Tag-Archiv | Gopis

Warum ich jung bin und du alt bist…

Krishna an Radha:

Warum ich jung bin und du alt bist

Wir befinden uns im Dilemma der Zeitdilatation.
Da ich mich mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch das Universum bewege, und du, Radha auf der Erde bei den Gopis verweilst, werden nach meiner Rückkehr auf die Erde Jahrtausende vergangen sein. Du wirst eine alte Frau sein.

Die Zeit vergeht auf meinem bewegten Reittier umso langsamer, je schneller es fliegt, wenn du mich von der Erde aus mit deinen schönen Kuhaugen beobachtest.

Die Menschen sagen, Einstein mit seiner Relativitätstheorie sei schuld. Er beschreibt wie Raum und Zeit zusammenhängen und sagt Zeit ist relativ, da die objektive Zeit in verschiedenen physikalischen Systemen unterschiedlich verläuft.

Für mich aber vergeht die Zeit völlig normal, ich fliege nur ein paar Jahre durch das Universum. Da ich mich aber in einem geschlossen, sehr schnell fliegenden und große Zeitsprünge machenden Reittier befinde, vergeht die Zeit auf der Erde schneller. Deshalb klingt meine Flöte für dich objektiv und deine Gungurus (Fußglöckchen) klingen für mich subjektiv.

Oh Radha, bin ich jetzt subjektiv und du bist objektiv?

Radha: „Oh Krishna, du bist das Kind, bei dem die Zeit stillzustehen scheint“.

Krishna, das göttliche Kind

Krishna ist das göttliche Kind, das ewige Kind. Seine Geschichten sprechen von der Freiheit seinen Trieben nachzugeben und von seiner Spontanität. Er spielt und handelt planlos und erfreut seine Umgebung mit seinen kreativen und fantasievollen Späßen.
Krishna ist wild, er spielt anderen Streiche, ist unberechenbar und missachtet die Sitten. Normen sind ihm egal. Er hört nicht auf „du sollst“ und „du musst“. Er vergnügt sich lediglich. Die Welt ist für Krishna ein Spiel, an dem er sich erfreut. Er ist aber nicht für sie verantwortlich.

Krishna verkörpert die freie Natur des Göttlichen, frei von menschlichen Normen, Moral und Regeln.
Wie ein Kind will Krishna geliebt und verwöhnt werden. Wir sollen ihn wie ein Kind behandeln, ohne zu viel Respekt und Förmlichkeit oder gar Unterwerfung. Von den Hindus wird er geliebt wie ein Kind, nicht verehrt.
Selbst die Dämonen, die ihn töten sollen, können sein Spiel nicht unterbrechen. Der Dämonin Putana, die ihn mit ihrer Brust vergiften soll, saugt er das Leben aus. Den Dämon Trinavarta, der das Kind in die Lüfte wirbelt, lässt er wie einen Stein zu Boden fallen und zerschmettern. Den Dämon Patasura, der die Gestalt eines Kalbes annimmt, packt er am Schwanz und wirbelt ihn an einen Baum. Von Dämon Aghasura, der die Gestalt einer gigantischen Schlange annimmt, lässt er sich hinunterschlingen. Dann vergrößert er sich dermaßen, dass die Schlange platzt. Gleichzeitig rettete er so auch seine Freunde. Selbst den Dämon Arista, als Stier getarnt, packt er an den Hörnern und zerquetscht ihn.

Es gibt zahlreiche Geschichten über diesen unbesiegbaren Knaben, der diese Bedrohungen als Spiel genießt.
Unzählige Texte besingen seine unübertreffliche Schönheit. Seine weißen Fingernägel sind den Monden gleich. Seine Fußketten klingen wie Lieder, die von den mondengleichen Fußnägeln gesungen werden. Wie ein Schmetterling verströmt er seinen Duft, mit dem er alle Mädchen in seinen Bann zieht. Unter dem Einfluss des berauschenden Gottes verlieren die Gopis all ihre Hemmungen und schwelgen in spielerischer Freiheit.

Holi, das Fest der Farben beginnt am 1. März 2010

Das Holi-Fest ist eines der ältesten, populärsten und farbenprächtigsten Feste Indiens. Deswegen wird es auch „Fest der Farben“ genannt wird. Das Fest dauert bis zu zehn Tage und beginnt am Vollmondtag des Monats Phalguna. Während der gesamten Festtage werden, gleich einem „Frühjahrsputz“, die Häuser gereinigt und alte Streitigkeiten begraben.

IndianColours

Während der gemeinsamen Feierlichkeiten gibt es keine Schranken durch Alter, Geschlecht, Kasten oder gesellschaftlichen Status. und die Menschen feiern besonders ausgelassenen auf den Straßen Indiens. Sie bewerfen sich gegenseitig mit Farbbeuteln und bespritzen sich mit gefärbtem Wasser. Überall hört man „Holi-ho“ oder besondere Holi-Lieder. Holi wird vor allem im Norden Indiens gefeiert und hat in anderen Landesteilen andere Namen.

Die unterschiedlichen Farbtöne wurden ursprünglich aus heilenden Pflanzen, wie auch aus dem Palasabaum der „Flamme des Waldes“, der in dieser Zeit blüht, gewonnen. Mit seinen Blüten hat schon Krishna zu Holi gespielt. Auch er feierte mit seiner Gefährtin Radha und mit den Gopis das zärtliche Spiel der Farben. Heute werden aber zunehmend synthetische Farbstoffe verwendet. Die Farben werden vor dem Gebrauch erst auf einem Altar geweiht.

Die erste Holi-Festnacht beginnt in allen Landesteilen mit einem großen Feuer, in dem symbolisch eine Figur aus Stroh, die Dämonin Holika, verbrannt wird. Diese rituelle und symbolische Verbrennung geht auf eine Legende zurück, in der es um einen Streit um die „richtige“ Religion ging, der zwischen dem Prinzen Prahlada und dessen Vater ausgetragen wurde. Prahlada verehrte Vishnu, während sein Vater einen Dämonenglauben praktizierte. Mit Hilfe des Feuers sollte entschieden werden, welche Religionsausübung die richtige sei. Prahlada und Holika, die eigentlich feuerresistent war, mussten auf einen Scheiterhaufen steigen. Vishnu kam dem Prinzen Prahlada zu Hilfe und Holika verbrannte zu Asche. Von da ab feierten die Menschen als Erinnerung an die Vernichtung der Dämonin das Fest Holi.

In Südindien wird von dem Liebesgott Kama berichtet, der mit einem Pfeil auf Shiva schoss, um ihn in seiner Meditation zu stören. Shiva wurde zornig und ließ Kama zu Asche verbrennen. Erst das Flehen der Ratri, Kamas Gattin, besänftigte ihn, und er gab ihm das Leben zurück. Seitdem ist dieser Tag dem Gott der Liebe geweiht.

Das Frühlingsfest Holi markiert nun die Widergeburt des Liebesgottes und damit auch das allgemeine Erwachen der frühlingshaften Natur.