Tag-Archiv | Indien

Was ist ein Krokus?

Ein Krokus ist eigentlich ein von den Göttern verwandelter Jüngling. Seine Geliebte Similake verwandelten sie in eine Eibe. Die anderen Krokusse nebendran entsprossen dem Boden zusammen mit anderen Blumen als Geschenk für das Brautlager von Hera und Zeus:

Krokusse 2012

Aus den getrockneten Narben des lilafarbenen Safran-Krokus wird das teuerste Gewürz der Welt, Safran gewonnen. Hieraus färbte man sowohl für die buddhistischen Mönche Indiens als auch unsere Könige safranfarbene Gewänder. Zu Heilzwecken diente Safran ebenfalls.

Der Krokus ist bei uns ein Symbol der Unsterblichkeit. Ob Kleopatra ihn wohl deshalb als Badezusatz verwendete?

Die Göttin Durga

Sie wirkt in der materiellen Welt der Täuschung (Maya), indem sie es den Lebewesen ermöglicht, ihre Illusionen in der materiellen Welt auszuleben. Sie ist die Mutter des Universums. Sie ist vergleichbar mit Mutter Erde und lässt den spirituellen Menschen das Maya durchschauen.

Ihre furchterregende symbolische Gestalt hat 10 Arme des karmischen Handelns. Die Schlange in ihrer Hand zeigt den nagenden Zahn der Zeit. Mit den Waffen bekämpft sie die Untugenden. Ihr Reittier ist ein Löwe oder ein Tiger, der das Laster in Gestalt eines Büffeldämons zertrampelt.

In Indien wird im Oktober Durgas Sieg über den Büffeldämon mit dem 10-tägigen Fest Durga Puja gefeiert.

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Sind Eure Verwandten auch alles „Ratten“?

Die heilige Karni Mata ist eine Reinkarnation der Göttin Durga und die Schutzgöttin der Rajputen lebte im 14. und 15. Jahrhundert. Ihr ist der heilige Rattentempel Karni Mata geweiht, in dem die Pilger gemeinsam mit ihren Vorfahren, den Ratten aus den selben Behältern speisen, ohne dass es je zu einer Epidemie gekommen wäre:

Um den toten Sohn einer Fürstenfamilie wieder zum Leben zu erwecken, verlangte Karni Mata vom Totengott Yama die Herausgabe der Seele des toten Kindes. Weil das Kind aber schon wiedergeboren war, war dies nicht mehr möglich.

Karni Mata schwor daraufhin, dass niemand aus ihrem Volk je wieder das Totenreich betreten würde und dass die verstorbenen Seelen somit als Ratte wiedergeboren würden. Nach einem Rattenleben sollten sie als Sänger auferstehen. Deshalb werden fahrende Sänger bei den Rajputen besonders verehrt:

Karni Mata lebte 150 Jahre lang und blieb jung und hübsch und nach ihrem Tode wurde sie eine Ratte.

Unter meinen Verwandten gibt es wirklich Ratten, chinesische! Und bei Euch?

Sri Caitanya Mahaprabhu

Shri Chaitanya Mahaprabhu, ist eine Inkarnation Krishnas. Er wurde am 18. Februar 1486 in Navadvipa in Bengalen/ Indien, bei Vollmond geboren und
wohnte mit seiner Fau Shrimati Sacidevi, am Ufer der Ganga.

Krishna „der Allanziehende“. erschien in einer wunderbaren goldenen Gestalt, weil die religiösen Prinzipien so stark verwässert wurden, dass es für die meisten Menschen sehr schwer wurde, den Sinn und Zweck des Lebens zu erfüllen. Er wollte den Lebewesen den Weg der Selbsterkenntnis für das Kali-Yuga Zeitalter offenbaren und selbst erleben, was Seine Geweihten empfinden, wenn sie Ihm dienen.

Shri Chaitanya Mahaprabhu bezeichnet sich als einen Gärtner, der die Früchte seiner Arbeit, die höchste Glückseligkeit an alle danach hungernden Lebewesen verteilen will.
Die Menschen müssen dazu nur die Namen der Höchsten Persönlichkeit Gottes lobpreisen:

Krishna ist auch Rama, „die Quelle aller Freude“. Er ist Brahman, strahlend wie das Licht der Sonne, Er ist Paramatma, die Überseele, und Er ist Bhagavan, die Höchste Persönlichkeit Gottes.

Unsere irrsinnige Heimreise von Chennai nach Frankfurt

Unsere aufregendste Autofahrt während unserer Indienrundreise erlebten wir, als wir mit dem Taxi zum Flughafen nach Chennai fuhren. Natürlich regnete es wieder die allabendlichen Katzen und Hunde, als wir von unserem Zimmer zum Taxi laufen mussten.

Mitten in der Nacht um 2 Uhr waren alle Fahrbahnen Chennais voll belegt, aber nicht hintereinander, sondern durcheinander , inclusive Geisterfahrerund. Das Hupkonzert war unbeschreiblich. Seitlich stachen rasende Motorradfahrer vor den Kühler. Wenn ich da hätte fahren müssen, hätte ich wohl die Warnblinkanlage angemacht und wäre keinen Schritt mehr weitergefahren.

Aber unser Taxifahrer fuhr ganz cool im Zickzack durch das Chaos und nahm auch niemanden auf den Kühler. Gelegentlich schaltete er seinen „Horn“-booster an, so dass er sich wie ein Lastwagen anhörte und verschaffte sich dadurch Platz.

Nachdem wir endlich die hektische Fahrerei hinter uns hatten und aus dem Taxi raus waren ging die quälende Warterei in der Wartehalle los (das Gedränge und der Lärm drinnen waren so fürchterlich wie auch hier draußen, aber drinnen konnte man nicht filmen):

Beim Geldwechseln mussten Formulare ausgefüllt werden und die alten Belege, Pässe, Boardingcards gezeigt werden. Mehrmals wurde das Geld gezählt und alles dauert eine halbe Stunde lang.

2-mal mussten die Koffer durch den Security check. Jede Fluggesellschaft hat ihren eigenen!

Mehrmals wurden die Pässe kopiert und wir mussten zahlreiche Formulare ausfüllen.

Manche Koffer wurden 10-mal mit Folie umwickelt bis sie stark deformiert waren:

Wegen Bauarbeiten waren Ankunft und Abflug in derselben Halle. Das Ergebnis war eine fürchterliche Drängelei. Die Stühle waren so fettig schmierig und zerrissen, dass wir uns lieber auf die Steinstufen setzten. Im Gang stank es eklig nach Kloake.

 Seats

Die Kontrolleurin ließ sich meinen Geldbeutel zeigen, schaut aber nicht mal rein, ob ein verbotener 100 Rupienschein darin versteckt war und gekitzelt hat sie mich auch nicht.

Wir durften in die Businessclass, weil die Plätze noch leer waren. Die Knöpfe an den Liegesitzen für die Massage, probierte ich aber nur kurz aus, weil der Kitzeleffekt zu stark war und bei manchen Knöpfen plötzlich die Füße irgendwo in Richtung Decke schwebten. Es gab leckere Mahlzeiten und genug zu Trinken.

Auf dem Flug wurden dann am helllichten Tag alle Verdunklungen zugemacht und alle Passagiere mussten entweder Filme anschauen oder schlafen. Als ich mal raus zu den Wolken schauen wollte und auf die Landschaft, machten die Mitfliegenden gleich Theater.

Mich haben sie am Flughafen in Frankfurt überhaupt nicht kontrolliert, nur verlangt, dass jeder Tropfen aus meiner Wasserflasche raus musste. Auf meine Frage: „Welchen Sprengstoff, der aussieht wie Wasser kann man denn trinken?“ wussten sie keine Antwort.

Aber dann sah ich, wie ein Kontrolleur Andi ins Vezier genommen hatte. Er musste sich vor allen Leuten ausziehen, genauso wie ein hübsches Mädchen, das sogar seine Schuhe ausziehen musste und vor Angst ganz starr war.

So lustig war es leider nicht:

Mit irrem Blick betrachtete der Kontrolleur jeden einzelnen Geldschein von Andi und behauptete, da könne eine Rasierklinge dazwischen sein. Er meinte im 4 GB Chip für die Kamera könnte ein Zünder sein. Er vermutete ein Sprengmittel im Labellostift.

Ich finde, Leute mit solchen Fantasien sollten nicht unbedingt an diesem Ort hier beschäftigt werden.

Aber ich weiß jetzt, was er gesucht hat:

Spaziergang durch Mahabalipuram

Am Strand wo es zum Strandtempel ging, war ein Andenkenladen neben dem anderen und alle hatten dieselben Sachen zu verkaufen.

Shop in Mahabalipuram

Wir kauften noch ein paar Geschenke und Andenken in den kleinen Läden im Ort. Es gab sogar kleinere Kaufhäuser mit hübschen Sachen. Dort hin zu kommen war allerdings nicht so einfach, weil die Autos zu schnell und kreuz und quer fuhren.

Skulpturen

Es gab unendlich viele Werkstätten, die riesige Skulpturen verkauften, aber damit wollten wir uns eigentlich nicht belasten. Wer die wohl alle kauft?

Hungerbuddha

Diesem armen Hungerbuddha hätte ich ja gerne etwas Fett von meinem Bauch abgegeben, aber er wollte dieses großzügige Geschenk leider nicht annehmen.

Den Leuchtturm im Park konnten wir nicht besteigen, wir kamen auch gar nicht hin, weil Männerbanden uns den Weg versperrten.

Im Park kam uns dann eine große Schar Schulmädchen in Uniformen entgegen.

Schulmädchen

Die Straßen die in der Stadt zum Strand führten, waren voller Klamottengeschäfte. Etliche Kleider hatten Schweißflecke unter dem Arm oder waren uralt. Ein Schlafanzug, den ich kaufte, löste sich schon nach zwei Tagen in seine Bestandteile auf.

Rooms available

Wir bahnten uns dann, um nicht wieder den Hundemeuten begegnen zu müssen, den Weg am Strand zurück um die Kühe herum:

Strandkühe

und stiegen über die dort ausgebreiteten Bettlaken:

Bettlaken am Strand

In der Hotelanlage huschten wieder kleine Leguane, Geckos und Chamäleons über den Rasen um sich vor dem allabendlich herannahenden Monsunregen in Sicherheit zu bringen. Die Krähen bekamen so ihre abendliche Dusche:

Im Hotelzimmer wartete wieder eine Überraschung auf uns:

Dekoration

Obst, Blumen und Plätzchen gab es auch.

Der Abendservice im Hotel wollte aus mir unerfindlichen Gründen mein Bett umdrehen! „I want to turn your bed”. Den habe ich aber erst gar nicht ins Zimmer reingelassen!

Das Skulpture Museum in Mahabalipuram

Auf unserem Spaziergang durch die Stadt entdeckte ich plötzlich an der staubigen East Raja Street, wo sogar Schweine aus dem Gebüsch herauskamen, lauter knallbunte Götterfiguren hinter einer verfallenen Mauer leuchten.

Schweine

Da musste ich natürlich sofort hinein.

knallbunte Götterfiguren

Eine im Schatten des Gemäuers schlafende Gestalt schlappte hinter mir her und wollte mich wieder rauswerfen. Dann stellte sich aber heraus, dass er nur ein paar Rupien Eintritt wollte. Ich konnte gar nicht glauben, dass hier nicht der 25-mal so teure Touristenaufschlag galt.

Zwar waren die 3,000 klitzekleinen bis riesengroßen Figuren aus Holz, Zement und Bronze aus der Hindu Mythologie nicht so perfekt, aber dafür umso origineller.

Es gab auch Räume mit schöner Jugendstilkunst und wunderschön verzierte Türrahmen.

Auch waren dort zahlreiche schöne Gemälde zu bestaunen:

indische Gemälde

Sogar die Mona Lisa war dort – mit eher traurigem als geheimnisvollen Lächeln !

MonaLisa

Im hintersten Winkel standen einige interessante Gemälde, darunter diese Inderin, die nubischen Tanz vorführt. Den nubischen Tanz, kannten offenbar schon die alten Inder.

nubiandance

Typisch, der ausgestreckter Zeigefinger zum Schaabi. Vorne flach und erdig, wie ein Froschfuß. hinten hochgestellter Nachstellschritt auf dem Ballen und dazu federn…

So sieht es dann aus:

http://laughingsquid.com/nubian-goat-kid-mimics-humans-dance-moves/

Diese berühmte Mystikerin, die Heilige Karaikkal Ammayya, lief von Karaikkal in Südindien bis zum Mt. Kailash und zurück! -auf Händen.

Handlaufskulpt

Wir haben es wegen der schwülen Hitze gerade noch rechtzeitig auf Füßen zurück zum Hotel geschafft, bevor das Monsungewitter einsetzte:

Pool und Strand in Mahabalipuram

Nachdem wir uns am leckeren Büfett für den ganzen Tag verköstigt hatten, liefen wir gerne zum Strand um gemütlich in der Hängematte unsere Zeitung zu lesen.

Hier fuhren Touristen in orangenen Schwimmwesten mit einem stinkenden rauchenden Boot aufs Meer hinaus:

Als wir, wie jeden morgen nach dem Frühstück, gemütlich in unseren Hängematten am Strand unter den Palmen hingen, flogen plötzlich die Fische von den Palmen. Selbst wenn es hier eine fischäugige Göttin gibt…. Ich habe ja schon mal gelesen, dass sowas bei Windhosen sein kann, aber…

Fisch

Es waren aber nur die Krähen, die die Fische kreischend auf uns runter warfen.

Wächter mit Knüppeln sicherten nämlich die Hotelanlage und verjagten wilde Hunde und Menschen.

Pool am Meer

Wir hatten von unserem Balkon aus eine herrliche Aussicht auf den riesigen Pool, der jeden Morgen lautstark von den Poolreinigungswallas geschrubbt wurde:

Poolreinigungswallas

Wir amüsierten uns über die indische Bademode oder die piekfeinen Männer im Businessdress, die sofort nach der Ankunft zum Meeting mussten und nicht mal in den tollen riesigen Pool durften. Das Personal versteckte währenddessen Gutenachthupferle aus einem Sack in ihren Zimmern.

Plötzlich versuchten Leute in unser Zimmer zu gelangen. Es stellte sich dann heraus, dass das Zimmer doppelt vergeben worden war.

Die verschiedenartigsten Menschen kamen hierher um sich zu erholen. Viele kamen aus Chennai um hier mit der Großfamilie ihr Wochenende zu verbringen. Manche brachten sogar ihr Kindermädchen mit.

Verrückte Inder spielten lautstark mit Wasserpistolen und Bällen. Sie stiegen in einen 4 m hohen durchsichtigen Plastikball in dem sie dann dauernd umfielen.
Brahmanen mit weißer Kordel um den Oberkörper machten besonderen Radau beim Wasserballspiel.

Die Geste eines kreisender Zeigefinger ums rechte Ohr bedeutet übrigens, dass der Bramane beim Austreten seine Mala ums Ohr legt.

Von Kovalam nach Mahabalipuram

Wir flogen von Tivandrum nach Madras und hatten jetzt eigentlich schon genug von Indien.

Flug nach Chennai

Im Flugzeug war es eiskalt, in den überfüllten und lauten Flughallen, in denen wir ewig lang warten mussten und in den Zubringerbussen ebenso. Gut, dass ich meine Tempelsocken und meinen warmen Anorak dabei hatte. Durchsucht nach Waffen, Drogen und Handgranaten wurden wir natürlich auch wieder.

In den Toiletten am Flughafen standen wieder Messbecher und Wassereimer. Mit der rechten Hand nimmt man den Becher und wäscht die linke Hand, mit der man den Po geputzt hat über dem Loch im Boden. Deshalb hatten wir immer Klopapier in den Taschen, das dann bei der Leibes- und Taschenkontrolle peinlicherweise zum Vorschein kam.

Dieses Mal ging es mit dem zum Hotel kommen etwas schneller, weil wir nach dem Inlandflug nicht mehr durchsucht wurden. So freuten wir uns, als wir endlich im Taxi saßen darauf, uns in unserem Hotel mit Swimmingpool am Meer eine Woche lang von den Strapazen der Reise erholen zu können.

Wir bekamen dann erst mal nach langer Warterei einen Schlüssel für ein dunkles Erdgeschosszimmer ohne Terrasse. Das fand ich irgendwie unheimlich, schließlich war hier 2004 alles durch den Tsunami zerstört worden. Außerdem hätten wir dann unsere ständig klatschnassen Klamotten in den Bäumen trocknen müssen, wie diese findige Japanerin.

tree for laundry drying

Wir sagten an der Rezeption Bescheid, dass wir ein Zimmer mit Balkon wollten und gingen erst mal einkaufen, weil es meistens ziemlich lange dauert, bis wir dann hinein können.

In Mahabalipuram liefen bissige Hundemeuten in den Straßen herum. Einige Hunde knurren uns an, weil wir neben der Straße langliefen und nicht wie anständige Touristen im tuc tuc fuhren. Das war hier schließlich ihr Revier.

Ein freundlicher älterer Einheimischer machte mich darauf aufmerksam, dass ich nicht neben der Straße, sondern auf der Straße ganz nah bei den Autos laufen solle, dahin trauen sich die Hunde nicht. Hier wurde ich zwar nicht mehr angeknurrt, aber dafür streiften ein Bus und ein Motorradfahrer meinen Ärmel.

Unser Taxifahrer meinte dazu, dass er deshalb immer seine Seitenspiegel einklappe.

Ich betete nun zu den Hindu- Göttern, dass sie mich schützen mögen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass das noch im Zuständigkeitsgebiet des Heiligen Christopherus lag.

Eine Kuh fraß das Obst der Gemüsefrau. Die warf dann mit ihren Gewichten nach der Kuh, bis sie wo anders fressen ging.

Mahabalipuram

Die Ziegen fraßen dafür die Blumenmalas eines Motorradfahrers auf:

Als wir uns dann mit Keksen und versiegelten Wasserflaschen eingedeckt hatten, sind wir völlig erschöpft im Hotel angekommen und ich wollte nur mal eben duschen und dann nur noch in den riesigen Pool.

Swimmingpool

Aber dann war der Boy mit dem Schlüssel für ein anderes Zimmer, ein Stockwerk höher mit Balkon immer noch nicht da. Das dauerte so lange, dass keine Zeit mehr übrig war zum Schwimmen im Pool. Es kamen nämlich bereits die Giftspritzer und hüllten die ganze Umgebung in eine dunkle Giftgaswolke ein. Das sollte wohl gegen Ungeziefer sein:

Der Safe im Zimmer funktionierte auch nicht richtig. Jemand kam dann zum reparieren. Hier gab es auch jeden Abend zwei – bis dreimal Stromausfall. Das bedeutete, der Kühlschrank, die Klimaanlage, der Fernseher funktionierten dann zeitweilig trotz Notstromdiesel nicht.

Nachts träumte ich vom Tsunami und wie das Bett im Wasser schwamm. Wir mussten aber zuerst die Goldfische retten, bevor wir fliehen konnten. ..

Unsere Zimmer waren oft liebevoll dekoriert und abends brachte man uns süße Betthupferl und wir wurden gefragt ob wir auch ja zufrieden wären.

Welcome

Am nächsten Morgen wurden wir vom Personal des Frühstücksbuffets ausführlich befragt, woher wir sind, wohin wir gehen und wie wir Indien finden ….

Unsere englischen Antworten verstanden sie aber meistens falsch, möglicherweise haben sie ja auch nur diese speziellen Fragen auf Englisch gelernt und Hindi verstanden sie auch nicht, nur das blubb-blubb von Tamil Nadu.Das konnten wir nicht verstehen, weil es eben so blubberte.

Die Lieblingsfrage war wieder, ob wir es im Norden oder im Süden besser finden. Was wäre wohl mit uns passiert, wenn wir Norden geantwortet hätten?

Das Frühstücksbuffet enthielt alle Köstlichkeiten Indiens und Europas vom Frühstück übers Mittagessen Kuchen und Abendessen und natürlich der leckeren Dekoration! Grins. 😉

Dazu gab es eine viel zu laute Kreischmusik von Barbara Streisand, die natürlich lauter gedreht wurde, als ich darum bat, sie leiser zu stellen oder eine schöne indische Musik anzumachen.

Dann haben sich alle Angestellten gewundert, warum ich dann die Dekoration auf der Terrasse verspeist habe. Aber es saßen ja noch genügend Opfer im Speisesaal.

Kovalam in Kerala

Strand bei Kovalam

Im nächsten Hotel wurden wir vom deutschen Hotelbesitzer zum ONAM-Essen eingeladen. Es war eine schöne große Anlage unter Palmen. Leider ohne Swimmingpool, wie bei dieser Anlage nebenan:

Beim Olam-Festessen bekamen alle klebrige Hände, denn wir saßen auf dem Boden und hatten als Teller ein Bananenblatt. Dann wurde Soße und Milch aus der Hand geschlürft. Wir bekamen zum Glück einen Löffel. Wenn wir sagten „not so much“, bekamen wir ganz viel aufgetan, mit einem extra Klecks obendrauf, weil die Inder immer nur „much = viel“ verstehen.

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/09/18/indische-ess-gewohnheiten-9415519/

Am Strand wehte wegen der hohen Wellen die rote Fahne und die Anmacher stürzten sich auf uns:
Hallo, where do you come from, what is your name, how do you like India, do you have a pen….

Immer wieder mal gab es einen kleinen 10- minütigen Sprühregen, dann schien wieder die Sonne. Wir mussten bei Spaziergängen also immer einen Regenschirm mitnehmen.

Abends verbrannte sich Andi seinen Fuß und ich meine Hand am Wasserhahn im Bad. Das heiße Wasser war fast am Kochen und ließ sich nicht sofort mischen.

In dieser Nacht wurde es sehr kalt. Ich fror so, dass ich sogar im Bett meinen Anorak anzog und heißen Tee kochte. Es waren hier nämlich nur 24°C und das war gegenüber den 37°C und mehr der vorherigen Tage eben kalt!

Die Buden am Strand sind voller alter schmutziger ausgeblichener löchriger Klamotten, die die Touristen kaufen sollen. Kleine schmutzige Hütten stehen neben Prunkvillen.

Tempelchen in Kovalam

Überall konnten wir kleine Tempel und auch Kapellen bewundern.

Kapelle in Kovalam

Die dortigen Katzen waren länger als unsere. Überall liefen komische Hühner und Truthähne herum:

Hühner in Kovalam

Gelüste nach Kaffee und Käsekuchen kamen auf. Stattdessen tranken wir Tee und verspeisten Bananen. Die schmeckten uns auch.

Hier betrachtete ich aus der Hängematte die Kokosnüsse über mir und maß mit den Augen ab, dass sie mich beim Herunterfallen wohl nicht treffen wüden:

Indische Frauen fegten den Rasen, wie immer gebückt mit Reisigbesen.

Fegerin

Wir lagen in unseren Hängemattenund träumten von Kerala:

Dann hatten wir erst einmal genug von Kerala und wir freuten uns auf den morgigen Flug nach Chennai. Ich hoffte immer noch auf ein Hotel mit einem sauberen Swimmingpool und auf ein Zimmer mit Balkon und ohne Affen!