Tag-Archiv | Garda

Faulenzen in der Ferienanlage am Gardasee

Poolanlage

Nachdem wir nun so viel unternommen hatten, wurde uns bewusst, dass wir uns auch noch ausruhen wollten. Also machten wir nur noch kleinere Spaziergänge. In der Ferienanlage gab es auch noch viel zu beobachten:
Außer den Enten gab es noch jede Menge anderer Tiere in der Anlage und am See.

Eidechse

Viele Millionen und Abermillionen von kleinen Mücken umtanzten uns am Gardasee. Der Kuckuck schallte jeden Abend und jeden Morgen durch die Anlage.

Eine Katze, die um Almosen bat, holte sich wieder Kraft durch etwas Milch und Sauerrahm. Danach war sie so kräftig, dass sie mit einem Satz auf den Olivenbaum sprang und mit der Eidechse im Maul wieder herunter kam. Wir gingen dann fort, weil wir ihr bei ihrem Festmahl nicht auch noch Gesellschaft leisten wollten:

http://www.youtube.com/watch?v=wdRthMSFCcw

Eigentlich musste es unten am See und im Ort außer Eidechsen auch Mäuse oder Ratten geben, weil wir öfters Fallen sahen, mit giftiger Aufschrift.

Rattenfalle

Am letzten Morgen war der Swimmingpool mit lauter Olivenblüten geschmückt. Ob sich das wohl der Liegenwerfer ausgedacht hatte?

Es war amüsant, dem Badeaufseher beim Liegenwerfen zuzusehen. Er machte das genau so wie der Pinselschwingende Maler, den wir auf der Promenade nach Bardolino beobachtet hatten. Das war eben a la Italia.

Immer wieder warf er die Liegen krachend in Position, bis er alle Urlauber verjagt hatte.

Jetzt war mir endlich klar, warum so viele Liegen kaputt waren. Ich dachte an Vandalismus. Er war wohl in seinem früheren Leben ein Feldwebel und glaubte, er müsse alle in Reih und Glied aufstellen. Dabei schob am nächsten Morgen sowieso jeder die Liegen wieder an einen anderen Platz und verstellte die Lehne:

http://www.youtube.com/watch?v=3Ex3Wjw__9E

Hier ging er übrigensviel sanfter mit den Liegen um, als an den vorausgehenden Tagen, als ich die Kamera nicht bei mir hatte.

Spaziergang von Garda über Bardolino nach Cisano

Gardasee

Leise plätscherten die Wellen am Gardasee und die Enten führten ihre Küken spazieren. Wir wateten wieder durch den Weg vor dem Lido Cafe, der wie immer nass war.

An diesem wunderschönen Morgen wir liefen nach Bardolino, wo mal wieder Krämermarkt war.

Am Ufer trieben sie einen eigenartigen Wassersport. Sie versuchten in einer riesigen Plastikrolle über den Gardasee zu laufen.

http://www.youtube.com/watch?v=txo8fy7PXBc&feature=c4-overview&list=UUx7owFxywDsgLXSMhTDtydQ

Wir wollten lieber nicht auf diese Weise nach Garda zurücklaufen, um nicht die Lachplatte von Garda zu werden. Deshalb liefen wir lieber normal auf dem Weg weiter, zwischen Radfahrern, Anhängern, Hunden, Rollstühlen, Enten und Spaziergängern….

Dann kamen wir durch das Örtchen Cisano.

http://www.youtube.com/watch?v=ekntf_U79Lg&feature=c4-overview&list=UUx7owFxywDsgLXSMhTDtydQ

Eigentlich wollten wir dort nur mal hinter die nächste Ecke schauen, wie es dort wohl aussah und so liefen noch etwas weiter…

Die verrückten Enten auf der Uferpromenade von Garda

Immer, wenn wir die Uferpromenade entlang spazierten, erregten irgendwelche Wasservögel das Aufsehen der Urlauber.

Küken von Garda

Ob es diese verhexten Enten waren:



http://www.youtube.com/watch?v=4_5N-KJQcxc&feature=c4-overview&list=UUx7owFxywDsgLXSMhTDtydQ

oder die Entenfamilie mit ihren süßen neuen Küken:

http://www.youtube.com/watch?v=IS6V5c3pAUA&list=UUx7owFxywDsgLXSMhTDtydQ

Bei den Enten geht es so sittsam zu, wie heutzutage nicht mal mehr in der Kirche. Die Weibchen links und die Männchen rechts vom Schwan.

Die Enten halten Abstand von ihm, weil sie wissen, dass Schwäne sich nicht nur von Brot allein ernähren:

https://www.youtube.com/watch?v=gS6Ya9LwE_w

Nur manche Menschen wissen es noch nicht.

Im Labyrinth des Monte Luppias

Über uns türmten sich schon wieder Wolken auf. Deshalb liefen wir zügig weiter, den Pilgerweg entlang, vorbei an blühenden Wiesen und wunderschönen Ausblicken auf den See.

Als die Sonne wieder heiß zu brennen anfing, umfing uns der kühle Wald vom Monte Luppia. Nur leider war der wieder total verhext. Es ging immer leicht bergauf und manchmal wurde der Weg enger und steiniger oder war vom Gebüsch überwachsen.

Wir fanden einen felsigen großen Platz mit einer unglaublich schönen Aussicht auf Garda, Bardolino und den Gardasee. Die Blumen, die hier wuchsen, hatten wir noch nie gesehen. Irgendwo hier mussten die Graffitis der Steinzeitmenschen sein, die 1964 hier entdeckt worden sind.

Wir machten eine Weile Rast und genossen die feinen Energien dieses Kraftplatzes und lauschten den Gesängen der Naturgeister. Wir konnten unten am Berghang im Olivenhain sogar den riesigen Pool unserer Ferienanlage entdecken.

Aber die Wolken kamen bedrohlich näher und wir mussten irgendwie von diesem steilen Felsen wieder herunter kommen. Also mussten wir zum letzen Schild zurück. Diesem folgten wir, bis wir merkten, dass der Weg in die falsche Richtung führt. Da es der einzige Weg war, der nach unten führte, folgten wir dem dann trotzdem.

Manches kam mir irgendwie bekannt vor, wie der alte Brunnen. Den hatte ich doch schon mal gesehen. Aber hier waren wir ja noch gar nie gewesen…

Wir kamen an verwunschenen alten Gemäuern vorbei, mit Schildern, dass die Gebäude einstürzen können. Wir liefen aber einfach weiter, dem Pilgerpfadschild nach. Kurz vor Torri del Benaco drehten wir wieder um, weil wir ja nach Garda wollten. Wir pfiffen auf die Schilder und liefen nur noch parallel zum Gardasee. Das war dort, wo die Sirenen sangen.

Bachbettgeröllweg

Wir liefen wieder einen Weg, der immer enger wurde und im Gestrüpp endete. Dann zwängten wir uns einen engen Trampelpfad entlang, der wenigstens nach unten und in die richtige Richtung verlief. Aber er wurde immer mehr zum Bachbett. Inzwischen war uns das auch egal, Hauptsache wir kamen vor dem Regen zurück.

Lampe im Müllsack

Wir rollten, rutschten und hangelten uns mit der Lampe im Riesenkarton im Müllsack und den Rucksäcken dieses Bachbett voller Geröll hinab, bis uns plötzlich eine Italienerin mit Fahrrad und Kopfhörern entgegen kam. Sie musste zuerst das Fahrrad auf die Felsen herauf wuchten. Dieses Mal war ich diejenige die fragte, ob es hier nach Garda geht.

Zu meiner Erleichterung zeigte sie in die Richtung aus der sie kam.

Es war hier viel steiler als auf dem Foto, aber an der Stelle musste ich mich gut festkrallen und hatte keinen Finger frei um zu fotografieren:

Felshangweg

Wir rutschten und hangelten uns also weiter das Bachbett hinab und hofften, dass es nicht so ein Gewitter gibt wie gestern. Bei jeder Kurve des Bachbettes hoffte ich, dass das Geröll mal aufhört, aber es ging Kilometerweit so weiter und mit uns ächzten die Waldgeister.

Als endlich wieder ein Schild kam, waren wir erstaunt, dass das ein Weg sein sollte. Er führte uns aber zu dem Wegkreuz, das wir schon kannten und so mussten wir uns nur noch einen uns bekannten Weg zur Uferpromenade hinab schleppen und ich dann konnten wir unsere müden Füße im Gardasee abkühlen.



http://www.youtube.com/watch?v=7PcrHXUmamk&feature=c4-overview&list=UUx7owFxywDsgLXSMhTDtydQ

Inzwischen war es halb neun Uhr abends und wir waren richtig froh, dass es noch nicht geregnet hatte. Es reichte sogar noch für eine Runde Schwimmen im Pool.

Mit dem Schiff von Garda nach Torri del Benaco

Morgens, während wir auf unser Schiff warteten, inspizierte ich die Toilette im Lido. Lisa Ortgies von Frau- tv hätte ihre Freude daran gehabt:

WC3

WC2

WC 1

Wir konnten auch beobachten, wie ein anderes Schiff, welches eigentlich schon abgefahren war, noch mal zur Anlegestelle zurückfahren musste, weil einige Urlauber auf der Fahrt so von den Sirenen betört wurden, dass sie vergaßen in Garda auszusteigen.

Nachdem wir in langen Schlangen am Kai aufgestellt worden sind und das Schiff endlich kam, durften diejenigen die zuletzt kamen zuerst einsteigen. viva Italia, das waren wir :wave:

Vom Schiff aus sahen wir Garda und seine Umgebung mal wieder aus einem anderen Blickwinkel.

Wir fuhren wieder an der Sirenenbucht vorbei und winkten kräftig.
Rennboote überholten uns.

Die kühle Brise war angenehm, weil die Morgensonne schon kräftig brannte.

Die Reise über den Gardasee war leider viel zu schnell vorbei.

Hier könnt Ihr klicken und mit auf die Schiffsreise gehen (das Einbetten mit dem neuen Einbettungsmodus funktioniert leider auch auf der Beta Seite nicht 😦

http://www.youtube.com/watch?v=fI_1_eCjVOo&feature=c4-overview&list=UUx7owFxywDsgLXSMhTDtydQ

Wir besichtigten noch einmal in aller Ruhe Torri del Benaco und liefen dann den Berg hoch nach Albisano.

Wanderung durch das neue Garda

Am Tag nach dem Sturm wollte ich nicht wieder durch den See vor der Straße waten. Deshalb nahmen wir wieder den Hinterausgang.

Eine Palette war bei dem Unwetter den Bach hinab gerauscht und so mussten wir etwas weiter springen um nach Garda zu kommen.

Unterwegs kamen wir an eigenartigen Medizinsammelbehältern vorbei. Hatte niemand Sorge, dass Kinder sich hier bedienen könnten?

Überall trafen wir auf Marienstatuen und Heiligenbilder. Ich wollte gerne herausfinden, was unter der Kuppel war, die ich jeden Tag sah. Es war das „Gardacqua“, ein Wellness- Schwimmbad mit Sauna, Fitnesscenter usw.

Wir erfreuten uns an den blühenden Feldern und liefen an Villen mit prächtigen Gärten vorbei, bis wir an einen Fluss Torrente Gusa kamen, der über den Weg floss. Vorsichtig tasteten wir uns hindurch. Zum Glück er schwemmte uns nicht hinweg, wie die Palette.

Toll, dass wir hier in der Einöde endlich eine Wanderkarte fanden. Sie half uns aber auch nicht wirklich.

Wir machten Rast bei der hübschen Kapelle San Bernardo. Nebenan feierten die Veteranen des 1. Weltkrieges ihre Partys.

Auf dem Rückweg feierte ein Fußballverein an der Straße gerade seine Käseparty.

https://www.youtube.com/watch?v=DhT_wInva7k&feature=c4-overview&list=UUx7owFxywDsgLXSMhTDtydQ

Abends jodelten wieder die Italiener im Haus über uns, weil sie „vorglühen“ mussten. Aber sie gingen bald zum Abendessen ins Hotel und wir konnten wieder andächtig den Chören der Naturgeister lauschen.

Der Zorn des Benacus

Benacus hatte mal wieder seinen Dreizack in die Felsen des Monte Baldo gerammt und die Funken stoben, dass es krachte. Der Himmel öffnete sich und die Fluten rasten die Berge herab.

Wir fuhren und mit dem Bus von Torri del Benaco zurück nach Garda und landeten mitten in diesem Unwetter.

Zum Glück konnten wir uns ins Wartehäuschen flüchten und hatten einen prima Blick auf den Busbahnhof. In der Mitte der Kreuzung war ein Gulli mit einem Strudel.

Die Geschäftsleute, denen die Brühe in die Läden lief, waren natürlich nicht so begeistert, wie die meisten Urlauber, die das Unwetter lustig fanden und drauflos planschten, weil es auch recht warm war und sowieso jeder nass war.

Da kaum jemand einen Schirm dabei hatte, mussten Mülltüten, Einkaufwagen, Stühle und sonstwas als Regenschutz herhalten. Die Unterführungen waren nur noch unterirdische Wasserläufe und so gab es oberirdisch auch erst mal ein Chaos beim Überqueren der Straßen.

Das liebliche Bächlein war zu einem wütenden Fluss geworden.

Zum Glück war eine Autoschlange an der hochfrequentierten Straße vor unserer Anlage. So wurden wir wenigstens nicht von den Autos nassgespritzt. Dafür hatte sich ein undurchsichtiger See davor gebildet, durch den wir mit unseren Sandalen hindurch waten mussten:

http://www.myvideo.de/movie/9165092
Unwetter in Garda – MyVideo

Vom Berg kam ein reißender Bach unsere Straße herab und ich kam mir vor, wie eine Forelle, die den Fluss hinaufschwimmen muss. Vorsichtig prüfte ich mit den Füßen, ob mich die reißenden Fluten auch nicht hinwegspülen würden. Dann hagelte es auch noch und ich musste eine Weile unter den Olivenbäumen Zuflucht suchen.

Ich war schon nass bis auf die Haut, als ich endlich unser Haus erreichte und mich unter der warmen Dusche wieder aufwärmen konnte.