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Herbstzauber

Eine göttliche Hymne begleitete meinen Spaziergang. Fliegenwedel, die Insekten vertrieben verneigten sich wie ein Symbol der Autorität ehrerbietig im Grase. Der Wind vertrieb meine trüben Gedanken.

Unendlich viele Wasserläufer tummelten sich unter der Brücke im See.

Überall blühten bereits Herbstblumen. Mir gefiel besonders der rote Sonnenhut, Echinacea purpurea. Echinos heißt das griechische Wort für Igel.
Die Indianer verwenden den Sonnenhut als Gabe für die Geister, weil man damit gut zaubern kann. Es kam auch sofort eine schwarze Katze angerannt und zeigte ihre magische Kunst.

Rosensträucher neigten sich mir zu und flüsterten, dass die Germanen sie auf Opferstätten und Gräbern pflanzten um zu zeigen, dass die Seelen nach dem Tod weiterleben. Ich pflückte ein paar Blütenblätter der Hundsrose, weil sie schützen, heilen und Glück bringen. Der rote Zaubermantel der Hagebutten stärkte meine Kräfte, so dass ich den Hügel zum verzauberten Turm leicht hinauflaufen konnte.
Früher wurden mit dem Wurzelsaft der Hundsrose tollwütige Hunde geheilt. Daher kommt ihr Name.

Im Park blühten viele blauen Blumen als Symbole der Wanderschaft und des Fernwehs.

So eine Unterhose, wie sie die Strohfigur trägt gilt übrigens als Zeichen der sexuellen Mäßigung.

Mit den weichen haarigen Blättern der riesigen „kleinblütigen Königskerze“ konnte ich meine neu gekauften Wanderschuhe ausstopfen, die ich wohlweislich eine Größe zu groß gekauft habe. Ihre Blätter werden im Winter die Kälte abhalten und wenn ihre Spitzen nach Westen zeigen, wird mich auch kein Blitzschlag treffen. Die Verbaseum Thapsus heißt schließlich auch Wetterkerze.