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Das Chamäleon aus den Raunächten

Letzte Nacht wurde ich bei meinem Spaziergang durch den Wald von einem mächtigen afrikanischen Weisheitsgott besucht. Er erschien mir in der Gestalt eines gelb-orangefarbenen Chamäleons und war eigentlich ganz lieb und anhänglich.

Chamäleon1

Dann haftete er sich jedoch an mich und wollte gar nicht mehr loslassen. Er war sehr von mir angetan. Mir aber war sein Spiel nicht geheuer und beim Versuch ihn von meiner Hand abzuschütteln, sah ich, dass er viele spitze Zähne besaß, mit denen er mich beißen könnte.

Ich flüchtete dann auf Baumstämme und kleinere Hügel, aber ich hatte erst eine Chance ihn loszuwerden, als ich ihn in meinem Zorn in eine Fäkaliengrube hätte werfen können.

Da schaute mich das arme Tier mit seinen großen bernsteinfarbenen Augen entsetzt an und ergriff das Weite. Ich erwachte aus diesem Traum mit einem sehr schlechten Gewissen.

Nun versuche ich meinen Traum zu deuten:

Nach einer afrikanischen Fabel schickte Gott das Chamäleon auf die Erde, um den Menschen mitzuteilen, dass sie nicht für immer sterben, sondern wie der Mond ins Leben zurückkehren.
Da das Chamäleon so langsam war schickte Gott auch noch einen Hasen los, der aber fort rannte, bevor er die Botschaft richtig gehört hatte. So überbrachte er einen anderen Text: „Gott sagt, dass ihr alle für immer sterben werdet.“

Das Chamäleon kam zu spät und Gottes Wort konnte nicht mehr verändert werden, sobald es einmal verkündet war, auch wenn es falsch wiedergegeben wurde.

Die Moral von dieser Geschichte ist, dass Eile zum Unglück führen kann. Das Chamäleon hat in Afrika auch den Namen „Geh-vorsichtig-zu-Werke“.

So werde ich wohl, da jede Raunacht einem Monat zugeordnet wird, im 10. Monat dieses Jahres geduldig sein müssen. Zum Glück habe ich ja noch viel Zeit um Geduld zu üben.

Der Osterhase

Der Hase ist das Lieblingstier der Liebesgöttin Aphrodite, sowie der germanischen Erdgöttin Holda und der heidnischen Göttin Ostara. Er ist aber auch ein Zeichen für Leben und Fruchtbarkeit, weil Hasen im Frühjahr sehr viele Jungen bekommen. Sobald die Menschen früher die Hasenmütter mit ihren Jungen sahen, wussten sie, dass der Winter vorüber war.

Osterhase

Heute kennt Ihn jeder als den Überbringer der Ostereier, im vorigen Jahrhundert war der eierlegende Osterhase in einigen Teilen Deutschlands noch völlig unbekannt. Bis zum 16. Jahrhundert wurden die Ostereier von verschiedenen Tieren gebracht. In einigen Regionen kam der Fuchs oder der Hahn, in anderen der Storch, der Kuckuck, der Kranich oder der Auerhahn, um die Ostereier zu verstecken.

Viele Kulturen bringen den Hasen mit dem Mond als Meister Lampe in Verbindung, da bei Vollmond die dunklen Flecken des Mondes an einen springenden Hasen denken lassen. Im Sanskrit bedeutet das Wort für Mond „Hasenträger“. Die Inder und auch die Japaner glauben in den Schatten des Mondes einen Hasen beziehungsweise ein Kaninchen erkennen zu können. Bei uns hieß es, dass sich Hexen in Hasen verwandeln könnten und in Byzanz war der Hase in der Tiersymbolik ein Symbol für Christus.