Tag-Archiv | Lotus

Welches ist die richtige Welt?

sechs Seerosen

Pünktlich zum Erdbeermond öffneten sich sechs Seerosen in meinem Tümpel. Eine fehlt noch, damit es eine Lotusblüte für jedes Chakra gibt.

Das erinnert mich daran, dass ich nicht wie die Indianer auf diesen besonderen Zeitpunkt des Vollmondes gewartet habe, sondern meine Erdbeeren schon vorher vernascht habe, um sie vor den Schnecken zu retten. Aber überlassen wir doch die Vollkommenheit den Göttern…

Tümpelpferd

 

Während buddhistische Heilige und hinduistische Götter oft auf einem Lotus dargestellt werden, verspeist mein Tümpelpferd einfach die Blätter der heiligen Wasserlilie und macht sich überhaupt nichts aus diesem seltenen Ereignis der Sommersonnenwende, dem längsten Tag des Jahres.

Tümpelpferd mit Seerosen

Welches ist denn nun die richtige Welt?

Die der Feier- und Gedenktage oder die der Nilpferde?

Puja für die Nasse Sophie

Damit es dieses Jahr nicht so schrecklich kalt und nass wird, habe ich gestern Abend zum Vatertag diese Wasser- Puja für die Nasse Sophie zelebriert, weil sie ja ein Mann ist:

Weiteres zu den Eisheiligen habe ich hier geschrieben:

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/05/04/eisheilige-scheissheilige-8515320/

Heimreise von Delhi ins Musterländle

Als das von uns bestellte Taxi ankam, erkannten wir es zuerst gar nicht, weil nicht Taxi draufstand und es zwei Taxifahrer hatte- seltsam!

Ich habe dann mit meinem Stadtplan genau verfolgt, wohin wir fuhren, falls wir entführt werden.

Aber die beiden Taxifahrer waren sehr nett und fuhren uns schnurstracks zum Flughafen. Dort gab es dann gemütliche Liegestühle, weil man dort immer so lange warten muss. Wir dösten so gemütlich vor uns hin, nachdem wir die vorbeilaufenden anderen Wartenden ausgiebig beobachtet und kommentiert hatten, als es plötzlich einen fürchterlichen Krach gab und eine Deckenpanele mit der dazugehörenden Staubwolke herabkam.

Im Flugzeug war an Schlaf nicht zu denken, weil dauernd unnötige Ansagen kamen, leidende Väter mit ihren brüllenden Kindern durch die Gänge liefen. Wenn die Kinder mal schliefen kam das Essen und alle wachten wieder auf. Wir wunderten uns auch, was es zum Essen gab. Die Stewardessen fragten uns: „Chicken or Cheese or Scheiß?“ Äh, keinen Scheiß, Cheese!

So schauten wir uns einige schöne Filme an, einige auch im Schnelldurchlauf, bis wir beim Zoll in London Heathrow wieder beweisen mussten, dass wir keine Fußgranaten in den Sandalen hatten. Danach zogen wir uns um, für die Eiseskälte in Deutschland. Die Warterei war wegen der originellen Werbung recht kurzweilig. In einem Büchergeschäft fielen immer die virtuellen Bücher aus dem Regal und an einer Säule zeigte ein verübte Soldatseine Possen:

Am Flughafen in Deutschland bemerkte ich plötzlich, dass wir und unser Gepäck bestialisch stanken und hoffte, dass wir in ein Taxi einsteigen dürfen. Zum Glück ließ sich der Taxifahrer nichts anmerken.

Dann träumte ich die restliche Nacht nur noch von Indien- einschließlich Autogehupe….

Da meine Seele nicht so schnell fliegen konnte und ich die indische Zeit noch im mir hatte, wachte ich um 5 Uhr morgens auf. Alles war so eigenartig ruhig. Kein Flugzeugpropeller dröhnte über dem Bett. Ich hatte nicht mehr die üblichen Schwitzanfälle. Es waren 19 °C und ich fröstelte zog ich Wollsocken an, wickelte mich in eine warme Decke und freue mich über die frische klare Luft. Während ich meine Blumen ins Zimmer hole und begrüße, genieße ich meinen köstlichen Tee aus einer sauberen Tasse.

Beim ersten Spaziergang wandelte ich wie auf Wolken. Ich musste meinen Blick nicht mehr überall hinwenden nicht mehr auf der Hut sein vor den Paanspuckern. Es gab keine Ziegen, Kühe, Affen, Fledermäuse, Tauben und deren Scheiße mehr. Nirgends schlichen sich Gestalten an einen heran und bettelten. Niemand wollte mich zu irgendwelchen Geschäften animieren. Ich konnte auch nicht in tiefe Löcher in der Straße, Schlaglöcher, Baugruben usw. fallen oder mich in Dornengestrüpp verfangen. Es gab wieder Fußwege! Rundumblick adieu!

Unsere gesamten Sachen, inclusive Geldbeutel und Schuhen und halb Varanasi verschwanden mit ganz viel duftendem Weichspüler in der Waschmaschine.
Wir mussten unsere Wäsche auch nicht auf dem Mittelstreifen der Straße trocknen:

Wäschetrocknen

Jetzt, da wir unsere Füße aus dem Schlamm Indiens befreit haben, können wir den Lotus Indien daheim genießen…..

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/01/22/heiliger-lotus-7855091/

Shivaratri 2010

In der Nacht vom 12. Zum 13. Februar 2010 , in der heiligssten aller Nächte,ist Shivaratri die Nacht des (Großen)Shiva oder Mahashivaratri. Am 14. Tag des Monats Phalguna wird Shiva, der Gütige, der Segen, gefeiert. Das ist die Bedeutung des formlosen Shiva. Seine Aufgabe ist die Zerstörung, damit Neues entstehen kann. Er trinkt das Gift des Urmeeres und rettet so die Welt.

Damit man den Formlosen Shiva (Shankara) mit seinen drei Augen (drei Welten) erkennt, wenn man ihm begegnet, wird er mit einem Dreizack (die drei Aspekte der Zeit) dargestellt. Statt ihm wird gerne auch ein Lingam verehrt. In einer Eishöhle in Armarnath wird sogar ein Eis-Lingam angebetet, das bei zunehmendem Mond wächst und sich bei abnehmendem verkleinert.

Shiva wird mir aber sicher auch meine klitzekleinen Sünden vergeben, wenn ich nicht diese anstrengende Reise zu diesem Wallfahrtsort machen werde und auch nicht wegen ihm den Berg Kailash besteige. Dafür wird er mich auch, wenn er in der vierzehnten Nacht der dunklen Hälfte des Mondes über die Erde schreitet, die ganze heilige Nacht beten und Mantren singen hören, so wie es der Göttliche in den heiligen Schriften selbst verlangt. „Möge unser Herrgott durch unsere Lobgesänge entzückt sein.“

“AUM NAMAH SHIVAYA

Irgendwo muss ich dann noch ein Lingam finden, denn dort drinnen ist Shiva zu finden und wird mich, wenn ich mich ihm voller Liebe und mit lodernden Herzen nähere und das Lingam mit Wasser, Milch, Joghurt, Butter und Honig begieße und mit den Blättern eines heiligen Baumes schmücke, von meinen klitzekleinen! Sünden befreien. Ich werde sicherheitshalber mal ein paar Basilikumblätter mitnehmen.

SHIVARATRI ist aus spiritueller Sicht ein besonders günstiger Zeitpunkt. Es ist der 14. Tag des Mondzyklus, der Moment an dem der Mond fast gänzlich verborgen ist. Der Verstand ist mit dem Mond eng verbunden. CHANDRA, der geheimnisvolle Engelsherrscher des Mondes, ist gleichzeitig die Gottheit, die den Verstand beherrscht. Er verliert an jedem Tag nach Vollmond ein sechszehntel seiner Strahlung, so dass er in der SHIVARATRI-Nacht nur den sechzehnten Teil seiner Kraft hat. Somit sind bei Neumond die Launen des Verstandes stark reduziert, so dass man leicht die geheimnisvolle Anwesenheit Gottes verspürt und sich auf seine unvergängliche Herrlichkeit und Gnade einlassen kann.

Um dies auch zu verwirklichen, muss man die Kraft zu Lieben entwickeln. Dieses geht am besten über den Verzicht. So wie die Hindus, werde ich also auch am Tag zuvor fasten um mich dank der geheimnisvollen Gnade SHIVAS, der im Lotus meines Herzens wohnt,zu transformieren. Ich werde in dieser Nacht versuchen alle dem Leben innewohnenden Sorgen und Leid zu vergessen und um mich herum Freude und Seligkeit auszustrahlen, um mich der unerschöpflichen Höchsten Quelle der Göttlichen Freude und Seligkeit zu nähern.

Heiliger Lotus!

Am Anfang schläft Vishnu auf den Urwassern. Aus seinem Nabel wächst ein Lotus mit dem darin liegenden Universum empor. Der Lotus ist das Symbol der Welt und der Schöpfung. Wie der Lotusstängel sich aus den Wassern erhebt und die Blüte hervorbringt, so hat sich einst die Erde bei der Quirlung des Milchozeans aus dem „Urmeer“ Padma (das heißt Lotusblume) emporgehoben.
Der Fruchtknoten des Lotus erhebt sich wie der Weltenberg aus dem Blütenboden, die vielen Blütenblätter strahlen in alle Himmelsrichtungen und symbolisieren die Vielfalt der Länder und Kulturen. Der Lotusstängel entspricht der aus den Urwassern aufsteigenden Weltachse, auf der die Erde ruht. Darunter liegen der Stiel und die Wurzeln in einem schlammigen Gewässer. Ebenso liegen auch unter der Erde Unterwelten.

In Asien ist die heilige Lotusblüte (Nelumbo nucifera) ein göttliches Symbol der Reinheit und steht für geistige Erkenntnisse und Reinheit des Geistes. Der Mensch wächst über sich und den Alltag hinaus und erblüht. So steigt er aus der Materie über die Wiedergeburt ins Nirvana, wie der Lotus aus dem Schlamm.

Im Buddhismus ist diese mythische Pflanze das Symbol für den Lauf der Zeiten (Frucht, Blüte und Stängel). So wie die Blüten aus dem Schlamm hervorgehen, so blühen die Lehren Buddhas. Es heißt, Buddha wurde auf einer Lotuspflanze geboren und in der Nacht, als Gautama empfangen wurde, soll ein riesiger goldener Lotus aus der Erde gewachsen sein. Buddha auf einer geöffneten Lotusblüte sitzend zeigt seine Herrschaft über die intellektuelle und philosophische Ebene und die Entfaltung des Bewusstseins.

Die sich öffnenden Blütenblätter deuten auch die Entfaltung der Seele an. Im Gegensatz zur Seerose, deren Blätter auf dem Wasser schwimmen und benetzt werden, erhebt sich das Lotusblatt über die Wasseroberfläche und wird nicht vom schmutzigen Wasser benetzt oder vom Schlamm beschmutzt. Die Umgebung in der sie wächst, kann ihrer Schönheit und Reinheit nichts anhaben. Eingelagert in den Schlamm ausgetrockneter Teiche können ihre Samenkörner sogar weit über 1000 Jahre keimfähig bleiben!

Die Blütenblätter einer Lotusblüte bestehen aus winzigen Schuppen Das Wasser perlt mit dem Schmutz an ihr ab, so dass sich keine schädlichen Teilchen oder Pilze und Bakterien auf ihr festsetzen können um sie zu schädigen. Selbst Klebstoff und Farbe bleiben nicht auf ihr haften.
Warum?
Hier gibt es ein Oberflächenparadox:
Mit dem Mikroskop erkennt man als Oberfläche das Nagelbrett eines Fakirs, die emporragenden Spitzen sind allerdings aus wasserabweisendem Wachs. So rollen nun die Wassertropfen ab und reißen die Schmutzteilchen mit sich.
Nicht möglichst glatte, sondern mikroskopisch raue Oberflächen bleiben rein!
Schlaue Wissenschaftler haben sich diesen „Lotuseffekt“ patentieren lassen und so werden nun selbstreinigende Fassadenfarben und Zeltstoffe die nicht schimmeln verkauft.

In China gibt es eine Lautgleichheit der Wörter Liebe und harmonische eheliche Verbundenheit und dem Lotus. Darum gilt die Lotosblüte auch als Sinnbild einer guten Ehe.

Lotus dance:

In Neu-Delhi wurde ein Baha’i-Tempel der Neuzeit für alle Religionen errichtet. Der Architekt, Fariburz Sahba, wählte die Gestalt einer sich gerade öffnenden Lotusblüte, deren äußere Blütenblätter schon entfaltet sind, deren innere aber noch das Allerheiligste umschließen.