Tag-Archiv | Kirchheim

Samstag war einiges los in in Kirchheim Teck

Kurz vor 10:00 Uhr war es an diesem Samstagmorgen noch recht leer auf Kirchheims Straßen.

Die Bibliothek war noch nicht geöffnet und in den Cafés saßen noch kaum Leute:

Als dann die Violine aufspielte, liefen dann schon mehr Menschen in der Fußgängerzone herum:

Beim Spiel des Zither- und Akkordeon- Vereins Kirchheim Teck wurde das Gedrängel noch größer, weil immer mehr Menschen stehenblieben um den Klängen zu lauschen:

Statt dieser Rekonstruktion eines Abortes,

Aborterker

wäre mir hier, mitten in der Fußgängerzone ein normales WC lieber gewesen:

Aborterkerinfo

Schöne Brunnen sorgten für Abkühlung:

Sagenbrunnentafel

Der Sagenbrunnen am Alten Postplatz ist immer eine Attraktion für die kleinen Kinder, die dort gerne planschen:

Die größeren Kids fanden wir dann eingepfercht im Teckcenter vor:

http://dschjotiblog00.blog.de/2012/07/28/daniele-negroni-eingesperrten-kids-14278335/

Auf ihr Idol wollte ich aber nicht mehr warten. Das habe ich mir dann hier auf youtube angeschaut.

Daniele Negroni und die eingesperrten Kids

Als wir heute ins Teckzentrum in Kirchheim kamen, wunderten wir uns, warum die kids da alle eingesperrt waren:

Autogrammstunde

Da sie aber ganz vergnügt dasaßen, konnte es nur ein flash mob sein:

Ein flash mob war es aber auch nicht.

Plakat

Es war wohl eine Autogrammstunde, die in dreieinhalb Stunden beginnen sollte.

Auf dem Plakat sahen wir Daniele Negroni,einen deutschsprachigen Sänger italienischer Nationalität.

Superstar

Ist es nicht „crazy“, dass die kids so lange ausharren, um ihren Superstar, der am 31. Juli 2012 siebzehn Jahre alt wird, anzuhimmeln?

Wo sie ihn doch hier ganz bequem mit einem Mausklick bewundern können.

Besuch im Hindutempel in Kirchheim

Selbstverständlich badeten und duschten wir vorher ausgiebig um für den Besuch im Hindutempel auch rein zu sein.
Am Eingang tauschten wir unsere staubigen Straßenschuhe gegen mitgebrachte Tempelsocken, um den Tempel nicht zu entehren, denn im Tempel „berührt“ sich die Welt der Götter mit der der Menschen. Er ist aber auch Brennpunkt des sozialen wie des spirituellen Lebens.
Der Tempelgrundriss ist ein heiliges geometrisches Diagramm (Mandala) und soll das Universum darstellen. Überall zwischen den dichten Rauchschwaden tauchten bronzene Götterstatuen auf. Das Feuer, das mit Kampfer, Weihrauch und anderen geweihten und getrockneten Pflanzen in einem Steintrog entfacht war, deutet auf die göttliche Erscheinung in Gestalt des Feuers.

Planetengötter

Um das quadratische Mandala des Tempelraumes herum sind die Planetengottheiten, die Wächter der Himmelsrichtungen und andere Gestirngottheiten angeordnet. Ein riesengroßes buntes Wandgemälde bildete die himmlischen Gefilde der Götterwelt so schön nach, so dass die Götter gewiss verzückt sind in diesem Tempel wohnen zu können.

Götterwelt
Der Platz für den Tempel muss nahe einem heiligen Orte liegen und sich durch natürlich Schönheit und eine friedvolle Atmosphäre auszeichnen. An einer Wand waren Opfergaben aufgereiht, die die Gläubigen der Gottheit darbringen können.

Zuerst wurde von einer Frau ein Kirtan (Gesang zu Ehren der Götter) gesungen.
Im Inneren des Tempels liegt die Schlosskammer mit Kultbildern und Symbolen der Gottheit, der der Tempel geweiht ist. Die Umrandung war sehr schön mit farbigen Blütengirlanden geschmückt.

Schlosskammer

Die zeremoniell bemalten Priester, in ihren Priesterbändern und goldbestickten Gewändern und hinter ihnen die Gläubigen umkreisten die Schlosskammer der Gottheit im Uhrzeigersinn, Blütenblätter in den Händen, und wandelten so dem Sonnenlauf folgend im Pfade der ewigen Weltordnung. Der Tempel repräsentiert nämlich den Kosmos. Die Priester sangen während der Umrundungen wunderschöne Mantren zu Ehren von Kali, Sarasvati, Laksmi, Vishnu, Ganesha und weiteren Göttern, die alle Verkörperungen eines einzigen Gottes sind. So ist Vishnu die männliche Seite und Sarasvati die weibliche Seite Gottes oder Lakshmi, der weibliche Teil von Vishnu.

durga

Der Höhepunkt der Verehrungszeremonie war das Aarati. Dazu läutete der Priester eine Glocke, um die Aufmerksamkeit des Gottes zu erwecken. Er bewegte eine stark rußende Öllampe dreimal im Kreis vor der Statue und hielt sie dann den Gläubigen entgegen, die ihre Hände über die Flamme beugten und danach ihre Stirn berührten, um das Göttliche in sich aufzunehmen.

Die Priester nahmen die mitgebrachten Gaben ( Wasser oder Speisen ) entgegen und verteilten den Segen der Gottheit. Dazu malten sie auf unsere Stirn einen Punkt aus Vibhuti (heiliger Asche)und gelbe und weiße Punkte (Tikka aus “kumkum” –Pulver), die z.T. durch das Anmalen auf die Stirn mit dem Finger des Priesters wie das U-Zeichen Shivas aussahen, damit wir unter dem Schutz der Gottheit stehen und gaben uns süße Milch in unsere Handflächen zu trinken und Blütenblätter, die an den Körper gesteckt werden sollten (z.B. hinter das Ohr oder in die Hemdtasche).

Die vielen Götterstatuen wurden danach von uns mit Tempelmusik, und 9 wundervollen Mantras zum aussuchen, aus der Steckdose aufgeweckt, ich durfte sie mit H-Milch aus dem Tetrapack, die in eine silberne Schüssel gegossen wurde, waschen, während ich OM und ihren Namen raunte. Abends werden sie dann angekleidet und geschmückt, tagsüber mehrfach gespeist und abends in ein Schlafgemach gebracht. Besonders beeindruckt hat mich eine Götterstatue der Planetengottheiten mit einem Kobrakopf.

Schrein

Auch das Begleittier der Gottheit, Singh (Löwe) und dessen Himmelsfahrzeug, die zwischen den Schreinen standen durfte ich mit Öl massieren.

Begleittier im Raum

Einmal jährlich werden die Götter in riesigen hölzernen Wagen durch die Stadt gezogen, um aus erhabener Höhe allen Gläubigen Segen zu bringen. Sogar in Bad-Cannstatt wird dieses Ereignis am 23. Mai dieses Jahr stattfinden. Ob sich das wohl in Kirchheim auch machen lässt?

Der Ort der unvorstellbaren Möglichkeiten

Der Name des Kirchheimer tibetisch-buddhistischen Zentrums „ Kagyu Samye Dzong“ bedeutet der Ort der unvorstellbaren Möglichkeiten.

Die sympathische Nonne Ani Semchi, die Gründerin des Kirchheimer Zentrums, empfing uns zur „Führung durch das tibetisch-buddhistische Zentrum“ mit einem stahlenden Lächeln und erzählte uns viel über den Buddhismus und beantwortete bereitwillig alle unsere neugierigen Fragen zur buddhistischen Denkweise. Manche definieren einen Buddhisten als jemanden, der Mitgefühl mit anderen hat. Buddhismus ist mehr eine Philosophie als eine Religion.

In diesem Zentrum, einem Platz der Erleuchtung, wird gelehrt, wie der Geist funktioniert und auch die Methoden zur Entwicklung positiver Eigenschaften. Die reine Buddha-Natur, ohne die 5 Geistesgifte (z.B. Egoismus), ist nämlich unsere wahre Natur. Durch die Meditation bekommen wir Zugang zu unserem guten Kern.

Man kann die 3 Fahrzeuge studieren, d. h. wie wir schädliche Gewohnheiten überwinden um eigenes Glück und inneren Frieden zu finden und uns selbst und andere zu befreien. Das diamantene Fahrzeug führt zur schnellen Erleuchtung und ermöglicht uns vielleicht sogar unseren Fußabdruck im Fels zu hinterlassen.

Ani Semchi selbst ist nur ab und zu in Kirchheim und geht ansonsten ihren Pflichten im Kloster Kagyu Samye Ling in Schottland nach (von dem das Kirchheimer Zentrum ein Ableger ist). Dort unterrichtet sie auch die herrliche Tanka-Malerei, die überall an den Wänden zu sehen ist.
Mehrere größere goldene Buddha-Statuen zierten nicht nur den bunten Raum, sondern sie sollen auch unsere inneren Qualitäten fördern. Davor standen viele kleine Schälchen mit Keksen und anderen Opfergaben.
Wunderbare kleine Statuen der Tara standen auch vorne. Die ursprünglichen Figuren (Archetypen) wurden von erleuchteten Wesen in Visionen gesehen. Jede Farbe hat ihre eigene Bedeutung. Mantren haben die Kraft in sich uns zu beruhigen.
Die grüne Hautfarbe bedeutet die Vielfalt. Das Mantra der Grünen Tara lautet:
OM TARE TUTTARE TURE SOHA
Weiße Hautfarbe bedeutet völlige Reinheit. Das Mantra der Weißen Tara lautet:
OM TARE TUTTARE TURE MAMA AJU PUNYE JNANA PUTRIM GURUYE SOHA

Zum Schluss der Führung durften wir noch mit Ani Semchi zusammen meditieren. Wir saßen auf einem kleinen Meditationskissen und mussten unsere Wirbelsäule gerade halten, damit die Energie gut fließen kann. Achtsam, im Moment, im Jetzt, also wach sollten wir sein. Wir beobachteten unseren Atem an der Nasenspitze oder zählten. So wurden wir gelassen und unser Geist wurde so ruhig, daß uns der Baulärm aus dem Hindutempel nebenan nicht weiter störte, obwohl er sich manchmal anhörte wie ein brüllender Löwe. Zum Schluss wurden wir mit einem wohlklingenden bunten Gong wieder in die Realität geholt.

Hier kann man die Eröffnungsfeier der Kirchheimer Zweigstelle anschauen.

http://video.regio-tv.com/video_id_=11120

Veranstaltungen:

http://www.kirchheim.samye.org/