Tag-Archiv | Landschaft

Am See des Vergessens

Traurig war ich auf der Suche nach einem Ort der Ruhe und des Friedens, nach einem Ort an dem ich wieder fühlen kann, nach dem glitzernden See des Vergessens.

Der Dunst schwebte durch das Tal und der Horizont schien sich aufzulösen, als ich stumm und sprachlos einsam am Ufer des Sees entlang lief. Die Atmosphäre war hier äußerst mystisch und gespenstisch, weil der Reif die Farben und Geräusche in eine grauweiße Landschaft reduzierte. Auch die Hügel waren in weißgraue Schleier gehüllt.

Die Zeichen der Natur sprachen ihre eigene Sprache und der Alltag verschwand für eine Weile. Meine Gedanken versuchten den Schleier der Zeit zu lüften, blickten zurück und versuchten vorwärts zu schauen.

https://www.youtube.com/watch?v=xLCoF8Mteso

Ich stapfte über das vermodernde Laub und fühlte den Winter am See zwischen dem Schilf, der wie ein Spiegel in den Tiefen der Seele lag. Die Natur ruhte erstarrt in glänzender Sonne.

Ein einsamer Reiher versuchte sich unsichtbar zu machen und flog davon, als er merkte, dass es ihm nicht gelang. In der Stille vernahm ich wieder die Schreie des Schmerzes.

http://www.songtexte.com/songtext/nenia-calladhan/der-see-des-vergessens-4bf6af96.html

Hölderlins verzauberte Landschaft

Mit meinem Wanderfreund Hölderlin bestaunte ich die total verhexte Landschaft um den Ulrichstein.

Sonnenbrille

Früher stand er noch etwas weiter oben auf einer Knochenmergelschicht, dann ist er im Laufe der Jahre immer weiter hinuntergerutscht, so dass ich den glitschigen Pfad durchs Gestrüpp hinterher rutschen musste. Hinauf war es dann noch etwas beschwerlicher: Zwei Schritt vor und einer zurück…

Im 16. Jhd. soll sich der landesflüchtige Herzog Ulrich unter dem Ulrichstein versteckt haben. Eigentlich ist das kein gutes Versteck. Auf dem Ulrichweg weisen nämlich überall Schilder zum Ulrichstein hin. Da findet ihn ja jeder Depp. Zwar gibt es zur Irreführung der Verfolger noch einen „falschen Ulrichstein“ in der Nähe, aber da denken seine Verfolger höchstens, dass Ulrich an diesen Tischen seine Mahlzeiten einnimmt und suchen weiter.

Wenn man die Steuern dauernd erhöht, muss es ja eines Tages zu einem Aufstand der Bevölkerung kommen. Dann hat er auch noch den Ritter Hans von Hutten ermorden und die freie Reichsstadt Reutlingen überfallen, bis es dem Schwäbischen Bund zu bunt wurde und dieser Ulrich vertrieb.

In dieser wundersamen Landschaft Hölderlins habe ich auch wieder das Schild vom Jakobsweg gefunden, das die Naturgeister auf einem früheren Spaziergang mal wieder umgesteckt haben.