Tag-Archiv | Jakobsweg

Der Zauber des Hopfensees

Als ich am Militärbereich vorbei kam, knallte es heftig und die Naturgeister haben wieder die Schilder verhext.

Frühmorgens war es am Hopfensee noch ziemlich kalt und die dort wachsenden Blaubeeren warenschon reif und schmeckten vorzüglich. Der See selbst ist einer der wärmsten in den Voralpen.

Als ich ein Stempelstelle für den Jakobsweg fand, zückte ich sofort mein Heftchen, aber leider hatte jemand den Stempel und das Kissen geklaut und etwas weiter so einen blöden Kasten angebracht, damit man denken sollte, dass es da drin sei.
Aber beim Öffnen flog ein Eimer voll Wasser raus und zwar direkt auf meine Kamera. Das fand ich überhaupt nicht lustig.

Das Fischmännle vom Hopfensee fand das auch nicht komisch, weil das dann immer verdächtigt wird, solche Streiche zu spielen. Außerdem öffnet Wasser den Zugang zur Andeswelt:

http://www.mythologie-atlas.de/altlandkreis-f%C3%BCssen/hopfen/fischm%C3%A4nnle-hopfensee/

Der Weg zur Burgruine war sehr romantisch und die Sonne brannte heiß. Als ich dann noch Kamele traf, dachte ich schon an eine Fata Morgana, aber die waren echt:

Überall stehen kleine Kapellen in denen auch Andachten stattfinden herum. Dort gibt es auch interessante Informationen.

So wusste ich nun, woher das Klopfen aus dem Plasmafernseher in der Ferienwohnung kam. Das sind nämlich die Armen Seelen, deren Angehörige nicht für sie beten können, weil sie nicht der katholischen Kirche angehören.

Die Armen Seelen nähren sich von den reinigenden Kräften des Weihwassers und geweihte Kerzen leuchten in ihre Dunkelheit hinein.

Ich habe mich dann aber doch nicht getraut den Fernseher im Ferienhaus mit Weihwasser zu begießen.

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Die zauberhafte Reiterleskapelle

1714 steht über dem Eingang der Reiterleskapelle auf dem Bergsattel. Nun graust es selbst schon den Naturgeistern, wenn am 8. September, dem Tag des offenen Denkmals, an diesem Kreuzungspunkt der Wander- und Glaubenswege, die wilde Meute zur 300- Jahre- Feier erwartet wird. Deshalb baten sie aus voller Kehle um Frieden.

Stempel 2

An diesem Ort ließ der Bauer Reuterle die Reiterleskapelle errichten, um den Baron Berchthold von Roth zu besänftigen, der ein gar garstiger Unhold war und ihn eines Nachts auf einem kopflosen Pferd, inmitten einer jaulenden Hundemeute, in Angst und Schrecken gejagt hatte. Weil der Heilige Leonhard der Schutzpatron der Pferde war wurde die Kapelle nach ihm benannt.

Ganz zur Ruhe schien der schreckliche Wüterich jedoch noch nicht gekommen zu sein, weil er am 16. November 1911 die Erde auf der Schwäbischen Alb erbeben ließ und die Kapelle beschädigte und mit Rissen durchzog.

Auch von unten zog er an den Wurzeln der 350 Jahre alten ehrwürdigen Wetterlinde nur um die Kapelle zu beschädigen. Sie wurde einst als Wegweiser zum Christentalpass gepflanzt.

1945 wollte er, dass die Linde gefällt wird, mit dem Vorwand, das Holz als Panzersperre auf dem Pass zu benötigen. Zum Glück konnte das ein mutiger Bauer verhindern.

Der wilde Reiter darf nun als goldene Wetterfahne den Dachfirst verzieren. Der Heilige Leonhard von Limognes und die Madonna sind unten gemeinsam hinter Gittern eingesperrt, damit sie nicht wie der heilige Johannes, der heilige Antonius und der heilige Georgius entführt werden können.

Meine Post konnte ich hier auch wieder selber abstempeln und dann mit wesentlich weniger Gepäck weiter übers Rechbergle zum Schönberg mit seiner Wacholderheide laufen.

Die Naturgeister beim Hohenstaufen

Auf meinem Weg von den Eschenbächen zum Hohenstaufen empor, hielten mich die Naturgeister eifrig davon ab, mein Inneres Gleichgewicht zu finden. Sie ließen die Sonne auf meinen Wintermantel knallen, dass ich bergauf stark ins Schwitzen kam.

Pilgerstempel

An einer Wegkreuzung hing mitten im Wald an einem Baum ein Briefkasten. Ich vermutete, dass vielleicht Post für mich drin sein könnte und öffnete ihn. Da fiel mir ein angebundenes Pilgertagebuch und ein ebensolcher Stift in die Hände, so dass ich gleich mal mein Autogramm hinterlassen konnte. Es war die Eislinger Stempelstelle am Jakobsweg, an der ich auch meine Post abstempeln konnte. So einen Komfort könnte ich mir auch gut für unser Wohngebiet vorstellen.

Den Hohenstaufen hinab wurde es ungemütlich. Ich schlitterte einen kleinen rutschigen Pfad in Richtung Ottenbach hinab, der auf der einen Seite mit einem Elektrozaun und auf der anderen mit einem Stacheldraht begrenzt war.Die Naturgeister zerrten und zogen mich in alle Richtungen. Dann versperrten sie den Pfad auf dem ich im Matsch hinab balancierte mit einem umgekippten Baum so, dass ich nur noch durch ein Dornengestrüpp hindurch klettern konnte um wieder in die Zivilisation zu gelangen. Dabei hielten sie mich auch noch an meinen Wanderschuhen im Matsch fest.

Jetzt hätte ich zur Verteidigung einen riesigen Pilgerstab mit Eisenspitze unten und oben einer kugelförmigen geschnitzten Verdickung brauchen können oder wenigstens 2 Nordic Walking Stöcke, mit denen die beiden Waldfeen durch den Wald klapperten.

Letztlich half nur noch ein Stoßgebet zu Ganesha, der einem bei der Überschreitung von Hindernissen hilft. Er führte mich schnurstracks zu einem befestigten Weg nach Ottenbach.

Irgendwie habe ich wohl einige dieser Wesen doch verärgert. Sie haben mir nämlich eine gewaltige Erkältung verpasst. Deswegen hört man mich in ihrem Chor auch so krächzen.

Herbstwanderung zwischen Jebenhausen und Bezgenriet

In Jebenhausen beim Naturkundemuseum wartete ein uralter Baumgeist einer subfossilen Mooreiche, die zwischen 252-525 n. Chr. gewachsen ist, auf uns. Er versprach auf unser Auto aufzupassen und führte uns später auf den Jakobsweg, den wir vor zwei Monaten schon mal begonnen hatten:

http://dschjotiblog00.blog.de/2013/08/11/feng-shui-jebenhausen-16305270/

Im Museum konnten wir weit zurück in die Steinzeit gehen und die Höhlengemälde der Urmenschen betrachten. Im Bastelraum standen noch einige Farben herum. Nachdem wir jede Menge ausgestopfter Tiere und Muscheln betrachtet hatten, wusste ich nun, dass meine einst gefundenen Patronen aus dem Krieg nur Belemniten aus dem Lias, aus einer längst vergangenen Zeit sind. Meine Seeigel aus dem Urlaub habe ich auch in den Vitrinen erspäht.

Beim Schloss haben es die Naturgeister besonders toll getrieben. Es war ganz verhext. Eine riesige Spinne hatte ihr Nest hoch in den Baumwipfeln über dem Gebäude angelegt. Wahrscheinlich sollte sie dort die Paparazzi fangen.

Dann freute ich mich, dass ich den Jakobsweg wieder gefunden hatte. Aber es war leider nur dieses eine Schild da und bis Bezgenriet kamen wir auch an keinem mehr vorbei.

Eigentlich hatten wir an diesem tropischen Nachmittag Ruhe und Stille ersehnt, aber die Wärme hatte die Bauern aufs Feld getrieben und so fuhren sie dort mit ihren riesigen Landmaschinen auf den Feldern herum und machten einen Höllenlärm. Den armen Anwohnern vom Schopflenberg hat das sicher nicht so gut gefallen.

Die Laurentiuskirche in Bezgenriet mit ihren Fresken zum Weltgericht war am Samstagnachmittag leider geschlossen.

Auf dem Rückweg beobachteten wir, wie Abermillionen von Spinnennetzen die von Grashalm zu Grashalm gesponnen waren in der untergehenden Abendsonne funkelten.

Zuletzt erfrischten wir uns am leckeren Mineralwasser, das gar nicht nach Schwefel schmeckte und das aus der Wand des Museums aus den Tiefen heraus kam.

Die Mineralquellen von Jebenhausen sind schon seit Jahrhunderten für Trink- und Badekuren bekannt.