Tag-Archiv | Hindi

Hornissen lieben Zumba!

Kaum fing unser erster Zumbakurs nach den Sommerferien wieder an, gesellte sich auch schon ein unerwünschter Gast im gelb- braun gestreiften Outfit zu uns.

Sie kam einfach durch das geöffnete Fenster herein und sie ließ sich auch nicht mit einem Besen verjagen. Sie lauerte wie ein Spion, mit ihrem Barcode unter dem Holzbalken an der Decke und tanzte immer mal wieder ein bisschen mit. Ob sie wohl ausgeschickt worden war um die Choreografie zu klauen?

Als wir dann zum Hindihit Mashallah, wie Gott will, aus dem Film Ek tha Tiger, unserer Körperteile kreisen ließen, war sie nicht mehr zu bändigen. Im Sturzflug schoss sie auf uns los, umrundete uns, sauste zwischen uns hindurch, bis wir uns voller Schrecken in eine Ecke flüchteten und nicht mehr von der Stelle rührten.Ängstlich beobachteten wir sie.

Sie kann mehrmals stechen und ihr riesiger Stachel tut noch viel mehr weh, als der von einer Biene oder einer Wespe. Vielleicht sind wir ja auch allergisch gegen Hornissenstiche, wie einer, der neulich mit der Ambulanz ins Krankenhaus gebracht wurde…

Mit Entsetzen stellten wir fest, dass es nun aber zwei und kurz darauf vier von ihnen waren, die zu unserer immer noch dröhnenden Zumbamusik ihre Kurven zogen.

Wir brachen den Zumbakurs ab, liefen aus dem Raum und hängten ein Warnschild vor dem Zumbaraum auf.

Wenn ihr mal ein Hornissennest im Schlafzimmer vorfindet, dürft ihr das zwar nicht vernichten oder diese unter Naturschutz stehenden Tiere töten, aber ihr könnt sie mit Mashallah ganz bestimmt aus dem Haus locken. Ihr braucht auch keine Angst davor zu haben, von ihnen getötet zu werden, weil es Hundert Hornissenstiche sein müssen um einen 70 Kilo schweren Menschen zu töten:

http://www.mdr.de/sachsenspiegel/ratgeber/hornissen100_page-3_zc-857da771_zs-5c88260d.html

Wo, verflixt noch mal, gibt es in Indien indische Bücher?

Als wir mit zweistündiger Verspätung völlig genervt von der Terroristenhysterie an den Flughäfen endlich in Lucknow eintrafen, wartete schon eine blutrünstige Meute im Taxi auf uns. Wir erschlugen bestimmt 30 von ihnen und hofften, dass es keine Malaria übertragende Moskitos waren, weil uns schon etliche gestochen hatten. Aber bei dem großartigen Empfang im Hotel mit einem netten Radjputen vergaßen wir unsere Stiche schnell wieder.

Radjpute

Wir machten uns bald wieder auf den Weg zum Botanischen Garten. Auf den Straßen tummelten sich jede Menge von Menschen, Kühen, Hunden, Ziegen. Als wir sahen, dass die Kühe den ekligen Müll, der überall herumlag fraßen, beschlossen wir keine Milch mehr zu trinken.

Im Botanischen Garten durften wir nicht fotografieren. Vielleicht befürchtete jemand, wir könnten die Baumgeister in unserer Kamera verschwinden lassen. Abmalen war kein Problem. Jetzt befinden sie sich in meinem Notizbuch.

Dann wollten wir ein richtiges indisches Buch kaufen, also eines, das in Hindi geschrieben ist. Wir liefen von einem Buchladen zum anderen und fanden Unmengen von hochspezialisierter englischer Fachliteratur. Sogar „Mein Kampf“ vom Adolf auf Deutsch lag da herum. Wir krochen bis in die hintersten Winkel der Läden in unheimlich dunkle modrige stinkende Keller hinter Kellern und fanden Bücher, die noch verpackt, aber staubig waren und aussahen, als ob sie 100 Jahre alt wären, aber wir fanden kein Buch auf Hindi. Wir haben aber auch keine Inder indisch lesen gesehen. Schließlich sind im Norden 80% aller Inder Analphabeten und die gebildeteren Mittelschichtler lesen Englisch.

Dann versuchten wir es mit CDs und DVDs, die überall angeboten wurden. Aber niemand wollte uns Original- CDs verkaufen, es gab fast nur Raubkopien. Wie wir die durch den Zoll kriegen sollten, konnte uns auch keiner sagen.

Auf dem Weg zurück ins Hotel kamen wir wohl in die Rushhour. Es fuhren plötzlich 5 Personen zusammengequetscht auf einem Motorrad vorbei. Genauso überfüllt waren die Rikschas, die Busse oder auch Lastwagen auf denen die Menschen aneinandergedrängt standen. Am Straßenrand wuschen sich Menschen und zogen neue Unterhosen an oder ließen sich kämmen oder die Ohren putzen.

Müllsammler

Dazwischen wühlten Leute aus der Müllsammelkaste im überall verstreuten Abfall herum. Der Straßenlärm war ohrenbetäubend, weil jeder hupte so viel er wollte und so lange er konnte.

Wir überlegten uns, wo wir hingehen könnten, um uns von dem Lärm zu erholen. Wir dachten, der Zoo wäre nicht schlecht….

Wie man in Indien zu einer Mantramaschine kommt

Freitag der 13. Ist eigentlich ein Tag an dem bei mir immer Pakete mit schönen Dingen eintrudeln. Aber wie sollte das diesmal wohl möglich sein, weit weg von der Heimat, irgendwo in Südindien…

Auf der Reise zwischen Mahabalipuram und Pondicherry machen wir Mittagspause und wollen bei 40°C etwas shoppen gehen. Wir schauen alles an und nichts gefällt uns. Plötzlich fällt uns ein, dass wir in Indien doch eine Mantramaschine kaufen wollten. Aber wo?

Überall gibt es nur kleine Buden, die aussehen wie zugemüllte Garagen und die großen Schilder mit der fremdartigen Schrift können wir nicht lesen. Wir können nun erahnen, wie sich Analphabethen fühlen mögen. Also stellen wir unsere Augen auf Elektronikartikel – Laden und finden einen, in den wir schnell hineingehen, bevor uns einfällt, dass wir die Sprache ja gar nicht können.

Da wir uns albern vorkommen mit Deutsch oder Schwäbisch zu beginnen, fragen wir mal höflich. Do you speak English? Eifriges Nicken, aha nix English. Hindi? Fehlanzeige, die Amtssprache Hindi kann keiner, außer uns. Also Gebärden. Wenn wir nur noch wüssten, wie so eine Mantramaschine aussieht!

Dieses elektronische Gerät, bei dem man die verschiedenen Mantren per Knopf auswählen kann, haben wir vor einiger Zeit im Tempel in Kirchheim bewundert.

Gebärde „Stecker“: 2 Finger spreizen, zur Verwunderung des erstaunten Verkäufers und der sich vermehrenden zuschauenden Indern eine Box aus dem Regal nehmen, Finger dranhalten und eine nicht vorhandene Steckdose suchen. Dazu singen. Nun ging der Verkäufer an ein Regal und kam mit einem normalen Stecker zurück. Nein, das wollten wir nicht. Vielleicht dachte er dann, wir wollten ein Radiogerät.

Wir kamen uns vor, wie in einer TV-Rateshow, bis irgendwer die Idee hatte, dass es hier sowas nicht gibt, aber vielleicht 2 Straßen weiter.

Leider haben wir 2 Straßen nicht als solche erkannt und kamen 4 Straßen weiter zu einer Elektronik-und Klamottenbude. Diesmal können wir uns schon etwas besser verständlich machen und werden von der Tochter des Ladenbesitzers in die richtige Elektronikbude gebracht.

Nun sind wir zu dritt, die Tochter des Ladenbesitzers beherrscht wenigstens die Sprache, aber der Ladenbesitzer versteht nur Bahnhof.

Ich versuche wieder, meinen Wunsch zu verdeutlichen. Inzwischen hat sich das halbe Dorf vor der Bude versammelt und diskutiert eifrig mit. Der Ladenbesitzer behauptet so was nicht zu haben und ich weiß ganz genau daß sie in dieser Bude irgendwo zwischen den vielen Paketen steht, ich fühle das! Er will mich aber nicht hineinlassen um sie alle zu inspizieren. Also falte ich die Hände, verbeuge mich, Hände in Namastestellung und singe Oooomm Mani Padme HUUUUUUUMMMMM.

Ein Dorfbewohner reißt plötzlich die Augen auf, grinst und blubbert (so hört sich das Tamilische an) blubbblubblubbblubbbluubbb. Das hieß wohl, das ist der laute Kasten aus dem Tempel, der solange Mantras ausstößt, bis genug im Klingelbeutel drin ist.

Endlich kapiert das wohl auch der Ladenbesitzer und auf einmal manifestiert sich aus seinen Händen, wie die Asche des Sai Baba, ein Päckchen aus dem die Mantramaschine erscheint.

Mantramaschine

Om Sai Ommmmmhm

Ganz so schön wie auf dem Video hören sich die Mantras aus der Mantramaschine zwar nicht an, aber sie sind viiiel lauter!

Wie man mit dem Löwen das Fliegen lernen kann.

Der Löwe ist eine besonders interessante Yogaübung, die man unbedingt im Büro ausüben sollte,wenn man fliegen will, vielleicht sogar bei seinem Chef. Sie heißt:

Der Löwe Simhasana.

Sanskrit: simha = leistungsfähig, Hindi: simha = Löwe

Löwe

Sie soll für Ausdrucksstärke und emotionales Gleichgewicht sorgen, die Falten verschwinden und die Stimme wird kräftiger. Durch das Starren glänzen die Augen.
Da diese Übung die Muskeln im Hals- und Kieferbereich beansprucht und die Durchblutung anregt, hilft sie gegen Verspannungen im Kiefer sowie bei Hals- und Kopfschmerzen.

Übung:
Kniet Euch hin und setzt Euch auf die Unterschenkel. Dann die Hände vor den Knien auf den Boden in Seehundstellung aufstellen ( Vorderpfoten ). Nun den Po heben und das Gewicht auf die Hände verlagern. Hohlkreuz machen. Einatmen. Jetzt die Augen weit aufreißen, über Kreuz nach oben schielen und gleichzeitig beim Ausatmen die Zunge bis zur Kinnspitze rausstrecken. Einatmen- Fauchen! Einige Sekunden halten. Das Ganze noch einmal mit lautem Brüllen! Dann wieder hinsetzen setzen und entspannen.

Bei fleißigem Üben, insbesondere des Gebrülls, entwickelt man dann den Mut, auch im Alltag so zu brüllen, wie ein Löwe. Das wirkt dann energetisierend und sehr befreiend, vor allem von unliebsamen Chefs und Arbeitsstellen.

Hier sieht man die Übung fürs Büro als Video:

http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/yogaimbuero/entspannung/yoga-im-buero-entspannung-basisuebung-der-loewe-im-detail_vid_209.html