Tag-Archiv | Linde

Lindau und die Malefitztürme

Auf der Insel, auf der Lindenbäume wachsen, spazierte ich durch die Altstadt, die voller Leben war – besonders als die herumfahrenden Autofahrer die Touristen durch die winkligen Gassen scheuchten.

Malefitzturm

Einige davon gehören in den Malefiz-Turm mit den Ecktürmchen, das ehemalige Stadtgefängnis. Davon sollte man eigentlich mehrere haben. Das lateinische “maleficus” bedeutet nämlich boshaft, übel handelnd und gottlos, weshalb die rasenden Autofahrer in den Diebsturm gehören, wie die Geister der Vergangenheit meinten. Aber sie sind nur Schatten auf dem Turm und haben in der Stadt mit der Linde auf dem Wappen nur noch wenig zu melden.

In der Maximilianstraße, mit seinen mittelalterlichen Bürgerhäusern herrschte ein reges Treiben. Das alte gotische Rathaus mit seiner Renaissancetreppe war bunt mit der Stadtgeschichte bemalt.

Hier habe ich über einen früheren Ausflug nach Lindau berichtet:

http://dschjotiblog00.blog.de/2012/09/21/fuss-wasserburg-lindau-14846851/

Vom Jugendstil- Stadtbahnhof brachte mich der Zug aus diesem Traumstädtchen wieder mit der üblichen Verspätung in die Gegenwart zurück.Zum Glück wurde noch nicht gestreikt.

Die zauberhafte Reiterleskapelle

1714 steht über dem Eingang der Reiterleskapelle auf dem Bergsattel. Nun graust es selbst schon den Naturgeistern, wenn am 8. September, dem Tag des offenen Denkmals, an diesem Kreuzungspunkt der Wander- und Glaubenswege, die wilde Meute zur 300- Jahre- Feier erwartet wird. Deshalb baten sie aus voller Kehle um Frieden.

Stempel 2

An diesem Ort ließ der Bauer Reuterle die Reiterleskapelle errichten, um den Baron Berchthold von Roth zu besänftigen, der ein gar garstiger Unhold war und ihn eines Nachts auf einem kopflosen Pferd, inmitten einer jaulenden Hundemeute, in Angst und Schrecken gejagt hatte. Weil der Heilige Leonhard der Schutzpatron der Pferde war wurde die Kapelle nach ihm benannt.

Ganz zur Ruhe schien der schreckliche Wüterich jedoch noch nicht gekommen zu sein, weil er am 16. November 1911 die Erde auf der Schwäbischen Alb erbeben ließ und die Kapelle beschädigte und mit Rissen durchzog.

Auch von unten zog er an den Wurzeln der 350 Jahre alten ehrwürdigen Wetterlinde nur um die Kapelle zu beschädigen. Sie wurde einst als Wegweiser zum Christentalpass gepflanzt.

1945 wollte er, dass die Linde gefällt wird, mit dem Vorwand, das Holz als Panzersperre auf dem Pass zu benötigen. Zum Glück konnte das ein mutiger Bauer verhindern.

Der wilde Reiter darf nun als goldene Wetterfahne den Dachfirst verzieren. Der Heilige Leonhard von Limognes und die Madonna sind unten gemeinsam hinter Gittern eingesperrt, damit sie nicht wie der heilige Johannes, der heilige Antonius und der heilige Georgius entführt werden können.

Meine Post konnte ich hier auch wieder selber abstempeln und dann mit wesentlich weniger Gepäck weiter übers Rechbergle zum Schönberg mit seiner Wacholderheide laufen.

Meditatives Tanzen im Juli

Um dieses hübsche Blumenarrangement tanzten wir unsere Sommertänze wie den Sommertango, den Feuertanz und natürlich den Lindenblütentanz:

Sonnenblumenkranz

Ein wichtiger Baum der im Juli blüht ist nämlich die Linde, über die Martin Luther sagte: „Unter den Linden pflegen wir zu singen, trinken und tanzen und fröhlich zu sein, nicht ernsten und streiten, denn die Linde ist bei uns ein Friede- und Freudebaum!“

Ihr Blatt ist herzförmig und aus ihren Blüten kann man einen Tee kochen, der schweiß- und harntreibend sowie schleimlösend wirkt.

Hier träumt Franz Schubert im Schatten des Lindenbaumes:

Hier seht Ihr schöne Gemälde vom Lindentanz:

Wer Walther von der Vogelweide nicht mehr versteht, kann den englischen Text mitlesen:

Wir tanzten auch einen Lindenblütentanz nach dem Gedicht von Joseph Eichendorff:

Es war, als hätte der Himmel die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müsst.
Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder, so sternenklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus:

Liebesbeziehung mit einem Baum?

In dieser Meditation erklärt uns der bekannte slowenische Künstler und Geomant Marko Pogacnik
wie man mit einem Baum Kontakt aufnehmen kann. Bei 5:00 fängt die Übung dann endlich an.

Ich habe mit diesem knorrigen und schmucklosen Baum im Hintergrund des Videos noch meine Schwierigkeiten. Vielleicht klappt es ja besser im Frühling? Außerdem können sich ja die Bäume, so wie hier die Buchen, auch untereinander lieben:

http://dschjotiblog00.blog.de/2011/02/15/karmische-baumgeist-10599022/

Außerdem ist es nicht so angenehm, wenn alle Baumgeister dem Liebesgeflüster lauschen:

http://dschjotiblog00.blog.de/2009/08/15/baumgeister-6730781/

Diese Meditation mit einer Linde sagt mir dann doch eher zu: