Tag-Archiv | geisterwelt

Krafttierschleiertanz gegen Blockaden

Laut und kräftig erhob sich die kalte Stimme mit ihrer Litanei: „Das ist doch alles nichts, was Du da machst… Du bist zu groß, zu dick, zu alt, zu träge, zu unbegabt….dazu. Lass das mal die anderen, die Begabteren tun…“

„So nicht“, erwiderte ich wütend. „Ich bin eine Traumtänzerin und tanze mir meine Wünsche wahr“. Ich schnappte mir meinen Schleier und schwenkte meinen Körper im Takt der Musik gegen die Stimme, die mich zu ersticken drohte, an.

Schon nahten die Krafttiere, die mir zu Hilfe eilten. Es waren starke, dickköpfige Tiere, die mir Kraft gaben und mich verteidigten.

Nashornschleiertanz

Während sie mit unbändiger Lebenskraft in die Woge meines Schleiers eindrangen, nahm ich alle Gerüche der Umgebung stärker wahr und konnte die Gedanken und Absichten der Menschen in der Umgebung wahrnehmen. Der Vorhang zur Geisterwelt stand weit offen . Ich nahm die Macht ihrer Hörner wahr und drehte mich um meine Achse. Sie aber steigerten ihre Geschwindigkeit und kreisten donnernd um mich herum. Meine Tanzschritte wurden kräftiger, mein Vertrauen sicher in die Welt hinaus zu tanzen wuchs enorm:

Als die Musik verebbte und sie langsam wieder entschwinden wollten, bedankte ich mich bei meinem Krafttier und behalte es dankbar in meinem Herzen. Seine Energie aber belebte noch lange Zeit den Raum.

Ein kleines Plastik-Nashorn bewahre ich zur Erinnerung, dass es mir Sicherheit gibt, in meinem Setzkasten auf.

Samhain-Halloween

Samhain, das Dunkelmondfest (Sam=Sommer, hain =Ende irisch) wurde schon vor 5000 Jahren zur Zeit der Kelten gefeiert.
Am 31. Oktober wird das Ende des Sommers gefeiert und es ist der Beginn des Jahres für Hexen und Kelten. Durch einen Bruch im Zeitgefüge wird an diesem Tag der Vorhang zwischen der Welt der Menschen und der Geisterwelt besonders dünn.

Eule

Die keltischen Druiden glaubten, dass es zu dieser Zeit zum Kontakt mit den Verstorbenen kommen kann. Sie befürchteten aber auch, die Toten könnten die Gelegenheit nutzen, sich in dem Körper eines Lebenden festzusetzen um so auf der Erde bleiben zu können.
Um sie zu besänftigen, brachten die Kelten ihnen Opfergaben und zelebrierten die Halloween-Nacht mit einem großen Fest. Der Brauch, Speisen und Getränke für die Besucher aus der anderen Welt bereit zu stellen, soll nur dazu dienen, dass sich die Toten wohl fühlen und somit keinen weiteren Schaden in der Welt der Lebenden anrichten.
Die Kelten verehrten Samhain als Herrscher des Winters und glaubten, dass er in der Nacht zum 1. November auf die Erde zurückkehrt, um bis zum Frühjahr das Zepter der dunklen Jahreszeit zu übernehmen.

Es ist die Zeit der Vergänglichkeit, des Loslassens, des In-sich-Gehens und die Zeit, neue Weisheit zu erlangen. Auch die Metamorphose in der Natur läßt diese Wahrheit erkennen.
Göttinnen wie Kali und Hel, die Zauberin oder alte Weise überbringen ihre Botschaft für einen Neuanfang.

Zu Beginn der Christianisierung wollte die Kirche dieses Fest abschaffen. Als dies nicht gelang, wurden christliche Feiertage wie den Reformationstag, Allerheiligen und Allerseelen in die Zeit vom 31. Oktober bis 2. November in diese Zeit gelegt. Da auch bei den christlichen Festen Tote geehrt wurden, gelang die Umstellung wenigstens teilweise. Geblieben ist jedoch der Name Halloween, der sich aus der Verkürzung des christlichen Feiertages All Hallow’s Eve/All Hallowed Evening (Aller Heiligen Abend) ableitet.

Die Iren wandelten den Brauch ab und die Geister wurden mit Fratzen und Verkleidung abgeschreckt, um den Toten vorzugaukeln, man sei einer von ihnen. Dazu gab es die für die Jahreswende typischen Wahrsagebräuche, die in Irland noch heute zu Halloween gehören.
Iren brachten Halloween nach Amerika. Mit dem Spruch Trick or treat, Rat oder Gabe, gehen in den USA Kinder, als Geister verkleidet mit dem grimmig aussehenden Kürbis, der ausgehöhlt und durch eine Kerze erleuchtet ist, von Haus zu Haus und erhalten von den Bewohnern Süßigkeiten als Geschenk. Wenn sie abgewiesen werden, rächen sie sich mit Streichen. Der ausgehöhlte und beleuchtete Kürbis, Jack-o-Lantern genannt, geht zurück auf die Legende vom Trunkenbold Jack, den nicht einmal der Teufel in die Hölle einlassen wollte. Aus Mitleid gab er Jack aber eine glühende Kohle mit auf den Weg, die dieser in eine Zuckerrübe steckte, damit sie nicht verlischt und ihm den Weg zeigen kann – seitdem spukt sie ruhelos durch die Welt.
In den USA nimmt in den letzten Jahren der Gruselrausch immer größere Dimensionen an. Heute ist oft nicht ganz klar, ob Jack-o-Lantern uns vor bösen Geistern beschützt, oder ob er selbst einen Unhold darstellt. Halloween wurde aber erst im Laufe des 20. Jahrhunderts in den USA zum Fest des Grauens.