Tag-Archiv | Hindutempel

Von Mahabalipuram nach Pondicherri

Morgens atmeten wir noch einmal die frische Seeluft am Strand von Mahabalipuram.

StrandMamallapuram

Wir hatten große Schwierigkeiten, im Hotel unsere Euros in indische Rupien zu wechseln. Angeblich hatten sie kein Geld, keiner war zuständig oder die Zuständigen waren nicht da.

Palmen

Zum Glück bekamen wir auch keine der hin und wieder herunterfallenden Kokosnüsse auf den Kopf.Es war sowieso ein Glückstag, weil wir eine Mantramaschine fanden:

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/11/10/indien-mantramaschine-kommt-9951399/

Dann fuhren wir nach Pondicherry, wo Aurobindo 1926 einen Ashram gründete.
In seinen heiligen Hallen drängelten sich die Massen der Touristen, die alle zum Heiligtum strömten und die Gartenpracht gar nicht betrachteten.

Heute ist die Aurobindo- Organisation zum größten Arbeitgeber der Stadt angewachsen und unterhält Läden, Fabriken und Schulen.
Verwundert sahen wir hier breite gepflasterte Straßen ohne Kühe.

Pondicherri

Sogar originelle Abfallkörbe gab es auf der Strandpromenade:

Abfallkörbe

Im Aurobindogarten schliefen überall Menschen. Niemand beachtete die schönen Skulpturen:

Aurobindogarten

Wir bestaunten etliche Hindutempel.

Pondicherri3

Pondicherri2

Dieses Mal machte unser indischer Reiseführer keinen großen Bogen um die Katholische Kirche:

christlicheKirche

Tags: Mahabalipuram, Pondicherri, Südindien, Aurobindo, Ashram

Ausflüge in Varanasi

Varanasi
Wir fuhren zum größten Hindutempel, dem Shiva- Parvatitempel der 1,3 Millionen Stadt mit noch viel mehr Pilgern.

Danach spazierten wir zwischen den schönen Gebäuden in den grünen Anlagen der Banaras Hindu Universität herum. Beim Chemieinstitut fanden wir lauter Chemieabfälle einfach am Straßenrand herumliegen. Jetzt wurde mir klar, woher die verschmähten Liebhaber ihre Säureflaschen nehmen, die sie über ihre Angebeteten gießen um sie zu verunstalten, damit sie auch ja kein anderer bekommt.

Chemiemüll

Im Affentempel Jai Sri Rama wurden mal wieder alle Taschen durchsucht und es gab ein fürchterliches Gedränge am Fraueneingang. Eine Wächterin grabschte und zwirbelte an meinen Speckröllchen herum und wollte mir mein Pfefferspray klauen, dann habe ich es ihr wieder entrissen und mich zuerst fluchend in die Männerschlange gerettet und dann wütend den Affentempel verlassen.

In den Durga Tempel am See durften wir nicht hinein, weil wir angeblich Carnivoren seien. Wenn das nicht Rassismus ist.

Als wir aus dem Jaintempel herauskamen, in dem ich wieder aufgepäppelt worden bin, ergoss sich ein Monsunregen über uns und aus der Lehmstraße wurde ein Fäkalienbach, durch den wir eiligst durchwateten um noch unser Hotel zu erreichen.

Den Wasserbüffeln machte der Monsunregen nichts aus:

WasserbüffelimGanges

Das Zimmer war überflutet, die Betten standen im Wasser und ich fing zum Entsetzen des Personals erst mal mit dem Aufwischen an, als ich mir überall Lappen zusammengesucht hatte. Dann kamen aber Leute und wischten die Fluten hinaus. Es war feuchtheiß und die Klimaanlage funktionierte nicht, weil nirgends die dazugehörigen Batterien aufzutreiben waren.

Das Kofferpacken war auch sehr mühsam, weil das Zimmer so winzig war und nebenan mit lautem Geklopfe die Terasse renoviert wurde. Aber irgendwann haben wir es doch noch geschafft. Nur das Taschenmesser war mal wieder weg.

Besuch im Hindutempel in Kirchheim

Selbstverständlich badeten und duschten wir vorher ausgiebig um für den Besuch im Hindutempel auch rein zu sein.
Am Eingang tauschten wir unsere staubigen Straßenschuhe gegen mitgebrachte Tempelsocken, um den Tempel nicht zu entehren, denn im Tempel „berührt“ sich die Welt der Götter mit der der Menschen. Er ist aber auch Brennpunkt des sozialen wie des spirituellen Lebens.
Der Tempelgrundriss ist ein heiliges geometrisches Diagramm (Mandala) und soll das Universum darstellen. Überall zwischen den dichten Rauchschwaden tauchten bronzene Götterstatuen auf. Das Feuer, das mit Kampfer, Weihrauch und anderen geweihten und getrockneten Pflanzen in einem Steintrog entfacht war, deutet auf die göttliche Erscheinung in Gestalt des Feuers.

Planetengötter

Um das quadratische Mandala des Tempelraumes herum sind die Planetengottheiten, die Wächter der Himmelsrichtungen und andere Gestirngottheiten angeordnet. Ein riesengroßes buntes Wandgemälde bildete die himmlischen Gefilde der Götterwelt so schön nach, so dass die Götter gewiss verzückt sind in diesem Tempel wohnen zu können.

Götterwelt
Der Platz für den Tempel muss nahe einem heiligen Orte liegen und sich durch natürlich Schönheit und eine friedvolle Atmosphäre auszeichnen. An einer Wand waren Opfergaben aufgereiht, die die Gläubigen der Gottheit darbringen können.

Zuerst wurde von einer Frau ein Kirtan (Gesang zu Ehren der Götter) gesungen.
Im Inneren des Tempels liegt die Schlosskammer mit Kultbildern und Symbolen der Gottheit, der der Tempel geweiht ist. Die Umrandung war sehr schön mit farbigen Blütengirlanden geschmückt.

Schlosskammer

Die zeremoniell bemalten Priester, in ihren Priesterbändern und goldbestickten Gewändern und hinter ihnen die Gläubigen umkreisten die Schlosskammer der Gottheit im Uhrzeigersinn, Blütenblätter in den Händen, und wandelten so dem Sonnenlauf folgend im Pfade der ewigen Weltordnung. Der Tempel repräsentiert nämlich den Kosmos. Die Priester sangen während der Umrundungen wunderschöne Mantren zu Ehren von Kali, Sarasvati, Laksmi, Vishnu, Ganesha und weiteren Göttern, die alle Verkörperungen eines einzigen Gottes sind. So ist Vishnu die männliche Seite und Sarasvati die weibliche Seite Gottes oder Lakshmi, der weibliche Teil von Vishnu.

durga

Der Höhepunkt der Verehrungszeremonie war das Aarati. Dazu läutete der Priester eine Glocke, um die Aufmerksamkeit des Gottes zu erwecken. Er bewegte eine stark rußende Öllampe dreimal im Kreis vor der Statue und hielt sie dann den Gläubigen entgegen, die ihre Hände über die Flamme beugten und danach ihre Stirn berührten, um das Göttliche in sich aufzunehmen.

Die Priester nahmen die mitgebrachten Gaben ( Wasser oder Speisen ) entgegen und verteilten den Segen der Gottheit. Dazu malten sie auf unsere Stirn einen Punkt aus Vibhuti (heiliger Asche)und gelbe und weiße Punkte (Tikka aus “kumkum” –Pulver), die z.T. durch das Anmalen auf die Stirn mit dem Finger des Priesters wie das U-Zeichen Shivas aussahen, damit wir unter dem Schutz der Gottheit stehen und gaben uns süße Milch in unsere Handflächen zu trinken und Blütenblätter, die an den Körper gesteckt werden sollten (z.B. hinter das Ohr oder in die Hemdtasche).

Die vielen Götterstatuen wurden danach von uns mit Tempelmusik, und 9 wundervollen Mantras zum aussuchen, aus der Steckdose aufgeweckt, ich durfte sie mit H-Milch aus dem Tetrapack, die in eine silberne Schüssel gegossen wurde, waschen, während ich OM und ihren Namen raunte. Abends werden sie dann angekleidet und geschmückt, tagsüber mehrfach gespeist und abends in ein Schlafgemach gebracht. Besonders beeindruckt hat mich eine Götterstatue der Planetengottheiten mit einem Kobrakopf.

Schrein

Auch das Begleittier der Gottheit, Singh (Löwe) und dessen Himmelsfahrzeug, die zwischen den Schreinen standen durfte ich mit Öl massieren.

Begleittier im Raum

Einmal jährlich werden die Götter in riesigen hölzernen Wagen durch die Stadt gezogen, um aus erhabener Höhe allen Gläubigen Segen zu bringen. Sogar in Bad-Cannstatt wird dieses Ereignis am 23. Mai dieses Jahr stattfinden. Ob sich das wohl in Kirchheim auch machen lässt?