Tag-Archiv | Hagia Sophia

Sophia, die Gefährtin Gottes und ihre außerordentliche Wandlungsfähigkeit

Sophia bedeutet Weisheit (grch. sophos, geschickt, klug, weise) und zahlreiche Quellen berichten von ihr.

Sophia

„Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.“ hebräischen Bibel (AT, Tanach)

Nach der Gnostik wohnt Sophia im Himmel neben dem Thron des All-Einen. Er wollte ihr nicht erlauben sein Licht anzuschauen um sie vor dem Verglühen seiner Lichtkraft zuschützen. So versuchte Sophia ein Licht auf Erden zu erhaschen. Dabei stürzte sie auf die Erde hinab und und verstockte gegen die himmlischen Kräfte. Aus sich selbst heraus, brachte sie dann Jaldabaoth, den Sohn des Chaos hervor. Er besaß den Köper einer Schlange und das Haupt eines Löwen und scharte andere Widersacher um sich, um ein mächtiges Gegenreich zur Lichtwelt des Allgeistes zu erschaffen. Sophia bereute, und wandelte sich in die geflügelte Sophia Achamoth und sammelte in ihrem Herzen alle Splitter der Weisheit von der Erde, um sie zu ihrem Ursprung zurückzubringen.

Die Pistis Sophia ist eine allegorische Abhandlung des Gnostikers Valentinus (2. Jahrh. nach Chr.) über das Leben der Seele auf ihrem Weg jenseits der Todespforten.
Die vierundzwanzig Aeonen sind eine gnostische Vorstellung der Schöpfungshierarchie. Man sieht in ihnen die vierundzwanzig Regionen, in denen vierundzwanzig Schicksalsmeister wohnen, vereint in der Welt des unversehrten göttlichen Glanzes
Durch die Abspaltung der irdischen Spiegelwelt bildet sich die gottferne Erde, und zwölf dieser Aeonen verkehren die Tugenden des Allmächtigen in ihr Gegenteil. Nur der Menschensohn kann sie zur Umkehr bewegen.
In der Pistis Sophia ist beschrieben, dass der Menschensohn seinen Jüngern erzählt, wie er als Lichtgestalt aus dem vierundzwanzigsten Mysterium nacheinander durch alle Sphären geschritten ist und die Missstände der Schöpfung beseitigt hat.
Jesus vollbringt große Werke in seinem Glanzgewand, die nur ein Wesen, das die Allmacht Gottes besitzt, ausführen kann. Das Glanzgewand, das gleichbedeutend mit höchster erfahrbarer Weisheit ist, gibt ihm diese Macht
Sophia verehrt das Licht, das ihr die Kraft gibt allein im dreizehnten Aeon auszuharren, voller Inbrunst und Leidenschaft.
Die dreizehn Reuegesänge der Pistis Sophia gleichen einer Stufenleiter der Erkenntnis, wie man sie auf dem Einweihungsweg durchwandert.
Dreizehn Stufen müssen auch im Stupa Buddhas gegangen werden , dann erst ist Befreiung möglich.
Als Sophia im dreizehnten Aeon angekommen ist, und Jesus sie aus den Zugriffen der Widersacher errettet hat, erkannte sie, dass das Licht, das in ihr ist und das ihr geraubt werden sollte, ihr nicht gehört, sondern dass es aus der Höhe stammt.
Pistis Sophia, die geläuterte Weisheit, gelangt aufgrund ihrer Treue zum Durchbruch und schüttelt ihre Peiniger ab.

Als die Kirche römisch wurde, wurde die Weisheits- und Schöpfungsgöttin Sophia einer Geschlechtsumwandlung unterzogen und zum geschlechtslosen sphärischen Wesen, dem Heiligen Geist. Als Taube (ihrem Symbol) dargestellt, mutierte sie dann zum Vogel.

In den orthodoxen Kirchen Russlands, Griechenlands und anderer Staaten ist Sophia eine mythische göttliche Gestalt. Als Ikone wird Sophia im Mittleren Osten stets mit Sternen gekrönt dargestellt, um ihre absolute Göttlichkeit zu unterstreichen. Viele Kathedralen sind Sophia gewidmet. In der Hagia Sophia in Istanbul wird ihr heiliger Schrein verehrt.