Tag-Archiv | Lotusfüße

Die Meeresgöttin bei La Pironnière

La Pironnière

Ich folgte den Gesängen aus dem Meer und lief durch das übereinandergetürmte Gewirr von Steinen, in das vom Wasser geschliffene fantastische Reich der Meeresgöttin. Es war teilweise mit glitschigen Algen geschmückt und ich bewunderte ihre Schätze, die die Flut an Land gebracht hatte.

In der Tiefe gurgelte das Meerwasser durch die Spalten. Sirenen sangen dort unten von früheren Zeiten. Da bekamen die Götter noch öfter menschliche Nahrung wie abgelegte Liebhaber der Prinzessin von Ys oder junge Mädchen als Opfer. „Warum heute nicht mehr?“, klagten ihre gierigen Stimmen.

Ich setzte mich ans Ufer und ließ meine Lotusfüße vom Saum des Meeres benetzen. Als ich das Bhumisparshamudra bildete und so der Mittelfinger meiner rechten Hand die Erde berührte, stieg die Meeresgöttin mit einem Gürtel aus Knochen den sie um sich herum schwang und einer Kette menschlicher Schädel um ihren Hals aus den Wellen heraus. Ich war wie hypnotisiert von ihrem Anblick, ihren smaragdgrünen glitschigen Haaren.

Als ich vor Entsetzen ganz erstarrt war, begann sie sich zu ärgern und ihre drei dunklen Augen schauten mich zornig an. Mir wurde ganz heiß und der Schweiß lief mir in Strömen herab.

Ich sah die Göttin plötzlich überall und wusste nicht, wohin ich vor ihr fliehen sollte.
Mir fiel nichts anderes ein als zu singen. Sie beruhigte sich tatsächlich. Dann tanzte sie zurück die vibrierenden Wellen des Meeres. Dort wurde sie von einer wirbelnden Schar von Sirenen begleitet.

Sie sangen nun alle durcheinander. Die Stimme der Göttin des Meeres und der Nacht war so schrill und laut, dass sie mir durch Mark und Bein schoss. Dann bleckte sie ihre Zähne, ihre Augen traten hervor und sie röhrte wie ein Donnerwetter, so dass der Boden unter mir vibrierte. Alle Naturgeister schauten nun ganz bedrohlich drein und ich eilte zurück ins Haus der Adam`s Family.

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Das Mysterium von Madonnas Lotusfüßen

Im Mittelalter war es schwierig herauszufinden, ob Maria Lotusfüße besitzt, weil der Saum ihrer Gewänder weit auf den Boden herab reichte und diese nie darunter hervor blitzten.
Schließlich hatte die Königin von Saba auch immer ihre behaarten Schenkel und ihren Eselsfuß zu verbergen versucht, die sie von ihrer Dschinnmutter vererbt bekam…

In dieser Zeit, als auf Kirchenfenstern wiedergegeben wurde, was die Leute zu glauben hatten, mussten sich die Künstler auf die Abbildung von Passionen, Heiligen und Marien beschränken, wenn sie nicht wollten, dass ihnen der Pinsel genommen wurde.

Immerhin konnten ihre Seelen noch zu Maria Zuflucht suchen, indem sie sie als Mutter, Jungfrau, als platonische Geliebte und als Schönheitssymbol verehrten.

Manchmal zeigte sich Maria mädchenhaft zart, ein anderes Mal heroisch.

Je nach Laune des Künstlers kleidete sie sich in ein ärmliches Gewand oder modebewusst prachtvoll.

Passend zur Umgebung, in die sie geflogen war, trug sie wallendes Haar, um zu zeigen, dass sie frei geboren ist, oder eine Krone oder ein Kränzchen und öfter sogar einen Heiligenschein. Als Braut der Kirche musste sie selbstverständlich Brautschmuck und Schleier anlegen.

Manchmal schaut sie sinnlich und verführerisch, ein anderes Mal weltabgewandt und vergeistigt, mit Sai Babas Regenbogen im Hintergrund.

Schüchtern war sie damals wohl auch nicht, da sie sich meines Wissens nie darüber beklagt hatte, dass sie in jeder Situation abgebildet wird, sogar als sie den Jesusknaben verprügelt hatte:

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/01/02/jesus-faustdick-ohren-7677634/

Vielleicht forderten deswegen die Kardinäle schon mehrmals Madonnas Exkommunikation?

Wenn sie nicht in die Ecke der dummen Blonden gestellt oder als Milchsuppenmadonna verdonnert werden will, hält sie als Attribut der Gelehrsamkeit ein Buch in ihren Händen und Gott schaut mit rauschendem Bart wohlgefällig auf sie herab.

Gerne lässt sie sich im Rosenhaag oder im Erdbeerbeet, porträtieren, weil die Erdbeere mit ihren 3 Blättern als ein Zeichen für Trinität gilt. Auch pflückt sie gerne duftende Veilchen oder hält Kreuzesnägel als Nelken getarnt in ihren Händen. Wenn sie ihre Keuschheit betont, hat sie immer ihre weiße Madonnenlilie dabei.

Da ihr wohl der Umgang mit gewöhnlichen Menschen nicht so sehr behagte, pflegte sie mehr den Umgang mit Engeln, Heiligen und Königen oder weilte mit Gott im umzäunten Paradiesgarten. Damals, als es noch keine Terroristen gab, war es dort noch einigermaßen sicher. Wenn man mal von der Schlange einmal absieht.

Zuweilen tummelten sich edle Hunde in ihrer Nähe, von denen behauptet wird, dass sie die Predigt hielten. Wenn die Hunde des Künstlers mal nicht so gut gelungen sind und sie abgemagert oder zerzaust aussahen, so wurde einfach erklärt, dass das die Heiden seien.

Mich wundert es nicht, wenn Madonna jetzt mehr der Kabbala zuwendet…

Dschjoti beim Mantrasingen mit Ganesha

Zu Acht sangen wir uns an diesem Abend durch die acht Paradiese.

Das indische Harmonium vibrierte immer schneller mit der Erde, in der wir verwurzelt waren und ließ seine Töne zusammen mit unserem Gesang auf den Tönen der Violine zum Himmel empor steigen.

Während wir unsere Mantren sangen, vereinigten wir uns mit dem Göttlichen und die Energie strömte in das buddhistische Rad der Erlösung mit seinen acht Speichen.

Um die Wirkung der Mantren zu erhöhen konzentrierte ich mich auf Bindu, den Punkt des Universums, in dem das Universum entsteht und vergeht.

Dabei wurden nicht nur unsere Herzen und unser Bewusstsein, sondern auch der Raum in dem wir sangen ganz weit. Noch nie haben wir unseren Meditationsraum so groß und gewaltig erlebt.

Da der weise Gott Ganesha, der Schutzherr der Wissenschaften für den Neuanfang und die Transformation steht, begrüßten wir ihn zuerst in der heiligen Sprache des Sanskrits.

Sobald er in dem indischen Harmonium den Herzschlag des Universums vernahm, tanzte er mit seiner Energieschlange um den Bauch gewickelt in unserem Kreis herum. Unsere Guritha sprang sofort derart begeistert auf, dass ich dachte, seine Reittiere, Mäuse und Ratten hätten sie erschreckt.

Dann tanzte sie mit ihm und durfte sogar mit seinem abgebrochenen Stoßzahn auf ihrer Violine spielen. Dabei trippelte er mit seinen Lotusfüßen die ganze Zeit total verzückt auf ihren Notenblättern herum und wiegte seinen lieblichen Elefantenkopf hin und her.

Meine früheren Begegnungen mit Ganesha habe ich hier beschrieben:

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/03/20/besuch-hindutempel-kirchheim-8212426/
http://dschjotiblog00.blog.de/2010/06/08/ganesha-4-koepfe-10-arme-zahn-8761827/
http://dschjotiblog00.blog.de/2012/01/14/ganesh-maha-mantra-12451883/

Mein inneres Kind

Mein innere Kind Kystl summt vor sich hin und lacht. Weil es so gerne im blauen Sand spielt, ist es überall blau. Es spielt mit der wunderschönen lichtdurchfluteten göttlichen Mutter.

Kystl1

Doch plötzlich entschwebt sie zum Himmel empor. Kystl denkt, das sei ein neues Spiel und schnappt sie an den Zehen und versucht sie festzuhalten. Aber sie wird immer kleiner und durchsichtiger, bis sie fort ist. Nun sitzt es da und weiß nicht wie ihm geschehen ist. Seine liebe göttliche Mutter ist mitsamt ihren Lotusfüßen verschwunden. Es ist allein.

Da kriecht ein eisiges Wesen aus einer anderen Welt die linke Seite seines Rückens entlang und krallt sich um seinen Hals. Es drückt so fest, dass ihm die Luft weg bleibt. Da erwacht Kystls Wille und er vertreibt es einfach mit einem tiefen Atemzug. Doch dieses kalte Wesen gibt nicht auf. Wieder kriecht es an ihm empor und würgt ihn noch fester. Es scheinen nun mehrere Wesen zu sein, die ihn mit ihrer Eiseskälte würgen. Atmen allein reicht nicht mehr aus. Nun besinnt sich Kystl des Mantras, das ihn seine geliebte göttliche Mutter einst lehrte: „om mani padme hum“, murmelt es wieder und wieder. Das hilft. Die scheußlichen Kreaturen lassen von ihm ab und entschwinden in die Dunkelheit.

Nun schlägt Kystl die Augen weit auf, und erholt sich kurz von seinem Schrecken an dem warmen Licht seiner Salzlampe um sich sogleich wieder in seine Meditation zu vertiefen. Es sucht nach seinen göttlichen Eltern, die es aber nur als hellen Lichtschatten wahrnimmt. Im Laufe der Zeit will Kystl mehr über die beiden in Erfahrung bringen. Aber nun hört es den leisen vibrierenden Summton, der sich ankündigt, wenn sein Wecker daran denkt zu erklingen. Das innere Kind räkelt und streckt sich, zupft an seinen Lotusfüßen und ist schon wach, als der laute Gongschlag des Weckers ertönt.

Was macht euer inneres Kind?

Rasa Lila, das Spiel der Gefühle

Rasa bedeutet Geschmack oder Essenz und entsteht durch Zusammenwirken der unterschiedlichen Gefühle, die zu einem angenehmen Bewusstseinszustand, einem ästhetischem Erleben führen. Gestik und Mimik sind wesentliche Hilfsmittel, um emotionale Zustände auszudrücken und im Zuschauer ein ästhetisches Erlebnis, Rasa genannt, zu erwecken.
Rasa stammt aus dem Sanskrit und wird in der klassischen indischen Kunstbetrachtung verwendet.
Die Künstler wollen im Zuschauer so starke Emotionen aufwallen lassen dass sie RASA erleben, also rasen.

Die schönste Erzählung über den spirituellen Rasa-Tanz Krishnas findet man im Krishnabuch:

Hier tanzt Krishna in der Mitte seiner vielen Gopis (Hirtinnen) der 3 Welten.
Die Gopis konnten die mystischen Erweiterungen Krishnas nicht wahrnehmen, denn Krishna erschien allein vor jeder einzelnen Gopi, und so dachte jede Gopi, die bezaubernde Erscheinung Krishnas tanze nur mit ihr allein. In seinem Tanz zeigte sich Krishnas vollkommener Zauber und in seinen fließenden Bewegungen seine unübertroffene Anmut.

Um das Verlangen der Gopis zu befriedigen, begann Krishna im Takt ihrer Lieder in die Hände zu klatschen. Eigentlich ist die ganze Welt von Krishnas Gesang erfüllt, nur nehmen dies die verschiedenen Lebewesen unterschiedlich wahr. Krishna tanzt, und auch die Lebewesen tanzen, doch es besteht ein großer Unterschied zwischen dem Tanzen in der spirituellen Welt und in der materiellen Welt.
Nur diejenigen, die tatsächliches Krishna-Bewusstsein besitzen, sind in der Lage, sich in Harmonie an Krishnas Tanzen anzupassen. Man muss aus Freude tanzen, und nicht, um ihn zu imitieren oder ihm ebenbürtig zu werden. Indem die Gopis von Krishas Mund Betelnüsse annahmen, drangen sie auf dem spirituellen Pfad weiter vor. Dort wo Krishna sich aufhält ist nichts gewöhnlich.

Und als Krishna sie in Seine Arme schloss und sie mit Ihm tanzten und sangen, vergaßen sie alles. Die Gopis sind Erweiterungen von Krishnas Freudenenergie. Als Krishna die verschiedenen Teile ihres Körpers berührte, fühlten die Gopis, wie sie von spiritueller Energie durchdrungen wurden. Sie wuchsen über sich hinaus, ergründeten Tiefen und erreichten Höhen der Gefühle, unerreichbar für die gewöhnlichen Menschen.

Krishna ist Atmarama, in sich selbst zufrieden. Er benötigt niemand anderen, um glücklich zu sein. Weil sich die Gopis aber danach gesehnt hatten, Krishna als Gemahl zu bekommen, hatte er ihnen diesen Wunsch erfüllt. Dann begannen die Gopis in transzendentaler Freude, Krishnas ruhmvolle Taten und Spiele zu besingen. Ihre Lotusfüße schlugen den Takt, ihre Körper bebten, während sie tanzten und ihr Augen folgten Krishna.

Je länger die Gopis Krishnas Gemeinschaft genießen durften, desto mehr wurden sie, da sie reine Gottgeweihte waren, mit seiner Herrlichkeit erleuchtet.
Wenn Sri Krishna mit den Gopis tanzt und wenn gewöhnliche Lebewesen in der materiellen Welt miteinander tanzen, ist das nicht dasselbe, sondern es besteht ein großer Unterschied.

Die meisten Gopis waren in ihrem vorangegangenen Leben große Weise gewesen, die sich in den Veden auskannten, und hatten den Wunsch geäußert, sich Seiner Gemeinschaft erfreuen zu dürfen.

In der Bhagavad-gita wird bestätigt, dass Krishna im Herzen eines jeden Lebewesens weilt und dass von ihm allein Handlung, Erinnerung und Vergessen kommen.

Die Gopis sind eigentlich Erweiterungen seiner inneren Energie, doch weil Krishna rasa-lila (das Spiel der Gefühle)entfalten wollte, erschienen auch sie wie gewöhnliche Menschen. Um ihnen eine besondere Gunst zu gewähren, entfaltete Krishna Seinen Rasa-lila-Tanz. Die Gopis, die mit Krishna tanzten, befanden sich nicht in ihrem materiellen Körper. Sie tanzten in ihrem spirituellen Körper mit Krishna. Währenddessen dachten die sogenannten Ehemänner der Gopis, dass ihre Frauen an ihrer Seite schliefen. Die Körper der Gopis, die ihren Ehemännern gehörten, lagen im Bett; es waren die spirituellen Bestandteile Krishnas, die mit Ihm tanzten. Krishna ist die höchste Person, das spirituelle Ganze, und er tanzte mit den spirituellen Körpern der Gopis.

Wer die Schilderung des Rasa-lila hört, wird auf die höchste Ebene des spirituellen Lebens erhoben.

So geschah es in dieser Nacht, daß die Gopis Krishna als ihren geliebten Gemahl in die Arme schließen durften, doch diese Nacht war keine gewöhnliche Nacht. Es war eine Nacht Brahmas, die Millionen und Abermillionen von Jahren währt (4 300 000 x 1000 Sonnenjahren).
Quelle
http://www.harekrsna.de/rasa-tanz.htm

Dance of Divine Love:

Ode an die Lotusfüße Krishnas: