Tag-Archiv | Kumba Mela

Mit Bharati auf der Kumba Mela im Cassiopeia

Wir waren eingeladen, einen Film über den größten unorganisierten Event der Welt anzuschauen, zu dem uns Bharati Erklärungen gab und unsere Fragen beantwortete.

70 Millionen Pilger, darunter die verschiedensten Heiligen, mit ihren Studenten wollen mit ihrer Anwesenheit ihren Weg zum Nirvana verkürzen. Dafür lassen sie ihre Haare und Fingernägel meterlang wachsen, transformieren ihre Sexualität indem sie sich Steine an ihre Geschlechtsteile hängen, oder durchbohren sich mit Dolchen um zu zeigen, dass sie eine Inkarnation Hanumans sind. Die höchsten Sadhus sind die, die nicht mehr an der Welt haften und somit weder Kleidung noch Speise und Trank benötigen.

Eine weibliche Sadhu ließ sich 3 Tage in ein Erdloch stecken, um zu demonstrieren, dass sie nicht einmal mehr atmen muss und auch weil ihr Körper während dieser Zeit, in der sie von der göttlichen Mutter erleuchtet wird, nicht berührt werden darf. Eine andere Frau, die zu einer Sekte gehörte, deren Mitglieder niemals Salz essen, wurde mit den heiligen giftigen Kobras eingesperrt und sie hängte sie sich um den Hals. Es hieß, dass sie das nur überlebte, weil Shiva sich in ihr manifestierte. Normalerweise gehen aber die weiblichen Sadhus nicht an die Öffentlichkeit .

Viele Wunder werden auf der Kumba Mela gezeigt, wie schwimmende Steine zum Ram-Gemurmel . Gott Rama ließ einst eine Brücke von Indien nach Sri Lanka aus schwimmenden Steinen bauen, die deshalb schwammen, weil Ram draufstand. Manche können sogar Erdbeben aufheben oder werden durch Wechsel in andere Körper 1200 Jahre alt.

Man sieht sowohl Haschisch rauchende und mit Handy telefonierende, die aber wohl noch einen weiten Weg zur Erleuchtung haben. Eigentlich wollen diejenigen, die sich mit dem schnellen und gefährlichen Weg des Tantras und des Verbotenen, der schwarzen Magie, befassen ja den schnelleren Weg gehen, landen aber umso öfter in der totalen Verwirrung.

Wir sahen auch Heilige, die ihren Arm 12 Jahre emporheben, bis er ganz dünn und verkrüppelt wird und manche sterben auch dabei.
Manche leiden, damit sie selbst schneller ins Nirvana kommen, manche nehmen aber auch anderen Menschen das Karma in Form von Schmerzen ab.

„Piloten-Baba“, ein Siddhi und spirituelles Oberhauptes der nackten, mit Asche eingeriebenen und mit dem Dreizack bewaffneten „Kriegerasketen“, den Naga Babas, ließ sich ebenfalls tagelang unter der Erdoberfläche eingraben. Er erkannte, dass der menschliche Wille Wunder bewirken kann, „wenn er klar, positiv und frei von Begierde ist“. Der Zweck dieser Samadhi-Demonstrationen ist die Förderung des Weltfriedens. Wenn ein Mensch in Samadhi eingeht, wird eine enorme Kraft freigesetzt, die erheben, inspirieren, heilen und alle, die damit in Berührung kommen, transformieren kann. Manchmal verschwindet Piloten-Baba auch einfach aus seinem orangefarbenem Dhoti, um die Menschen, besonders die Intellektuellen, zu überraschen. Beim Fragenstellen unserer Teilnehmer hat wohl einer versucht es ihm nachzutun, das endete aber nur mit einem lauten Gepolter, einer abgebrochenen Stuhllehne und allgemeiner Erheiterung.

Hier sieht man anders als in unserer genormten Welt der Kurzhaarschnitte, Glatzen und Jeans oder Anzug und Krawatte Mode eine unglaubliche Vielfalt und Kreativität der Sadhus: