Tag-Archiv | Korb

Feuer unterm Hintern

Heute bestaunte ich in einem indischen Geschäft eine interessante Hose. Sie sah aus wie die weißen Baumwollunterhosen meines Urgroßvaters, in die gleich die ganze Familie hineinpasst.

Der Verkäufer versicherte, dass diese Hose wunderbar bequem sei und er sie immer in seiner Freizeit anhat. Na ja, die Kashmiris finden das wohl auch so. Mich erinnert sie jedenfalls immer an die Arsch-am-Boden-Hosen mancher jungen Männer bei uns.

Es ist sicher gut, sein Erspartes in solche Hosen und die dazu passenden weiten Obergewänder (Pherans) zu investieren.
Wenn nämlich eines kalten windstillen und wolkenverhangenen Wintertages doch kein Strom mehr aus der Steckdose kommt, weil alle AKWs abgeschaltet sind, ziehe ich nämlich meine Arsch-am-Boden-Hose und Pheran an und hänge, wie die alten Kashmiris und vielleicht auch mein Urgroßvater, wer wei߅ einen Kangri in die Arsch-am-Boden-Hose.

Ein Kangri ist ein irdenes Gefäß mit glühenden Kohlen in einem Korb. Der kam ursprünglich aus Italien nach Kaschmir.

Es ist nicht ganz ungefährlich einen Kangri in der Hose zu haben, weil man dann „kangri cancer“ , eine Art Hautkrebs durch die ständige Hitze an der gleichen Stelle bekommen kann, da die Zellen mutieren. Sowas kennen wir ja schon vom Laptop, den manche zu lange auf dem Schoß haben.

In Jammu und Kashmir geht jedenfalls jetzt schon der Run auf die Kangris los:

Falls Ihr keinen mehr ergattern könnt, gibt es auch noch andere Möglichkeiten sich zu wärmen:

Kühe in den Weinbergen

Ich nehme mir die Zeit um mit meiner Seele alleine durch die Weinberge zu wandern und mit dem Herzen die Botschaften zu verstehen, die mein Kopf so nicht erfassen kann.

Mühsam steige ich die steilen Treppen empor und fühle wie mein Herz schlägt. Ich muss manchmal stehenbleiben, weil meine Muskeln nicht an die vielen Treppen gewöhnt sind. Ich fühle die Erde unter meinen Füßen und schaue in den frühlingsblauen Himmel. Die strahlenden Sonnenstrahlen wärmen meinen Körper.

Ich lausche sowohl in mein Inneres als auch in die Natur hinein. Ich vernehme die Botschaften der Bäume und höre die Insekten summen und die Vögel lobpreisen. Es ist ein geistiges und seelisches Hin- und Her fließen von Energie.

Das weiche Gras lädt mich ein mich hineinzusetzen. Der Busch spendet mir wohltuenden Schatten. Ich fühle mich in die Natur hinein und werde ein Busch, der den Vögeln Deckung und Nahrung gibt und durch den der Wind streift. Ich rieche die Süße der Blüten eines Baumes und atme kräftig die reine Luft ein und höre den Gesang des Windes. Die Welt um mich herum ist voller Symbole, die mich den Sinn und den Wert des Lebens lehren.

Ich befinde mich nun hoch oben auf dem Korber Kopf und treffe auf den Skulpturenpfad. Hier komme ich an ein Gebilde mit vielen Ringen und denke, dass Lebewesen auch aus vielen Rundungen bestehen und oft in Gruppen im Kreis sitzen, wenn nicht viereckige Tische anderes verlangen.

Verlangen nicht unsere viereckigen Häuser andere Verhaltensweisen von uns als es runde Unterkünfte tun würden? Wie sähe das Universum aus, wenn eckige Planeten auf viereckigen Bahnen entlang zögen? Würde das die göttliche Ordnung, die Harmonie stören? Warum ist der Regenbogen nicht geformt wie ein gotischer Bogen?

Warum ist unser Jahreskreis, aus dessen Sterben neues Leben hervorgeht, nicht ein Jahresviereck? Warum sind unsere Särge viereckig?

Warum stehen Kühe aus Aluminium in den Weinbergen, statt lebendiger Tiere?

Kühe

Hier sind noch mehr Skulpturen:

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/05/18/stammen-figuren-osterinseln-skulpturenpfad-korber-kopfes-8620962/