Tag-Archiv | Mantramaschine

Ein Bild fällt von der Wand

Ich sitze gemütlich am PC und schreibe meine Kommentarzur Respektlosigkeit mancher Zeitgenossen, da tut es hinter mir einen gewaltigen Schlag.

Scherben fliegen durch die Luft und eine Hand, an der zwei Finger fehlen und verschiedene Gegenstände liegen auf dem Boden. Der eine Finger der schon seit Monaten weg war lag einen Meter daneben.

Dann tönt ein hämisches Vogelgezwitscher hinter mir:

Der Deckel meiner CD-Schachtel mit den Vogelstimmen war auf den Boden gefallen.

Ich war zuerst starr vor Schreck, dann verließ ich erst einmal diesen schrecklichen Ort und versuchte mich zu beruhigen.

Dann musste ich alles wieder aufräumen.

Beim genauen Betrachten des obersten Bildes konnte ich nicht erkennen, warum das Bild schief hing. Dort stecken beide Nägel noch fest in der Wand. Jedenfalls hat es das darunter hängende Bild,

zersplittertesBild

das dann auf dem Boden zersplittert lag, auf das nächste Bild gestoßen, das dann auch schief hing.

Desaster

Die Mantramaschine ist dabei ebenfalls in Schieflage geraten und dabei ist die darauf liegende Hand abgerutscht und die hat sich dann wohl an der Flasche mit den Seifenblasen von einer Hochzeitsfeier festhalten wollen, was natürlich mit nur 3 Fingern nicht ging.

Hand

Von dem Vogelgeschrei aus dem Deckel meines CD- Kartons hat sich dann einer der Finger aus seinem Versteck begeben und ich fand ihn dann halb vermodert auf dem Teppich liegen und hielt ihn zuerst für ein Stück Vogelscheiße.

Gut, dass ich meine schweren Moquisteine wegen dem Feng Shui aus der Porzellanschale herausgenommen habe, sonst wäre die jetzt auch noch kaputt.

Beim Aufräumen der Scherben habe ich mich verletzt und dann habe ich auch noch die Gießkanne im Zimmer umgekippt, damit Neptun auch noch ins Spiel kommt.

Ob das wohl wieder die Auswirkungen vom Feng Shui waren?

Wie man in Indien zu einer Mantramaschine kommt

Freitag der 13. Ist eigentlich ein Tag an dem bei mir immer Pakete mit schönen Dingen eintrudeln. Aber wie sollte das diesmal wohl möglich sein, weit weg von der Heimat, irgendwo in Südindien…

Auf der Reise zwischen Mahabalipuram und Pondicherry machen wir Mittagspause und wollen bei 40°C etwas shoppen gehen. Wir schauen alles an und nichts gefällt uns. Plötzlich fällt uns ein, dass wir in Indien doch eine Mantramaschine kaufen wollten. Aber wo?

Überall gibt es nur kleine Buden, die aussehen wie zugemüllte Garagen und die großen Schilder mit der fremdartigen Schrift können wir nicht lesen. Wir können nun erahnen, wie sich Analphabethen fühlen mögen. Also stellen wir unsere Augen auf Elektronikartikel – Laden und finden einen, in den wir schnell hineingehen, bevor uns einfällt, dass wir die Sprache ja gar nicht können.

Da wir uns albern vorkommen mit Deutsch oder Schwäbisch zu beginnen, fragen wir mal höflich. Do you speak English? Eifriges Nicken, aha nix English. Hindi? Fehlanzeige, die Amtssprache Hindi kann keiner, außer uns. Also Gebärden. Wenn wir nur noch wüssten, wie so eine Mantramaschine aussieht!

Dieses elektronische Gerät, bei dem man die verschiedenen Mantren per Knopf auswählen kann, haben wir vor einiger Zeit im Tempel in Kirchheim bewundert.

Gebärde „Stecker“: 2 Finger spreizen, zur Verwunderung des erstaunten Verkäufers und der sich vermehrenden zuschauenden Indern eine Box aus dem Regal nehmen, Finger dranhalten und eine nicht vorhandene Steckdose suchen. Dazu singen. Nun ging der Verkäufer an ein Regal und kam mit einem normalen Stecker zurück. Nein, das wollten wir nicht. Vielleicht dachte er dann, wir wollten ein Radiogerät.

Wir kamen uns vor, wie in einer TV-Rateshow, bis irgendwer die Idee hatte, dass es hier sowas nicht gibt, aber vielleicht 2 Straßen weiter.

Leider haben wir 2 Straßen nicht als solche erkannt und kamen 4 Straßen weiter zu einer Elektronik-und Klamottenbude. Diesmal können wir uns schon etwas besser verständlich machen und werden von der Tochter des Ladenbesitzers in die richtige Elektronikbude gebracht.

Nun sind wir zu dritt, die Tochter des Ladenbesitzers beherrscht wenigstens die Sprache, aber der Ladenbesitzer versteht nur Bahnhof.

Ich versuche wieder, meinen Wunsch zu verdeutlichen. Inzwischen hat sich das halbe Dorf vor der Bude versammelt und diskutiert eifrig mit. Der Ladenbesitzer behauptet so was nicht zu haben und ich weiß ganz genau daß sie in dieser Bude irgendwo zwischen den vielen Paketen steht, ich fühle das! Er will mich aber nicht hineinlassen um sie alle zu inspizieren. Also falte ich die Hände, verbeuge mich, Hände in Namastestellung und singe Oooomm Mani Padme HUUUUUUUMMMMM.

Ein Dorfbewohner reißt plötzlich die Augen auf, grinst und blubbert (so hört sich das Tamilische an) blubbblubblubbblubbbluubbb. Das hieß wohl, das ist der laute Kasten aus dem Tempel, der solange Mantras ausstößt, bis genug im Klingelbeutel drin ist.

Endlich kapiert das wohl auch der Ladenbesitzer und auf einmal manifestiert sich aus seinen Händen, wie die Asche des Sai Baba, ein Päckchen aus dem die Mantramaschine erscheint.

Mantramaschine

Om Sai Ommmmmhm

Ganz so schön wie auf dem Video hören sich die Mantras aus der Mantramaschine zwar nicht an, aber sie sind viiiel lauter!