Tag-Archiv | Ekstase

Der mystische Albtrauf

Autalwasserfall

Auf meiner Albtraufwanderung um Bad Überkingen traf ich nicht nur auf unzählige Märzenbecher, sondern auch auf alle Arten von Naturgeistern.

Meine Füße wurden ganz schwer, als ich den mystischen Pfad, zum Autalwasserfall erklomm.
Hier sind die Energien so fein, dass ich mich auf eine Stufe setzte und mit der Buchstabenmeditation begann.

Da jeder Buchstabe einen heiligen Laut symbolisiert, begann wieder dieses eigenartige Knistern um mich herum.

Während ich mich in den Zaubergesang der Quellen einschwang, malte ich Buchstaben auf meine Füße und dankte ihnen, dass sie mich an diesen zauberhaften Ort getragen hatten.

So brauchte ich nicht lange ein und auszuatmen, um die aufgenommene Energie in meine Füße hinabsteigen zu lassen, bis die Buchstabenmystik eine leichte Ekstase in mir hervorrief. Ich konnte diese liebliche Fee an den Wasserfällen bei ihrem Tanz beobachten:

Zuletzt verschwand sie in der Brunnensteighöhle. Aber dorthin wollte ich ihr nicht folgen.

Der liebe Augustin auf dem Pestfriedhof

Nachdem des den ganzen Tag genieselt hatte, klarte es abends noch auf, so dass es noch zu einem kleinen Spaziergang zum Pestfriedhof reichte, bevor den nächste Regenguss auf die Erde herab prasselte.

Wie man auf dem Video sieht, werden hier auf dem Land die Pestfriedhöfe noch in Ehren gehalten.

Unterwegs und auf dem Pestfriedhof tummelten sich wieder einige wunderliche Gestalten. Es duftete kräftig nach Hollunderblüten und Rosen und die Vergangenheit zog an mir vorbei:

Der Schwarze Tod kam 1347 mit Gewürzen und Seide von Asien nach Europa und begann wie ein gewöhnlicher Schnupfen mit Niesen.

Dann wurden die ohrenbetäubenden Pestglocken geläutet und die Menschen riefen die Pestheiligen St. Rochus und St. Sebastian an. Die waren wohl offenbar nicht zuhause.

Außer Weihrauch und Myrrhe sollte ebenfalls Medizin aus Hühnerkot, Krötenlaich, Knabenurin und Spinneneiern oder „armenische Erde“ wirken.
„Hätten d“ Leut gessa Knoblauch und Bibernell, so wäre sie nit g“storba so schnell“, hieß es später im Allgäu.

Gewalttätige Büßer und Flagellanten, die Metallsplitter in ihre Geißeln eingeflochten, gewannen an Einfluss. Bei der Tanzwut (Veitstanz), bewegten sich verzweifelte Menschenmassen bis zum Umfallen in Ekstase.

Schreckliche Ausschreitungen gegen Juden fanden statt. Sie waren mit einem runden gelben Flecken gekennzeichnet, die ein Geldstück symbolisierte und die die sie auf ihrer Kleidung tragen mussten.

Die Passionsspiele von Oberammergau sollten die Pest vertreiben und prächtige Pestsäulen wurden errichtet.

Da die Pest so viele Menschen dahinraffte, wurden wegen Menschenmangels Löhne erhöht, neue Produktionsmethoden erfunden und so dem Kapitalismus die Tore geöffnet.Hersteller von Würfelspielen stellten die Produktion auf Rosenkränze um.

Aber alles nützte nichts. Die alte Ordnung brach zusammen.
Es gab keine menschlichen Werte mehr und die Kirche hatte auch nichts mehr zu sagen.

Ärzte, Priester und die Reichen flohen. Arme plünderten und besetzten verlassene Häuser. Streunende Hunde fraßen die nach Pestilenz stinkenden Leichname.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13514224.html

Die Pesttoten wurden nicht mehr in den Ortschaften, sondern weit außerhalb auf den Pestfriedhöfen bestattet, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreiten konnte.

Der Dudelsackbläser Augustin, saß auf dem Zaun des Pestfriedhofs und weckte mich aus diesen düsteren Gedanken mit seinem bekannten Lied:

Oh du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Geld ist hin, Mensch ist hin,
oh, du lieber Augustin, alles ist hin.
Rock ist weg, Stock ist weg,
Augustin liegt im Dreck,
oh, du lieber …

Und selbst das reiche Wien, hin ist‘s wie Augustin,
Weint mit mir im gleichen Sinn, alles ist hin.
Jeder Tag war sonst ein Fest, jetzt aber haben wir die Pest!
Nur ein großes Leichennest, das ist der Rest.
Augustin, Augustin, leg nur ins Grab dich hin!
Oh, du lieber Augustin, alles ist hin!

Nach http://www.griechenbeisl.at/page.asp/-/Der%20liebe%20Augustin

Schwertertänze von schamanisch bis lustig

Schwerttanz

Koreanische Schamaninnen tanzen bei ihrer Einweihung nach einer religiösen Zeremonie den Schwertertanz Mu-Dang, nachdem sie in Ekstase gefallen sind – barfuß auf den Klingen- ohne zu bluten:

Die koreanische Schamanin Hi-ah Park tötet hier das Ego eines Deutschen um ihn zu heilen:

Wir tanzten unseren Schwerttanz etwas unbeschwerter, aber auch nicht so wie hier bei 0:39 :

So ein Affentanz

Auf Tempelhöfen oder Friedhöfen werden in den Vollmondnächten bei gespenstischem Licht in Bali Trancetänze aufgeführt, so wie bei dieser hinduistischen Zeremonie:

Exotischer Kecak Kult Affentanz Ritual

Manchmal steigern sich die durch Sandelholzrauchschwaden in Trance gefallenen Menschen so in die Handlung hinein, dass sie die Bösewichter in ihrer Ekstase angreifen.

Bei diesem „Kecak“ dem Affentanz, kann man sich das gut vorstellen:

Es gibt aber auch andere Tempeltänze für die balinesischen Götter und solche die der Natur besonderen Respekt entgegenbringen:

Mechthild von Magdeburg (1212 bis 1294) – die Troubadoura Gottes

Mechthild von Magdeburg war eine der bedeutendsten Mystikerinnen Mitteleuropas und eine umstrittene Persönlichkeit.

Mit 12 Jahren hatte sie ihr erstes mystisches Erlebnis. Später beschrieb sie in poetischen Versen und Hymnen über die Wonnen und Qualen ihre mystischen Erfahrungen mit Gott. Sie erregte mit ihrer in deutsch verfassten literarisch hochwertigen Schrift „Das Fließende Licht der Gottheit“, die sie in überirdischer Entrücktheit schrieb und mit ihrer Zeitkritik am realen Ordensleben der Kirche und der Welt viel Aufsehen.

Sie lebte in einer ganz persönlichen Liebesbeziehung mit Gott. In ihrer Ekstase sah Mechthild Jesus als schönen Jüngling (Schöner Jüngling, mich lüstet dein) ihre Zelle betreten. Mechthild begreift ihre Seele, d.h. den Teil ihres Wesens, der Gott ganz zugewandt ist, als „erwachsene Braut“, als Geliebte Gottes.
Die Minnetexte Mechthilds sind glühende Liebeslieder. Ihre Schriften befassen sich mit dem Menschlichen in Gott und dem Göttlichen im Menschen.

Die Momente des Einsseins mit Gott lösen bei ihr geistige Reifungsschübe aus. So wächst sie in spiralförmigen Bewegungen langsam in Gott hinein: von der Liebe (Minne) in die Erkenntnis, von der Erkenntnis in den Genuss. Mechthild vergleicht diesen Vorgang mit einem Tanz : Dieses Einschwingen in Gott, dieses Einswerden im Rhythmus, das ist der Tanz, den Gott die Seele lehrt.

Gott vergleicht die Seele fünf Dingen

O du schöne Rose im Dorne!
O du fliegende Biene im Honig!
O du reine Taube in deinem Sein!
O du schöne Sonne in deinem Schein!
O du voller Mond in deinem Stande!
Ich kann mich nicht von dir wenden.

Doch je inniger die lichte Zweisamkeit, desto schmerzhafter der dunkle Abschied. Die Kehrseite dieser großen Gottesnähe ist die „Wüste“, der Gottesabwesenheit: „Du sollt das Nichts lieben…Die Seele lernt, ins Dunkel hinein zu lieben, in der Gewissheit, dass es der Schatten ist, den das große Licht Gottes wirft.“

Wüste

Die ‚Schule der Nacht’ lehrt sie, andere nicht allein zu lassen, wenn sich die Seele verfinstert, wenn sie die ‚Todesschattenschlucht’ betreten.

Link zum Video: Die Wüste hat 12 Dinge :

http://video.aol.co.uk/video-detail/reinhard-seehafer-die-wste-hat-zwlf-ding/389702751