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Rote Lilien von Teggytiggs

red lilly 1

Zuerst kam ein Päckchen von meiner Blogfreundin Teggytiggs. Daraus kam eine verschrumpelte Knolle hervor. Ich vergrub sie nach Anleitung zwischen den anderen Lilien in meinem Garten, damit sie sich wohlfühlen sollte.

Das Frühjahr kam und die alten Lilien begannen zu wachsen, nur die Neue dümpelte so vor sich hin. Dann blühten die Alten und als die Neue eine blaue Knospe hervor brachte, waren sie ganz aus dem Häuschen und tanzten um sie herum. Ich wunderte mich allerdings, denn die Lilie sollte rot blühen. Nachdem die Alten verblüht waren, brachte die neue Lilie eine umwerfende rote Blüte hervor. Kein Wunder, dass die Christen sie für die wiedererlangte Reinheit nach einer Sünde hielten. Natürlich mußte sie auch wegen ihrer 2 x 3 Blätter für Gott und die Dreifaltigkeit als Symbol dienen.

Ob nun, da die weiße Lilie die Jungfräulichkeit für sich gepachtet hat, die rote Lilie für Leidenschaft und Sünde steht? Mit ihrem süßen Duft lockt sie nachts die Nachtfalter an, die sie bestäuben.

Ihr Name erinnert an Lilith, Adams erste Frau, die das Roten Meer gebar. Aber ist sie nicht ein Dämon? Wurde die Lilie nicht deswegen vor die Häuser gesetzt, damit sie andere Dämonen, Geister und Hexen abwehrt?

https://www.youtube.com/watch?v=P19dLg8AIAs&feature=youtu.be

Jedenfalls freue ich mich, dass trotz des Regenwetters fast jeden Tag eine neue Blüte der roten Lilie hervorschaut und mein Herz erfreut.

Herzlichen Dank, liebe Teggytiggs

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Das untere Remstal

Remsgeister

Trotz Dauerregenansage des Wetterberichtes wanderte ich an einem der letzten Maientage durch die saftige Wald- und Wiesenlandschaft des unteren Remstals. Dort, im Naturschutzgebiet hatten es sich die Reiher richtig gemütlich gemacht.

https://www.youtube.com/watch?v=jbyG1fVTgMg&feature=youtu.be

Im 18. Jahrhundert wurde Brennholz über die Rems in Form von 1m langen Holzstücken nach Neckarrems geflößt und von da aus mit Fuhrwerken weiter Richtung Ludwigburg transportiert.

Heutzutage fahren riesige Schiffe mit Metallschrott auf dem Neckar, so wie hier in Neckarrems, wo Neckar und Rems zusammenfließen.

Am Sandstrand von Remseck ließ es sich schön von den hellblauen Augen der Kelterhex träumen, die zusammen mit anderen Hexen und Teufeln in einem geheimen Stollen unter dem Neckar wohnt.

Hier könnt ihr die Sage von der Kelterhex nachlesen: http://www.kelter-hex.de/

Interessant war auch die Umgebung beim alten Steinbruch östlich von Neckarrems. Dort tummelten sich die Tiere und Naturgeister im Dschungel. Menschen dürfen wegen der Steinschlaggefahr nicht auf das Gelände.

Die Y-Burg auf dem Eibenberg

Oberhalb des Weindorfs Stetten sieht man schon aus der Ferne das Wahrzeichen des Ortes, die Y-Burg von den Truchsessen von Stetten. Die Bewohner sehen wahrscheinlich deswegen so merkwürdig aus, weil sie schon so alt sind.

7 Linden

Ybe heißt Eibe. Manche Eiben werden über 2000 Jahre alt. Sie bevorzugen schattige Plätze, nahe der Unterwelt. Nun sind sie wohl ganz dorthin gezogen, weil ich fast nur noch Weinberge vorfand.

Früher hieß das Gebiet Eibenberg. In den Eiben wohnen die Geister der Vorfahren der Kelten. Aus dem Holz der Eibe können Zauberstäbe geschnitzt werden, mit denen man Tote erwecken kann oder auch böse Hexen, Geister und Dämonen abwehren kann. Eiben sieht man oft auf Friedhöfen

Eibne zu fällen bringt genauso Unheil, wie wenn man eine Zeder fällt. Deshalb war es ein Glück, dass man 1931 nur eine Platane fällen musste, als deren Wurzeln die Mauern der Burg bedrohte.

Oberhalb der Y-Burg, bei den 7 Linden steht eine wunderschöne alte Eiche.

Zwar haben die Naturgeister wieder viel durcheinandergebracht, aber die Steinmauern in den Weinbergen sind echt.

Da die Mauern bei der Weinernte mit Maschinen stören, wurden sie einst bei der Flurbereinigung entfernt. Trotzdem blieben aber hier Teile der historischen Weinberglandschaft mit ihren Steinmauern erhalten, damit mehr Touristen hierher zum Weintrinken kommen.

Mit dem Eisheiligen ums Staufeneck

Der Eisheilige Servatius gelobte mir, dass er es an seinem Geburtstag nicht auf mich herab regnen lassen würde, und wenn doch, nur ein bisschen.

Also holte ich meinen wasserdichten Wintermantel aus dem Schrank, packte meinen Regenschirm ein und wagte trotz der bedrohlich sich auftürmenden schwarzen Wolken, den Ausflug zum Staufeneck.

Die Burg Staufeneck wurde um 1240 von Friedrich von Staufen erbaut. Jetzt steht da im Rehgebirge nur noch die Burgruine Staufeneck und ein Hotel. Von hier aus genoss ich den weiten Blick über das Filstal und zum Albtrauf, wo ich zuletzt gewandert bin.

Servatius ließ mich noch etwas warten, bis er mir gnädiger weise erlaubte loszugehen, weil er meinte, er müsse es noch mal kräftig hageln lassen, damit er später nicht in Versuchung kommt.

Weißer Nebel und liebliche Musik webten ihren Zauber, während sie aus den Wiesen stiegen und ließen das Wegzeichen, die blaue Raute manchmal auftauchen und auch stundenweise verschwinden, so dass ich mich beim Wandern wieder an den Zaubergesängen der Naturgeister orientieren musste.

rote Pilze

Am Wegesrand zum Schurrenhof, einem Freizeitpark lagen lauter Ausgrabungsgegenstände herum, an denen sich die Naturgeister wieder mal künstlerisch betätigt haben. Die Neidköpfe sollten wohl die Touristen verscheuchen.

Anstelle von Unterständen für Wanderer gab es hier jede Menge von Kreuzen und Betstätten. Statt hier zu beten hielt ich mich aber lieber an das Versprechen des Eisheiligen den Gott Donar, der auf den Wolken saß, zu besänftigen, als die dunklen Hagelwolken wie Furien drohend über meinem Haupte kreisten.

Ich kam an vielen Höfen vorbei, aber dass einer davon Böppeleshof heißt, glaube ich nun doch nicht. Hier, an den alten Kraftorten lag allzuviel Zauberei und Schabernak in der Luft.

In Reichenbach wollte ich etwas Süßes beim Bäcker kaufen, aber ich fand nur 2 Geldinstitute und einen Metzger, so musste ich mir mein Abendessen eben im Wald pflücken: Hollunderblüten in Pfannkuchenteig gebraten würde zusammen mit roter Grütze wunderbar schmecken.

Beim Golfplatz wurde es eigenartig ruhig. Weit und breit waren keine Golfspieler zu sehen und erst recht keine Tiere und die Naturgeister ließen sich schon gar nicht blicken. Überall waren Warnschilder dass man mit Bällen beschissen wird, wenn man vom rechten Wege abkommt.

Ob die angeblichen Hagelkörner die im letzten Jahr die Gegend verwüstet haben, vielleicht in Wirklichkeit Golfbälle waren? War das die Rache der Naturgeister, dafür dass ihnen zu viel von ihrer Natur, die sie jetzt nicht mehr verzaubern konnten, genommen wurde?

Aber im Bärlauchwald war wieder allerlei Hexenwerk verrichtet worden. Ein leeres Vogelei steckte an einem Zweig und nicht weit entfernt kicherten die Hexen aus den Baumwipfeln.

Zuletzt blickte ich noch einmal ins Weite Tal hinab und sah am blauen Himmel nur ein paar weiße Wolken.

Außer ein paar leichten Schauern hatte Servatius Wort gehalten, bis ich im Auto saß. Zum Abschied demonstrierte er wieder seine Macht. Er zog eine riesige schwarze Hagelwolke aus seinem Sack und ließ es herab prasseln.

Kelten und Naturgeister im Biosphärengebiet der Schwäbischen Alb

Ich folgte der roten Raute, mal neu gestrichen, mal alt und vermodert, mal an drei Bäumen hintereinander, mal verschwunden an einer Weggabelung.

Nach dem kleinen Steinbruch stieg ich den Wiesenhang zum kahlköpfigen Burren empor. Nachdem ich die wunderschöne Aussicht ringsum genossen hatte und die Kaiserberge gezählt hatte, stieg ich auf der anderen Seite wieder hinab.

Der Name des Burren leitet sich von purren her und bedeutet, man damit das Wild hochschreckt. Er wird aber auch auch “Glufakissa” (Nadelkissen) genannt, wegen seiner wohlgerundeten glatten Oberfläche.

Beim Michelsberg waren kaum Leute zu sehen, die hier herrlich hätten Urlaub machen können.

Schwäbische Alb

Dann kamen Schilder zur Felsenrunde und überall waren Felsen. Am Trauf gab es viele schöne Aussichten. Von hier aus hatte ich einen wunderschönen Blick in den Geislinger Talkessel. Vom Hausener Fels aus konnte ich ins Geisentäle schauen und die dortigen Gespräche belauschen:

Welcher dieser Zahlreichen Felsabhänge nun der eigentliche “Jungfraufelsen” ist, von dem die von einem Jäger verfolgte Jungfrau aus Verzweiflung herabsprang, wollten mir die Waldgeister nicht verraten. Im Gegenteil, sie behaupteten, dass im Laufe der Zeit immer mal wieder Jungfrauen dort hinabgestürzt seien, weil die Männer früher so wild waren, wenn sie zu viel Met getrunken haben.

Manchmal musste ich regelrecht durch die Büsche kriechen, um wieder so einen Felsen zu erblicken. Dabei grinsten sichelbewehrte Zauberer wie Merlin von knorrigen Eichen zu mir herab. Sie widmeten sich der heiligen Mistelernte.

Auf den Hügelgräbern tummelten sich die Naturgeister und in den Gräben liessen Kobolde eine römische Amphore in kleine Stücke zerplatzen um die Studenten der Archäologie zu beschäftigen.

Vor einer Bank auf der ich ausruhen wollte, entdeckte ich seltsame Buchenästchen aufgehäuft und andere Hexereien, so dass mich lieber weiter lief. Wer weiß wer diesen Ort verhext hat:

Immerhin haben die Vorfahren der Kelten es geschafft, das Schwäbische Meer aus dieser Gegend zu vertreiben, so dass heutzutage nur noch einige Muscheln und andere Versteinerungen anzutreffen sind. Auch die einst rauchenden Vulkane haben sie vor langer Zeit besänftigt.

Vielleicht retten sie das Gebiet ja auch gemeinsam mit den Naturwesen noch vor den Biosphärikern:

Die Frösche sind wieder auferstanden

Frösche bitten um Wasser

Der Teich sah aus, als ob sie darin Orgien gefeiert hätten. Die neu eingepflanzten Wasserpflanzen schwammen völlig zerrissen auf der Wasseroberfläche. Die Fische, die sich zuvor verkrümelt hatten, lugten ängstlich aus dem Teich.

Am Rand des Beckens saßen sie nun, die beiden Frösche. Jeder auf einer Seite, als ob sie nichts miteinander zu tun hätten.

Monatelang hatten sie tief im Boden zugebracht, in den sie sich eingegraben hatten um den Winter zu überstehen. Einige ihrer Verwandten hatten es sogar wie die Saddhus in Indien, mehrere hundert Jahre in Felsblöcken eingeschlossen, überlebt. Deshalb ist der Frosch auch ein Symbol der Reinkarnation.

Aber nicht lange darauf saßen sie wieder einträchtig nebeneinander. Nun hoffe ich, dass sie mir den Regen herbei singen, weil meine Pflanzen dringend Regenwasser benötigen:

Die ägyptische Göttin Heket, die zuständig für Unsterblichkeit und Auferstehung ist, trägt einen Frosch – Kopf. Ebenso Kuk, der Urgott der Finsternis sowie weitere Urgötter Ägyptens trugen alle einen Froschkopf.

Bei den Warao-Indianern am Orinoco erscheint die Ur- oder Erdmutter ebenfalls in Froschgestalt.

Im Feng Shui bringen Frösche Reichtum. Deshalb sollte man einem Frosch eine Münze ins Maul stecken und ihn an die Eingangstüre setzen und zwei davon in die Glücksecke.

Diese alten mystischen Krafttiere haben auch einen guten Draht zur Unterwelt und wurden von Hexen und Zauberern wegen ihrer ewigen Wiederkehr geschätzt.

Neidköpfe zur Dämonenbekämpfung

Bei meinen Wanderungen durch die alten Städte erschrecken mich immer wieder diese Fratzen die heutzutage Neidköpfe heißen und an der Westseite von Gebäuden angebracht sind. Sie haben die Aufgabe Dämonen abzuwehren.

Auch in Schorndorf blickten mich etliche dieser Neidköpfe von den stattlichen Fachwerkhäusern her an.

nid hieß im Mittelalter Hass, Zorn oder Neid und wurde im Sinne von „jemandem Schaden wünschen“ verwendet.

Der „bösen Blick“ war gefürchtet, weil er die Milch der Mütter versiegen oder die Babys sterben ließ.

Ein Gorgonenkopf mit gebleckter Zunge, wie das Haupt der Medusa konnte dagegen seit der Antike natürlich Wunder wirken.

Als man nopch kein Mutterkorn kannte, verseuchten natürlich die bösen Hexen und Dämonen auch das Getreide und wurden mit mächtigen Löwenköpfen eingeschüchtert.

Obwohl diese Sitte, Neidköpfe anzubringen, uns zivilisierten und unwissenden Menschen ziemlich makaber vorkommt, gab es davor ähnliche, aber noch viel schauerlichere Bräuche. Da wurden nämlich Haustiere als Opfer in Gebäude eingemauert um vor den bösen Mächten verschont zu bleiben.
Die Kelten hängten zur Abschreckung sogar die Schädel ihrer Feinde um ihrer Bauten.

Stadtkirche Schorndorf von innen

Zum Glück war dieses Mal die Kirchentüre auf, so dass ich einen Blick hinein werfen konnte, bevor die Naturgeister wieder alles verhext hatten. Zwar treiben sie oft viel Schabernack, aber sie haben auch einen Sinn für Schönheit und so lassen sie auch die vielen Mülltonnen und Autos verschwinden, damit die Stadt ansehnlicher wird. Ihr Gesang ist allerdings genauso schräg wie ihr Hexenwerk: