Tag-Archiv | Eschenbach

Herbstmeditation zwischen Eschenbach und Schlat

Schlat2

Ich liege auf einer wellenförmigen Bank zwischen Schlat und Eschenbach und lausche der herbstlichen Stille. Nur ab und zu blinzelt die Sonne zwischen den Wolken hervor. Sie wärmt mich aber kaum. Während meine Gedanken mit den Wolken  an mir vorbeiziehen,  betrachte ich das bunte Farbenspiel der Blätter.

Morgens lag noch der kalte Nebel über den Tälern, als die Waldarbeiter bereits ihre Bäume fällten. Bunte Astern und andere Herbstblumen leuchteten aus den Gärten hervor. Rote Äpfel warteten in den Bäumen darauf gepflückt zu werden. In den Wäldern roch es stark nach Feuchtigkeit und Moder zwischen den unzähligen  Pilzen, die überall hervorsprosen.

In den Orten waren die Vorgärteneinladend geschmückt mit allerlei illustren Gestalten. In Eschenbach war die Andreaskirche wieder mal abgeschlossen, so dass ich jetzt immer noch nicht weiß, wie es darin aussieht. Den doppelten Bürgergeistern wurden es ganz bunt, als mir die Naturgeister meine Kamera verhexten. Erst nach einer Weile verschwand der Zauber wieder von selbst.

Oder hatten sich  etwa die Naturgeister so sehr über den wilden Hund erschreckt, der zähnefletschend mit großem Gebell aus dem Bauernhof Rommental bei Schlat heraus auf mich zu fegte,  um mich zu verjagen. Nachdem ich ihm erklärt hatte, das dies hier eine öffentliche Straße sei und er sich mal lieber um sein blödes Herrchen kümmern soll, das weit und breit nicht zu sehen war und vielleicht irgendwo seinen Rausch ausschlief, ließ er sich davon überzeugen, mich vorbeigehen zu lassen ohne mich zu beißen.

https://www.youtube.com/watch?v=Zb3eukhYUJs

Der restliche Weg war dann sehr gemütlich und nur durch gelegentlich vorbeirasende Traktoren und Waldfahrzeuge unterbrochen.

Hier könnt Ihr noch mehr von meinen früheren Abenteuern in Eschenbach erfahren: https://dschjoti.wordpress.com/?s=B%C3%BCrgermeister+Eschenbach

Die Geister von Eschenbach

Der Spuk ging schon beim Eierautomat am Anfang von Eschenbach los. Irgendwelche Geister gönnten mir die Eier nicht. Sogar das 2 €- Geldstück, das ich vorschriftsmäßig hinein warf, wollten sie behalten und gaben es nur auf meine wütendes Getrommel wieder heraus.

Danach stellten sie den ganzen Ort auf den Kopf. Beim Rathaus genügten ihnen zwei Bürgermeister nicht, sie mussten die Bürgermeister auch noch mehrfach klonen.

So hatte ich mir die Geister von Eschenbach eigentlich nicht vorgestellt.

Einer flog die ganze Zeit dröhnend über unseren Köpfen herum und andere zischten von hinten heran oder klingelten, damit wir zur Seite sprangen. Sie machten wohl heute ein Geisterrennen.

Die Wassergeister ließen es von oben tröpfeln, so dass wir den ursprünglich vorgesehenen Weg abkürzten. Gegen die kalten Geister des Windes hatten wir uns warm eingepackt, dafür schien die Sonne dann umso wärmer, wenn sie mal hinter den Wolken hervorlugte.

Etliche Häuser sahen aus, als ob ein Feuergefecht mit Kugeln stattgefunden hätte. Die Schindeln und die Rolläden waren durchsiebt und die Blechverkleidungen hatten eigenartige Dellen. Wir liefen an einem riesigen verwüsteten Maisfeld vorbei, über das die wilde Meute getrampelt war. Zwischen den übriggebliebenen Stengeln grinsten die Kobolde hervor.

Vielleicht sollte hier mal ein Geisterjäger vorbeikommen…