Tag-Archiv | Indianer

Eine Meditation im Oktober

Mangold Deva

Wenn meine Stimmung durch die kürzer werdenden Tage und die weniger hellen Sonnenstrahlen düsterer wird, versenke ich mich in das Leuchten der Blumen in meinem Garten.

So entdecke ich die wundersame Vollkommenheit in den Blüten, spüre die Pflanzenseele und meine eigene Seele schwingt mit ihr zusammen, bis ich wieder ganz im Gleichgewicht bin:

Manchmal höre ich auch Tatanga Mani (Häuptling der Indianer) flüstern:

Weißt du, daß die Bäume reden?
Ja, sie reden.
Sie sprechen miteinander,
und sie sprechen zu dir,
wenn du zuhörst.
Aber die weißen Menschen
hören nicht zu.
Sie haben es nie der Mühe wert gefunden,
uns Indianer anzuhören,
und ich fürchte,
sie werden auf die anderen Stimmen
in der Natur nicht hören.
Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren:
manchmal etwas über das Wetter,
manchmal über Tiere,
manchmal über den Großen Geist.

Die Frösche sind wieder auferstanden

Frösche bitten um Wasser

Der Teich sah aus, als ob sie darin Orgien gefeiert hätten. Die neu eingepflanzten Wasserpflanzen schwammen völlig zerrissen auf der Wasseroberfläche. Die Fische, die sich zuvor verkrümelt hatten, lugten ängstlich aus dem Teich.

Am Rand des Beckens saßen sie nun, die beiden Frösche. Jeder auf einer Seite, als ob sie nichts miteinander zu tun hätten.

Monatelang hatten sie tief im Boden zugebracht, in den sie sich eingegraben hatten um den Winter zu überstehen. Einige ihrer Verwandten hatten es sogar wie die Saddhus in Indien, mehrere hundert Jahre in Felsblöcken eingeschlossen, überlebt. Deshalb ist der Frosch auch ein Symbol der Reinkarnation.

Aber nicht lange darauf saßen sie wieder einträchtig nebeneinander. Nun hoffe ich, dass sie mir den Regen herbei singen, weil meine Pflanzen dringend Regenwasser benötigen:

Die ägyptische Göttin Heket, die zuständig für Unsterblichkeit und Auferstehung ist, trägt einen Frosch – Kopf. Ebenso Kuk, der Urgott der Finsternis sowie weitere Urgötter Ägyptens trugen alle einen Froschkopf.

Bei den Warao-Indianern am Orinoco erscheint die Ur- oder Erdmutter ebenfalls in Froschgestalt.

Im Feng Shui bringen Frösche Reichtum. Deshalb sollte man einem Frosch eine Münze ins Maul stecken und ihn an die Eingangstüre setzen und zwei davon in die Glücksecke.

Diese alten mystischen Krafttiere haben auch einen guten Draht zur Unterwelt und wurden von Hexen und Zauberern wegen ihrer ewigen Wiederkehr geschätzt.

Tezcatlipoca und der Mais

Die aztekische Kriegsgottheit Tezcatlipoca in Gestalt eines Jaguars, kam eines Nachts mit seinem Opfermesser aus Obsidian aus der Kälte des Nordens vom Nachthimmel herab um Menschenopfer einzufordern. Dafür versprach er den Menschen eine reiche Ernte.

Die Azteken opferten am 22. Juni eine Frau, die sie als Maisgöttin kleideten, bemalten und mit Federn bedeckten, damit sie aussah wie reifer Mais.

In Mexiko wurde beim Toxcatl Fest, der Hochzeit Tezcatlipocas ein Kriegsgefangener ein Jahr lang mit 4 Gemahlinnen, der Blumengöttin, der Maisgöttin, der Salzgöttin und der Wassergöttin verwöhnt. Dann wurde ihm am 23. April das Herz herausgerissen und sein Nachfolger bestimmt.

Die Pawnee-Indianer erfüllten noch Anfang des 19. Jahrhunderts einem jungen Mädchen eine halbes Jahr alle Wünsche und am 22. April wurde sie rot (Symbol für die Saat) und schwarz (Erde)bemalt, mit Pfeilen beschossen über einem Feuer gebraten. Dann wurde ihr Herz herausgeschnitten und verspeist. Der restliche Körper kam als Opfergabe zerstückelt aufs Feld.


Was Tezcatlipoca wohl von unserem gentechnisch veränderten Mais hält? Werden da nicht einer Industrie mehr Menschen geopfert als damals der Gottheit?

Geistertanz

Ich tanze den Geistertanz, den Tanz, in dem meinen Körper ein Schauer durchfährt, während er mit dem Göttlichen in Berührung kommt.

Ich reite auf dem Rücken des Windes und höre die Schattenseelen der Toten wie Grillen zirpen. Es vereinigt sich in dieser Nacht das männliche Prinzip der Sonne mit dem weiblichen Prinzip des Mondes. Dann empfange ich die Fische, Symbole des Weiblichen, als Geschenke der Wassergöttin und übergebe sie dem Bären, der ein Krafttier für die Heilung repräsentiert.

Geistertanz

Mit einem uralten nordamerikanischen Geistertanz, bäumten sich schon die Indianer gegen die Zerstörung ihrer Lebenskultur durch die Weißen auf. Die Indianer hielten sich an den Händen und tanzten im Kreis zum Rhythmus der Trommeln und sangen tagelang ihre Beschwörungslieder bis sie in Trance fielen. Dann verschmolz ihre Welt mit der der Ahnen und sie konnten sich von ihnen Rat holen.

Nur leider scheint bei den Prophezeiungen der Indianer der Zeitfaktor eine große Unbekannte zu sein, so dass bisher weder die Lebenden glücklich mit den Toten zusammenleben, noch ihre geliebten Büffelherden wieder ihre Lebensgrundlage bilden. Die Zeit war eben bisher noch nicht reif.

Auch die mit den Zeichen des Adlers, des Büffels, der Schildkröte und der Sonne bemalten Geistertanzhemden, die sie vor Gewehrkugeln schützen sollten, schienen nur in der Geisterwelt zu wirken, nicht in der unseren. Viele ihres Volkes und auch angesehenen Häuptlinge wie Crazy Horse oder Sitting Bull wurden umgebracht und die Indianer wurden in Abhängigkeit der Weißen gebracht.

Vielleicht waren es aber auch nicht genügend Tänzer um die hohe Energie aufzubringen, die eine Sinneswandlung in den vielen Weißen herbeiführen sollte?

Wurmmond im März

Wenn im März die Sonne intensiver scheint und den Boden auftaut, erwachen mit der Natur auch die Würmer. Das erkennt man an den kleinen Schmutzhäufchen auf der Erde. Plötzlich brechen auch die Schneeglöckchen, die Krokusse, Winterlinge durch die Erde, die Vögel singen und wir fühlen, dass es endlich wieder Frühling ist. Daher kommt dann der Name Wurm Mond , auch Saft Mond und Krähen Mond bei den Indianern genannt, weil ihr Krächzen das Ende des Winters anzeigte.

Lässt sich Gottes Babylonische Sprachverwirrung mit Gebärdensprache aufheben?

Im babylonischen Sprachengewirr Amerikas (Rund 2000 Sprachen wurden zwischen Alaska und Feuerland gesprochen) entstand eine stumme Zeichensprache mit der sich die vielen Indianerstämme während der alljährlichen Bisonjagd verständigen konnten. Selbst komplexe Verträge konnten mit bestimmten Körperbewegungen und dem Gesichtsausdruck und Gebärden abgeschlossen werden. Sogar eine ganztägige Sitzung des Repräsentantenhauses wurde in der indianischen Zeichensprache korrekt wiedergegeben.

Wurde die Hutkrempe angedeutet, handelte es sich um den weißen Mann. Für die Frau fuhr man sich wie beim Kämmen mit gespreizten Fingern durchs Haar.
Die Zeichensprache der Indianer beeinflusste auch stark die American Sign Language (ASL) .

Jedes gesprochene Wort wird von einer Gebärde unterstrichen: So wird die Betonung verstärkt und Missverständnisse werden verhindert.“

Gebet:

Nehmen wir unsere Umwelt nur durch die Brille unserer Muttersprache wahr? Schickt uns die Sprache, mit der wir aufwachsen, auf eine bestimmte Gedankenbahn und zwingt uns ihre Sicht der Welt auf oder prägt unsere Sicht der Welt die Sprache ?