dann an Brahma, damit sie ihm bei Schöpferaufgaben helfen konnte. Sie schenkte ihm hierfür das Gayatri- Mantra und so konnte er den materiellen Kosmos erschaffen.

Dann wurde sie die Göttin der Wissenschaft und der schönen Künste. Meistens kann man sie bei ihrem Reittier, der Wildgans finden. Am liebsten spielt sie auf der Vina. Damit sie gleichzeitig die Veden und eine Gebetsschnur tragen kann hat sie vier Hände. Die könnte ich auch manchmal brauchen.

Nun hatten wir also die Ehre die Gemahlinnen der drei Weltenschöpfer in unserer Mitte zu begrüßen:

Außer Saraswati besangen wir auch Lakshmi, die Göttin der Fülle und des Reichtums und die Gemahlin Vishnus.

Die Gemahlin Shivas, die Göttin Durga, die die mütterliche Liebe repräsentiert ritt auf einem Tiger.

http://www.youtube.com/my_videos?o=U

Als unser Mantra sich dem Ende zu neigte, schlängelte sich Saraswati zusammen mit Lakshmi und Durga wieder gen Indien, damit die Menschen dort von ihren Sünden befreit werden können, wenn sie von ihrem Wasser trinken. Sie hinterließ uns eine duftende Lotusblüte.

Durch Mudras mit den Göttern sprechen

kraftvolle Handgesten aus dem alten Indien, stehen als Symbol für bestimmte Eigenschaften und drücken die Energien von Gottheiten aus.

Die Göttin Durga steht beispielsweise für Stärke, Feuer, Zerstörung und Reinigung. Indem ich ihre Geste mit meinen Fingern forme, kommuniziere ich mit ihren Kräften und kann ich mich in ihre Schwingungen einfühlen.

Ebenso falte ich meine Hände, wenn ich bete und kann somit in einen entsprechenden Zustand fallen, dass ich mit dem Göttlichen kommunizieren kann.
Auch durch kräftiges ein- und ausatmen und durch Meditation kann ich dies erreichen.

Die 2000 Jahre alten Fingerhaltungen aus der Natyasastra, die auch für den Tanz verwendet werden, heißen Mudras. In der Meditation verstärken Mudras die entsprechenden Energien.

Ich muss die Gegebenheiten schaffen um das Göttliche in mich eindringen zu lassen, so dass es durch mich wirken kann, sei es im Tanz, beim Malen oder einem anderen Ausdruck.

Das Göttliche kann sich in einem Lebewesen oder einem Kunstwerk, aber auch im Tanz offenbaren.

Wenn ich in diesem Gegenüber ganz aufgehe und mich selbst nicht mehr wahrnehme, kann ich zum Gegenüber werden und genauso empfinden wie dieses. Das ist ein innerer Zustand, in dem das Göttliche ungehindert durch mich hindurch wirken kann.

In Indien sagt man: „Wohin meine Hand geht, dahin gehen meine Augen. Wohin meine Augen gehen, dahin gehen meine Gedanken. Wohin meine Gedanken gehen, da entsteht Ausdruck. Wo Ausdruck ist, entsteht Rasa.“

Hier habe ich versucht Rasa zu erklären:
http://dschjotiblog00.blog.de/2010/02/26/rasa-lila-tanz-goettlichen-liebe-8080279/

Male ich ein Bild, so muss ich den Pinsel in meiner Hand und die Leinwand mit den Augen betrachten um das, was ich in mir spüre auszudrücken. Ich fühle und sehe das Wesen nun ganz genau vor mir, das ich malen will und seine Schwingungen übertragen sich auf mich. Die Hand malt automatisch das was ich empfinde.

Wichtig ist, dass ich mir bewusst bin, dass nicht ich, also mein Ego dieses Kunstwerk aktiv erschafft, sondern das Göttliche durch meinen Körper, meinen Geist und meine Seele wirken kann, weil ich mich ihm hingebe und seine Kraft durch mich hindurch fließen lasse.

Ablösen des Symbols

Nachdem wir das Symbol mit der unerwünschten Eigenschaft wie hier bearbeitet hatten:

http://dschjotiblog00.blog.de/2012/03/01/haeschen-transformiert-12973740/

legten wir uns zur Meditation hin und stellten uns einen traumhaften Platz vor:

Ich sitze in Ceylon im seichten klaren Wasser auf meinem Meditationskissen im Meer in einer traumhaften Sandbucht mit Palmen und freilaufenden friedlichen Tigern. Eine Götterstatue ist für die Göttin Durga in einen der dunklen Felsen gehauen worden. Nach einer Weile setze ich mich in meinen golden Kreis am Strand und lege mein Symbol, das die Eigenschaft enthält, die ich ablegen möchte, in den goldenen Kreis davor.

Ein weiteres Bild von einem blauen Tropfen, der in eine Wasseroberfläche eindringt und wieder herauskommt entsteht vor meinem inneren Auge. Da ich aber nicht weiß, was das bedeutet, schiebe ich dieses Symbol nicht mit in den Kreis:

Nun umfahre ich diese beiden Kreise mit einem blauen Licht in Form einer Acht.

Zwei Tiger kommen herbei und sie durchkauen die Verbindungsstelle und laufen mit dem Kreis und dem Symbol davon. Hinter ihnen her, schleifen die Bänder, die meine Chakren mit dem Kreis und dem Symbol, das ich von mir abtrennen wollte, weil es nicht mehr in mein Leben passt, verbunden hatten.

Ich liege noch eine Weile unter den hellbraunen Brettern des Fußbodens, dann schwebe ich wieder 30 cm über meiner Decke und lasse ich mich von den warmen und leichten Schwingungen der Göttin Durga durchdringen.

Dabei wundere mich darüber, dass ich gar nichts Furchteinflößendes an ihr wahrnehme, weder 10 Arme noch 20 Waffen und ihre Tiger sind so friedlich wie Haustiere. Sie vermittelt mir die Gewissheit, dass sich alles zum Guten wenden wird.

Die Göttin Durga

Sie wirkt in der materiellen Welt der Täuschung (Maya), indem sie es den Lebewesen ermöglicht, ihre Illusionen in der materiellen Welt auszuleben. Sie ist die Mutter des Universums. Sie ist vergleichbar mit Mutter Erde und lässt den spirituellen Menschen das Maya durchschauen.

Ihre furchterregende symbolische Gestalt hat 10 Arme des karmischen Handelns. Die Schlange in ihrer Hand zeigt den nagenden Zahn der Zeit. Mit den Waffen bekämpft sie die Untugenden. Ihr Reittier ist ein Löwe oder ein Tiger, der das Laster in Gestalt eines Büffeldämons zertrampelt.

In Indien wird im Oktober Durgas Sieg über den Büffeldämon mit dem 10-tägigen Fest Durga Puja gefeiert.

Durga, Indien, Göttin, Maya, Illusion, Täuschung, Dämon, Tiger, Löwe, Büffeldämon, Puja, Reittier, Schlange,

Sind Eure Verwandten auch alles „Ratten“?

Die heilige Karni Mata ist eine Reinkarnation der Göttin Durga und die Schutzgöttin der Rajputen lebte im 14. und 15. Jahrhundert. Ihr ist der heilige Rattentempel Karni Mata geweiht, in dem die Pilger gemeinsam mit ihren Vorfahren, den Ratten aus den selben Behältern speisen, ohne dass es je zu einer Epidemie gekommen wäre:

Um den toten Sohn einer Fürstenfamilie wieder zum Leben zu erwecken, verlangte Karni Mata vom Totengott Yama die Herausgabe der Seele des toten Kindes. Weil das Kind aber schon wiedergeboren war, war dies nicht mehr möglich.

Karni Mata schwor daraufhin, dass niemand aus ihrem Volk je wieder das Totenreich betreten würde und dass die verstorbenen Seelen somit als Ratte wiedergeboren würden. Nach einem Rattenleben sollten sie als Sänger auferstehen. Deshalb werden fahrende Sänger bei den Rajputen besonders verehrt:

Karni Mata lebte 150 Jahre lang und blieb jung und hübsch und nach ihrem Tode wurde sie eine Ratte.

Unter meinen Verwandten gibt es wirklich Ratten, chinesische! Und bei Euch?