Tag-Archiv | Lebensmittel

Bonusmarkt

Beim Einkaufen fand ich neulich in einem kleinen Laden alle Lebensmittel, die ich sonst immer nur beim REWE bekomme. Ich wunderte mich zwar etwas über das Personal, aber dann fiel mein Blick auf einen kleinen grünen Zettel:

Unser Lieferservice für Sie

Kostenlos im Nahbereich!

Das kam mir irgendwie merkwürdig vor. Den Kassierer traute ich mich nicht danach zu fragen.

Am nächsten Tag schaute ich auf den Zettel. Da war ein link drauf:

http://www.bonusmarkt.de.

Ich schaute ins Internet und fand:

BONUS bedeutet: Berufliche Orientierung, Nachbarschaftsläden und Service gGmbH.

Hier lernen benachteiligte Jugendliche und Langzeitarbeitslose, die nur geringere Chancen auf unserem Arbeitsmarkt haben, Fachkenntnisse des Lebensmitteleinzelhandels.

Außerdem versorgen die Bonus-Märkte die Umgebung mit Lebensmitteln.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bonus-Markt

Das Rätsel ist nun gelöst und scheint mir eine tolle Idee zu sein, vor allem für ältere und kranke Menschen, für die das Tragen der Einkäufe entfällt.

Herr gib uns unser tägliches Brot!

Irgendwie kam es mir nach meinen Ostereinkäufen so vor, als ob alles doppelt so teuer geworden wäre wie … letzen Monat?

Im Einkaufskorb war dann leider nur noch die Hälfte. Mal sehen was ich im Internet darüber finde:

Lebensmittelpreise auf Rekordhoch:

http://www.teleboerse.de/mediathek/mediathek_videos/n-tv_mediathek_videos_wirtschaf/IWF-warnt-vor-Konflikten-article2527376.html

Also habe ich mich doch nicht geirrt! Was essen nun eigentlich diejenigen, die nicht soviel verdienen wie ich?

Hilft es den Hungernden, die Gelder umzuverteilen? Wem hilft es, die Globalisierung rückgängig zu machen? Haben wir 2011 immer noch genügend Nahrung auf der Welt?

Soll ich mit Biosprit fahren um die armen deutschen Bauern zu unterstützen?

Sind die Spekulanten schuld?

Ist wirklich genug Weizen vorhanden um alle Menschen zu ernähren?

Weltweit sichern sich Investoren wertvolles Ackerland. Während die Bevölkerung hungert, wittert ihre Regierung ein gutes Geschäft?

Die internationale Organisation Grain listet auf 11 Seiten auf, wo die Landsammler bereits tätig geworden sind oder über Pacht und Kauf verhandeln: in allen Kontinenten: China in Uganda und Simbabwe, eine japanische Firma in Brasilien, Libyen in der Ukraine. Die saudische Bin-Laden-Gruppe will in Indonesien auf 500 000 Hektar Fläche Reis für die Heimat produziere.

Die Grain-Aktivisten unterscheiden zwei Gruppen von Investoren: Länder, die seit der Nahrungsmittelkrise um ihre eigene Ernährungssicherheit fürchten und Investoren, für die „Ackerland zum schicken neuen Spielzeug wird“.

Die neuen Besitzer vertreiben kleine Bauern von ihrem Grund und den ansässigen Menschen werden die Lebensgrundlagen entzogen. Auf die Natur wird wenig Rücksicht genommen.

Das Problem mit dem Loch in meinem Geldbeutel erscheint mir wie die Geschichte von dem Sufischüler und der kleinen graue Wolke am Horizont. Gemäß dem Rat seines Lehrers sollte er bei ihrem Auftauchen sofort das Weite suchen. Das tat er auch und überlebte so die Brandschatzung seiner Stadt.

Jetzt frage ich mich allerdings, wo denn die Hungernden der 3. Welt hinlaufen werden?