Tag-Archiv | hildegard von bingen

Dinkel hellt die Stimmung auf

Damit ich bei dem düsteren Winterwetter, bei dem die Sonne heute kaum herausgeschaut hat und wo es so glatt war, dass ich mich nicht einmal getraut habe spazieren zu gehen, damit ich da nicht trübsinnig werde, habe ich mich mal bei Hildegard von Bingen kundig gemacht.
Sie war der Überzeugung, dass Dinkel für gute Laune sorgt.

Es hilft außerdem gegen Müdigkeit, Herz- Kreislaufschwäche, Allergien und gegen Infektionsanfälligkeit. Es wirkt durchblutungsfördernd und wärmt an solch eisigen Tagen wie heute.

Dinkel senkt die Cholesterinwerte im Blut.
Dinkelkörner führen ab und helfen gegen Gallensteine. Dinkelmehl stopft.

Es scheint also genau das Mittel gegen unsere Winterwehwehchen zu sein. Also habe ich gleich mal einige Dinkelkörner in Wasser eingeweicht, damit daraus Dinkelsprossen wachsen.

Aus 120g Dinkelbulgur, das ich 20 Minuten in 240ml warmem Salzwasser eingeweicht hatte, formte ich zusammen mit 2 Eiern, einer Handvoll Petersilie und 3 Esslöffel Mehl fünf Dinkelburger. Dazu gab es vegetarische Schnitzel und eine Soße mit Pilzen und Mungobohnensprossen.

Die schmeckten viel besser als die Fleischburger, die ich früher immer gerne gegessen habe.
Meine Laune hat sich auch tatsächlich erheblich verbessert. Falls Ihr nicht so gut drauf seid, könnt Ihr es ja mal hiermit probieren:

Der Verstand, ein lästiger Narr?

Wie kann es sein, daß eine Kartenlegerin, ein Medium, im Deutschland des 21. Jahrhunderts Schwierigkeiten hat, ihre Berufung offenzulegen?

Hellseherin

Weil wir es immer noch mit den Auffassungen der vorigen Jahrhunderte zu tun haben.
Der Rationalismus ( ratio = Vernunft ) ist eine philosophische Annahme, daß nur der Verstand die objektive Struktur der Wirklichkeit erkennt.

Diese Behauptung entstammt dem 19. Jahrhundert! Alles Übersinnliche und Unvernünftige wurde aus den Büchern (auch der Bibel) entfernt. Es gab einen Kampf gegen den Wunderglauben. Alles sollte sich nur noch vernünftig erklären lassen. Als Begründer des Rationalismus gilt vor allem Rene Descartes, der seine Auffassung von Wissenschaft anhand der Geometrie veranschaulichte. Demnach lassen sich die universellen Grundsätze einzig mit Hilfe des Verstandes erschließen. Er behauptete, dass jene Grundsätze nicht mit Hilfe der Sinneswahrnehmung erschließbar seien. Kant galt als Vollender des Intellektualismus.

Großartiges ging aus der Einseitigkeit im Denken und Handeln hervor. Unsere gesamte Technik haben wir dieser Gleichschaltung der Menschen zu verdanken. Die Frage bleibt, ob unser Leben besser geworden ist?

Ein Gegenbegriff ist „Empirismus“, der besagt daß alle Erkenntnis allein auf Wahrnehmung der Sinne beruht. Aber erst die Unvernunft der Seele erschließt die Fülle des Lebens. Theresa von Avila meinte gar, der Verstand sei ein lästiger Narr. John Locke und David Hume waren auch der Meinung, dass die Sinne grundlegende Erkenntnis lieferten.

Warum soll ich beim Meditieren den Verstand ausschalten – es geht doch auch mit! Warum sollte uns nicht in unserer Zeit eine Sythese möglich sein, ein sowohl als auch. Die Münze hat schließlich auch zwei Seiten, wenn nicht drei, sofern man den Rand miteinbezieht.

Liebe Julia-Chris, soviel zu Deinem Kommentar zu Vision (Hildegard von Bingen).

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Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (1098-1179) wurde vom Vatikan erst nach 818 Jahren als Heilige erkannt! Wahrscheinlich war sie denen zu aufmüpfig. Sie schreckte weder vor den 17 Päpsten und Gegenpäpsten zurück, die zu ihren Lebzeiten regierten noch vor Königen, Kaisern oder Erzbischöfen um ihnen die Meinung zu sagen.
1150 gründete sie dann das erste Frauenkloster. Das wurde auch Zeit.
Dahinter kann nur eine sehr starke innere Kraft stecken. Sie gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten des Mittelalters, die rheinische Sibylle.
Schon als Kind sah sie ein großes Licht, welches ihre Seele erbeben ließ.
Mit ihren Visionen entdeckte sie den Kosmos und entwickelte eine feminine Theologie.
Mit 43 Jahren schaute sie ein himmlisches Gesicht: „… es kam ein feuriges Licht mit Blitzesleuchten vom offenen Himmel hernieder. Es durchströmte mein Gehirn und durchglühte mir Herz und Brust gleich einer Flamme…“
Sie erhielt die innere Aufforderung aufzuschreiben, was sie erlebt. Danach wurde sie als Prophetin anerkannt.
Da sie öfters kränkelte, untersuchte sie systematisch die Heilkräfte der Pflanzen, Tiere und Edelsteine.
Ihr Leben wird im Film „Vision“, der jetzt in den Kinos läuft dargestellt.

Viel zu lange wurden diese o.a. Erscheinungen verteufelt und als krankhaft abgestempelt, bekommen jetzt aber durch die Esoterikwelle wieder mehr Gewicht und Sinn (dadurch dass mehr Erfahrung gemacht, publiziert und diskutiert wird) und diejenigen, die ähnliche Phänomene erleben wollen, müssen zum Glück nicht mehr als Nonne oder Mönch ins Kloster gehen. Ich finde es jedenfalls großartig, dass die wilde Hildegard wieder ins Bewusstsein des 21. Jahrhunderts eindringt. Musik hat sie übrigens auch noch komponiert.

🙂