Tag-Archiv | heilige

Mit Amma in Bietigheim

Einmal im Jahr reist Amma, ?the hugging saint?, quer über den Globus und umarmt Menschen in aller Welt.

Zwischen zwei Regenschauern schafften wir es gestern Amma Bietigheim zu zeigen. Es war gar nicht so einfach mit ihr durch die Stadt zu bummeln.

Sie muss etwas kurzsichtig sein, weil sie von jeder Statue behauptete das sei ihr Papa, Dabei hatte eine Figur sogar einen Busen.

Amma war hellauf begeistert, besonders weil sie hier ihre geliebten Kühe traf. Sie muhte ihnen kräftig zu und freute sich über die irritierten Blicke der Passanten. Auch die Hunde bellte sie fröhlich an, aber die bellten wenigstens zurück. Dann ritt sie auf dem Affen durch die Fußgängerzone. Bei den Straßenmusikanten tanzte sie so lange ausgelassen herum, bis sie hungrig wurde. Lautstark verlangte sie nach Nahrung und gab erst Ruhe als sie beim Bäcker etwas zu essen bekam.

Im H&M umarmte sie dann die Kinder.

Bislang hat Amma mehr als 30 Millionen Menschen umarmt und getröstet! Sie umarmt sogar fremde Männer. Amma umarmt jeden. Das bedeutet für sie, alle Menschen sind gleich.

Im Oktober könnt Ihr Euch in Berlin von ihr umarmen lassen:

http://www.amma.de/amma-umarmt-berlin

Das Skulpture Museum in Mahabalipuram

Auf unserem Spaziergang durch die Stadt entdeckte ich plötzlich an der staubigen East Raja Street, wo sogar Schweine aus dem Gebüsch herauskamen, lauter knallbunte Götterfiguren hinter einer verfallenen Mauer leuchten.

Schweine

Da musste ich natürlich sofort hinein.

knallbunte Götterfiguren

Eine im Schatten des Gemäuers schlafende Gestalt schlappte hinter mir her und wollte mich wieder rauswerfen. Dann stellte sich aber heraus, dass er nur ein paar Rupien Eintritt wollte. Ich konnte gar nicht glauben, dass hier nicht der 25-mal so teure Touristenaufschlag galt.

Zwar waren die 3,000 klitzekleinen bis riesengroßen Figuren aus Holz, Zement und Bronze aus der Hindu Mythologie nicht so perfekt, aber dafür umso origineller.

Es gab auch Räume mit schöner Jugendstilkunst und wunderschön verzierte Türrahmen.

Auch waren dort zahlreiche schöne Gemälde zu bestaunen:

indische Gemälde

Sogar die Mona Lisa war dort – mit eher traurigem als geheimnisvollen Lächeln !

MonaLisa

Im hintersten Winkel standen einige interessante Gemälde, darunter diese Inderin, die nubischen Tanz vorführt. Den nubischen Tanz, kannten offenbar schon die alten Inder.

nubiandance

Typisch, der ausgestreckter Zeigefinger zum Schaabi. Vorne flach und erdig, wie ein Froschfuß. hinten hochgestellter Nachstellschritt auf dem Ballen und dazu federn…

So sieht es dann aus:

http://laughingsquid.com/nubian-goat-kid-mimics-humans-dance-moves/

Diese berühmte Mystikerin, die Heilige Karaikkal Ammayya, lief von Karaikkal in Südindien bis zum Mt. Kailash und zurück! -auf Händen.

Handlaufskulpt

Wir haben es wegen der schwülen Hitze gerade noch rechtzeitig auf Füßen zurück zum Hotel geschafft, bevor das Monsungewitter einsetzte:

Sri Sarada Devi: die Heilige Mutter von Dakshineswar

Devi wurde am 22. Dezember 1853 in nahe Kalkutta, geboren. Mit 5 Jahren wurde sie mit dem 23-jährigen Sri Ramakrishna verheiratet, der ein asketisches Leben führte.

Seine erste Frage, die er Devi stellte, war: „Bist du gekommen, um mich zu einem weltlichen Leben (Maya)hinunterzuziehen?“
„O nein“, erwiderte sie – „ich bin gekommen, um dir auf deinem spirituellen Weg beizustehen.“

Der Heilige Sri Ramakrishna Paramahamsa initiierte sie in die Disziplin des geistigen Lebens und kümmerte sich um ihren Fortschritt. So wurde Sarada Devi zu seiner ersten Schülerin.
Einmal traf sie auf eine Gruppe Raubmörder, in denen sie ihre Brüder und Schwestern sah. Da sie aber ihre spirituelle Liebe zu ihnen hinüberströmen ließ, öffneten sich ihre Herzen und sie taten ihr nichts zuleide.

Sie lebte 14 Jahre lang an der Seite von Ramakrishna und diente ihm und seinen Jüngern. Später nannte man sie Heilige Mutter, und sie wirkte auch für den Orden, der als Ramakrishna Mission bekannt ist.

Am 20. Juli 1920 starb sie. Ihr letzter Ratschlag an eine Suchende kurz vor ihrem Tod: „ Wenn du Frieden im Verstand haben willst, dann darfst du bei anderen keine Fehler sehen. Versuche lieber deine eigenen Fehler zu sehen. Lerne die ganze Welt als dein eigen zu machen. Niemand ist ein Fremder. Die ganze Welt ist dein Eigen.“

Das Licht

Licht

Das Licht spricht:

Ich strahle und vertreibe die Finsternis. Sind deine Gedanken angefüllt mit Sorgen Ängsten und Nöten so erleuchte ich Dein Herz, damit du die Wahrheit erfährst.

Mit jedem neu geborenen Kinde erscheine ich neu in der Welt und erhelle und wärme sie.
Nicht nur den Heiligen gebe ich ihren Schein, auch deine Seele erleuchte ich, wenn du zu mir kommst, damit du ebenfalls strahlst und andere erhellst.

Ihr sollt meine Schönheit in der gesamten Schöpfung erkennen und in Euch selbst.

So spricht das Licht.

Ich wünsche Euch einen lichtvollen 3. Advent
und schicke Euch Liebe und Licht 💡

Allerheiligen 2010

Allerheiligen
Am Montag, dem 1. November gedenkt die katholische Kirche allen Heiligen und Verstorbenen, auch der, die niemand kennt.

Dazu Grablichter, vielleicht eher für Halloween, zum Gruseln :

Ich nehme jedenfalls ein Grablicht zum Anzünden, es muss auch nicht bis Weihnachten brennen, sonst macht es ja meinen Adventskerzen Konkurrenz.

Siebenschläfer

Der Siebenschläfertag ist am 27. Juni. Er wird mit den Sieben Schläfern von Ephesus in Verbindung gebracht, mit dem Nagetier Siebenschläfer und nicht zuletzt mit Bauernregeln für das Wetter.

Der Siebenschläfertag beruht auf einer Legende aus dem 5. Jahrhundert. Danach haben sich sieben junge Christen in der Zeit der Christenverfolgung anno 251 in eine Berghöhle nahe Ephesus versteckt. Sie wurden entdeckt und lebendig eingemauert. Sie starben aber nicht, sondern schliefen 195 Jahre lang. Am 27. Juni 446 wurden sie zufällig entdeckt und befreit. Sie bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten und starben kurz darauf. Darauf wurden sie als Heilige verehrt.

Nach den alten Bauernregeln soll das Wetter nun 7 Wochen so bleiben wie an diesem Tag. Aber da bei der Kalenderreform 1582 zehn Tage aus dem Kalender gestrichen wurden, dürfte Siebenschläfer eigentlich erst am 7. Juli sein.

Diesem Siebenschläfer ist das aber wohl egal:

Mit Bharati auf der Kumba Mela im Cassiopeia

Wir waren eingeladen, einen Film über den größten unorganisierten Event der Welt anzuschauen, zu dem uns Bharati Erklärungen gab und unsere Fragen beantwortete.

70 Millionen Pilger, darunter die verschiedensten Heiligen, mit ihren Studenten wollen mit ihrer Anwesenheit ihren Weg zum Nirvana verkürzen. Dafür lassen sie ihre Haare und Fingernägel meterlang wachsen, transformieren ihre Sexualität indem sie sich Steine an ihre Geschlechtsteile hängen, oder durchbohren sich mit Dolchen um zu zeigen, dass sie eine Inkarnation Hanumans sind. Die höchsten Sadhus sind die, die nicht mehr an der Welt haften und somit weder Kleidung noch Speise und Trank benötigen.

Eine weibliche Sadhu ließ sich 3 Tage in ein Erdloch stecken, um zu demonstrieren, dass sie nicht einmal mehr atmen muss und auch weil ihr Körper während dieser Zeit, in der sie von der göttlichen Mutter erleuchtet wird, nicht berührt werden darf. Eine andere Frau, die zu einer Sekte gehörte, deren Mitglieder niemals Salz essen, wurde mit den heiligen giftigen Kobras eingesperrt und sie hängte sie sich um den Hals. Es hieß, dass sie das nur überlebte, weil Shiva sich in ihr manifestierte. Normalerweise gehen aber die weiblichen Sadhus nicht an die Öffentlichkeit .

Viele Wunder werden auf der Kumba Mela gezeigt, wie schwimmende Steine zum Ram-Gemurmel . Gott Rama ließ einst eine Brücke von Indien nach Sri Lanka aus schwimmenden Steinen bauen, die deshalb schwammen, weil Ram draufstand. Manche können sogar Erdbeben aufheben oder werden durch Wechsel in andere Körper 1200 Jahre alt.

Man sieht sowohl Haschisch rauchende und mit Handy telefonierende, die aber wohl noch einen weiten Weg zur Erleuchtung haben. Eigentlich wollen diejenigen, die sich mit dem schnellen und gefährlichen Weg des Tantras und des Verbotenen, der schwarzen Magie, befassen ja den schnelleren Weg gehen, landen aber umso öfter in der totalen Verwirrung.

Wir sahen auch Heilige, die ihren Arm 12 Jahre emporheben, bis er ganz dünn und verkrüppelt wird und manche sterben auch dabei.
Manche leiden, damit sie selbst schneller ins Nirvana kommen, manche nehmen aber auch anderen Menschen das Karma in Form von Schmerzen ab.

„Piloten-Baba“, ein Siddhi und spirituelles Oberhauptes der nackten, mit Asche eingeriebenen und mit dem Dreizack bewaffneten „Kriegerasketen“, den Naga Babas, ließ sich ebenfalls tagelang unter der Erdoberfläche eingraben. Er erkannte, dass der menschliche Wille Wunder bewirken kann, „wenn er klar, positiv und frei von Begierde ist“. Der Zweck dieser Samadhi-Demonstrationen ist die Förderung des Weltfriedens. Wenn ein Mensch in Samadhi eingeht, wird eine enorme Kraft freigesetzt, die erheben, inspirieren, heilen und alle, die damit in Berührung kommen, transformieren kann. Manchmal verschwindet Piloten-Baba auch einfach aus seinem orangefarbenem Dhoti, um die Menschen, besonders die Intellektuellen, zu überraschen. Beim Fragenstellen unserer Teilnehmer hat wohl einer versucht es ihm nachzutun, das endete aber nur mit einem lauten Gepolter, einer abgebrochenen Stuhllehne und allgemeiner Erheiterung.

Hier sieht man anders als in unserer genormten Welt der Kurzhaarschnitte, Glatzen und Jeans oder Anzug und Krawatte Mode eine unglaubliche Vielfalt und Kreativität der Sadhus: