Tag-Archiv | Katalonien

Mystisches Palafrugell

Auf dem Weg nach Palafrugell kam ich an einem tollen indischen Laden vorbei. Leider konnte ich nichts kaufen, weil alles zu teuer war oder mir nicht gefiel.

Palau bedeutet das geschützte Haus und Frugell ist ein germanischer Eigenname.

Das Navi, das auf ein angeblich riesiges Einkaufzentrum programmiert war, navigierte mitten durch die Innenstadt mit seinen engen verwinkelten Gässchen, bis es als Ziel ein mittelgroßes Lebensmittelgeschäft angab. Ich nehme mal an, die haben dafür bezahlt, dass sie dort vorgeschlagen werden.

Später habe ich dann einen Lidl gefunden und gleich das Schild mit den Erdbeeren fotografiert, weil ich mir so einen komischen Namen nicht merken kann. Das richtige Eis (Zitroneneis) habe ich bei dem Schilderwirrwar nur Dank meiner Frostgeister gefunden, die das richtige Schild rot aufleuchten ließen.

Hamburgueseria

Erfrischt konnte ich mich dann auf den Stadtbummel begeben, wobei eine bedrohlich schwarze Wolke über mir mich ständig zur Eile antrieb.

Die Kirchen waren leider alle verschlossen, damit ja keine Naturgeister eindringen können und nicht etwa jemand auf die Idee kommt dort beten zu wollen.

Die Wegweiser nach Palafrugell waren gut ausgeschildert, nur zurück hatten die Naturgeister wieder das Navi sowie alle Schilder verstellt und andere Namen darauf geschrieben. Zum Glück wurde mein Spanisch von den Leuten die ich nach dem Weg fragte, verstanden, so dass ich auch wieder zurück fand.

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Sa Riera

Felsennymphe

Ich lief am feinsandigen Strand der malerischen von Klippen umrahmten Bucht von Platja de sa Riera entlang, einem ehemaligen Fischerort entlang und kühlte meine Füße im klaren Wasser. Dabei beobachtete ich die vielen Boote, die auf den Wellen schaukelten und die Schwimmer, die sich weit in die Bucht hinauswagten, dass ihre Köpfe wie Stecknadeln aussahen. Haie schien es hier wohl nicht zu geben.

Hinter dem Fischer- und Touristendorf entdeckte ich noch weitere geheimnisvollen Sand- und Felsbadeplätze und schroffe Klippen. Nur leider hörte die katalaunische Mauer viel zu früh auf und die Naturgeister ließen mich nicht durchs Gestrüpp hindurch, so dass ich auf demselben Weg umkehren musste.

Spaziergang auf der katalaunischen Mauer

Katalaunische Mauer

Ich spazierte von Platja de Pals in Richtung der Felsen und traf auf wunderschöne romantische Buchten mit schattenspendenden Felsen. Hier tummelten sich wieder die von Gott Gekleideten und die Naturgeister und lauschten den sphärischen Klängen der verzauberten Natur.

Eine Treppe führte steil die Felsen und Berghänge empor und sah aus wie eine Miniaturausgabe der chinesischen Mauer, die sich über die Felsen mit vielen schönen Aussichtspunkten schlängelte, wo zum Glück keine Autos fahren konnten.

Von dieser katalaunischen Mauer aus konnte ich die Platja de l’Illa Roja erblicken, also den „Strand der roten Insel“, der aber keine Insel ist, sondern ein aus dem Wasser ragender Felsen. Hier tobten sich natürlich wieder die Naturgeister und die Luftbekleideten aus.

Das geheimnisvolle mittelalterliche Pals

Der Name des mittelalterlichen Dorfes Pals, palus auf Latein, bedeutet Sumpfgebiet.

Besonders gut gefallen hat mir der historische Teil der Stadt, der auf einem Hügel liegt und die es bereits im 9. Jahrhundert gab. Das Wahrzeichen der Stadt ist der “ Rauchturm “ aus dem 11. Jahrhundert. Er ist das älteste Gebäude und heißt heute Stundenturm(Torre de las Horas).

Im gotischen Viertel von Pals stehen alte Adelshäuser und die engen Gassen sind gepflastert. Überall tummeln sich die Naturgeister in den alten Gemäuern und in den bunten Gärten. Nur die Autos mit ihren Motorengeräuschen passen irgendwie nicht in die mittelalterlichen Gassen.

Moreneta

Nachdem ich die Traumfänger unbeschadet passiert hatte, hörte ich aus der Kirche einen lieblichen unirdischen Gesang herausdringen und als ich ihm folgte, fand ich in einer dunklen Ecke die Moreneta, die schwarze Madonna mit ihrem Baby. Sie hatte sich hier vor dem Rummel um das katalanische Nationalheiligtum versteckt, der um sie gemacht wird:

Hier musste ich mich wenigstens nicht in die Schlange stellen, um sie zu sehen, wie im Kloster Montserrat.

Das Gebiet beim Golfpatz von Platja de Pals

Da im Mittelalter immer wieder Piraten die Städte angriffen, wurde der Turm la torre Mora in Platja de Pals gebaut. Darum herum sieht man noch die Ruinen der Fischerunterkünfte, in denen sich jetzt die Naturgeister tummeln.

Kakteen

Auf meinen Wanderungen stellte ich fest, dass man genauso wenig durch den km-langen Golfplatz hindurch laufen konnte, wie durch das Naturreservat.

Der Golfplatz trennt die Häuser vom Strand, so dass die Bewohner km-weite Umwege machen müssen um an den Strand zu kommen. Da sie dann mit ihrem ganzen Gepäck mit dem Auto fahren, freuen sich die Parkautomatenbesitzer.

Im Golfplatzgelände waren kaum Golfspieler und ich wundere mich, dass für die paar Hansel so ein Aufwand getrieben wird.

Mitten hindurch laufen dürfen nur einige Berechtigte und die anderen müssen drum herum laufen. Wenn man aber Golfpatz Platja de Pals googelt, findet man nur kommerzielle Angebote, wie großartig der Golfplatz sei. Dabei muss man dort auch noch spezielle Kleidung tragen,sonst kriegt man eins mit dem Golfschläger übergebraten (siehe Dresscode im Video).

Vor dem Gebäude standen lauter Rollatoren. Meinen habe ich gleich mal dazugestellt, damit er sich mit ihnen anfreunden kann:

Auf dem Weg zurück kam ich an den Reisfeldern vorbei, wo es sich die Naturgeister schmecken ließen. Es gibt sie schon seit 1452.

Ohne Kreditkarte von Avignon nach Pals

Da die Gegend von Avignon offensichtlich von Betrügern wimmelte, konnte man hier nur mit Kreditkarte tanken. Aber die wollte ich nicht in so einen Automaten stecken.

Gleich bei der ersten Mautstelle in Spanien musste ich feststellen, dass man hier in Katalonien kein Spanisch spricht, sondern Kauderlaunisch.

In bin nämlich ausgerechnet zur Siestazeit in die falsche Box gefahren, nämlich in die, in der man eine Kreditkarte braucht, um wieder raus zu kommen. Die Icons waren mir irgendwie nicht ganz klar.

Meine 3€50 wollte der blöde Automat nicht und der Zettel auf dem die Strecke aufgezeichnet war, kam nicht mehr aus dem Automaten heraus. Also drückte ich alle Knöpfe, bis eine schläfrige Stimme aus dem Automaten brummte.

Mit meinem Kastillianischen Spanisch erklärte ich ihm, was los war und hörte ein wüstes Geschimpfe in Katalaunisch und verstand sinngemäß, dass ich rückwärts aus der Box rausfahren sollte und er käme gleich, sobald er seine Schuhe angezogen hätte. Meinem Beifahrer riet ich, schon mal in Deckung zu gehen.

Als ich mit dem Auto endlich in der Box, in der man mit richtigem Geld bezahlt war, kam das HB-Männchen mit einer knallgelben Warnweste, die er sich schnell noch überzog, angeschimpft und brüllte die Leute im Auto davor an und kassierte von denen die 3€50. Von mir wollte er dann denen ihre 11€ haben. Dann habe ich ihm x-mal in Spanisch erklärt, dass ich die Anruferin aus der anderen Box war und er laut Automaten nur 3€50 von mir bekommt.

Bis er endlich kapiert hatte, um was es ging, musste ich mir anhören, dass ich eine Betrügerin (Bandita) sei und nicht genug Geld hätte um zu bezahlen. Er schrie besonders laut um mich nicht zu Wort kommen zu lassen. Zu dem Stress piepste das blöde Auto unaufhörlich und mein Beifahrer schrie ich solle dem sein blödes Geld doch einfach geben, damit Ruhe herrscht.

Irgendwann hat das HB-Männchen sich so über sich selber geärgert, dass er wütend auf den Automaten zeigte, in den ich die 3€50 werfen sollte und die Schranke aufmachte, damit ich seinem katalaunischen Gebrüll entkommen konnte. Ich hoffte sehr, dass nicht alle Katalanen so cholerisch sind.

Die vielen Festungen und Burgen in der Region von Katalonien ließen mich angriffslustige Angreifer vermuten.

Zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs während der Franco-Diktatur in Spanien wurde hier erbittert gekämpft. In den Kastells suchten die Verfolgten Schutz, sowohl im Mittelalter, als auch vor Francos Truppen, während der „Schnitter-Revolte“ (1640 bis 1659) und im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714).

Bei Toroella del Montgri wehten viele Fahnen und überall lagen Schiffe an den Straßen. Die haben sich bestimmt im Schildermeer verfahren, obwohl man sich ja gut am Castell del Montgrí orientieren kann, einer Kreuzfahrerburg aus dem 13. Jahrhundert auf einem hohen Berg, den man von Weitem schon sieht.

Bei den Reisanbaugebieten bei Pals mit seinen verfallenen Gemäuern, in denen jede Menge Mücken hausten, sah es aus wie in Asien. So war ich dann sehr überrascht, dass ich sehr freundlich auf Deutsch begrüßt und zu meiner Unterkunft geleitet wurde.

Gemäuer